Kulturjournal

Raubkunst in der DDR

Montag, 29. Oktober 2018, 22:45 bis 23:15 Uhr

Moderatorin Julia Westlake.

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Raubkunst in der DDR: Ein fast vergessenes Kapitel der Kunstgeschichte

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Der Fall Peter Stilijanov: Kunstraub in der DDR

Dass die Nazis Kunst raubten, ist bekannt. Aber auch das DDR-Regime bereicherte sich an den Kunstschätzen seiner Bürger. Wie bei Peter Stilijanov, der 1985 aus der DDR ausreiste. mehr

Im Museum Schwerin hat sich ein wahrer Kunstkrimi abgespielt, ungeheuerlich - aber nach bekanntem Muster. Wenn bislang von Raubkunst die Rede war, ging es überwiegend um Kunst- und Kulturgut, das jüdischen Besitzern von den Nationalsozialisten gestohlen wurde. Wenig bekannt ist, dass in der DDR ganz ähnliche Taktiken angewandt wurden, um sich am Kunstbesitz der Bürgerinnen und Bürger zu bereichern. Finanziell notorisch klamm, entzog das DDR-Regime systematisch Kunst- und Kulturgut von Privatleuten - meistens bei der offiziell genehmigten Ausreise, um es wahlweise gegen Devisen zu verkaufen oder Lücken in Museumsbeständen zu füllen. So ist das Staatliche Museum Schwerin an eine Sammlung von Grafiken gekommen, die aus dem entzogenen Nachlass des Dresdener Malers Bernhard Kretzschmar stammen. Im Rahmen der Reihe "Museumsdetektive. Auf den Spuren geraubter Kunst im Norden" berichtet das Kulturjournal über ein fast vergessenes Kapitel der Kunstgeschichte.

In der Mitte angekommen? Das Kulturjournal auf dem Parteitag der "Grünen" in Celle

Neuesten Umfragen zu Folge sind die "Grünen" bundesweit gerade die zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Vorbei die Zeiten, als sie mit der Forderung nach einem Veggie-Day die Wählerinnen und Wähler verschreckt haben. Im Gegenteil: Gerade läuft alles im grünen Bereich. Bündnis 90/Die Grünen - die neue Volkspartei also? Doch wie viel grün ist bei den "Grünen" dann überhaupt noch drin? Grund genug für unsere Reporterin Anne Adams auf der Landesdelegiertenkonferenz der "Grünen" in Celle mal zu gucken, ob sie überhaupt noch grüne Kernkompetenzen haben und überhaupt Volkspartei sein wollen.

Der Anfang vom Kriegsende: Dokudrama über den Matrosenaufstand 1918 in Kiel

100 Jahre ist es nun bald her, dass in Kiel Weltgeschichte geschrieben wurde. Da wehte auf dem dortigen Rathaus, aber auch in vielen anderen norddeutschen Städten, die rote Flagge. Die Menschen versammelten sich auf den Straßen, Revolution lag in der Luft. Es war der Anfang vom Ende: vom Ende des Ersten Weltkrieges und vom Ende des Kaiserreichs. Auslöser: der Matrosenaufstand in Kiel. Die Matrosen weigerten sich, in einen "ehrenvollen Untergang" geschickt zu werden. Die Reichsregierung verhandelte im Oktober 1918 mit den Alliierten bereits über einen Waffenstillstand. Trotzdem befahl die Marineführung den Angriff der Kaiserlichen Marine auf die Royal Navy. Ein Himmelfahrtskommando. Die Matrosen widersetzten sich und wurden in Kiel inhaftiert. Hier solidarisierten sich Matrosen, Soldaten und Arbeiter mit den Gefangenen. Ein Film aus Archivmaterial und Spielszenen erzählt nun noch einmal dieses wichtige Kapitel der deutschen Geschichte: "1918 - Aufstand der Matrosen" (30.10. um 20:15 auf arte und am 4.11. um 20:15 Uhr im NDR Fernsehen).

Auf der Suche nach verschwundenen Dingen: "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky

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Judith Schalansky: Lesung in Lüneburg

13.12.2018 19:30 Uhr
Literaturbüro Lüneburg, Heinrich-Heine-Haus

Mit Fantasie spürt Judith Schalansky den "Löchern in der Geschichte nach" - der untergegangenen Südsee-Insel, den verlorenen Liebesliedern - und gibt ihnen eine Geschichte zurück. mehr

Der "Palast der Republik", ein Gemälde des Greifswalder Hafens von Caspar David Friedrich oder eine versunkene Insel im Pazifik: Ständig verschwinden Dinge, Tiere, Menschen. Die Welt ist ein Ort von Geburt und Tod, von Entstehen und Verlust. Die aus Greifswald stammende Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky schreibt über verloren Gegangenes in ihrem "Verzeichnis einiger Verluste". Dabei sind diese Verluste jeweils Ausgangspunkte für ganz unterschiedliche literarische Geschichten. Am 4. November bekommt Judith Schalansky für ihr Buch den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2018 in Braunschweig verliehen. Ihr Verzeichnis sei, so die Jury "die poetische Archivierung der verschwundenen Dinge, die auf diese Weise eine Wiederauferstehung in der Verwandlung erfahren - als literarische Erzählung. Judith Schalansky ist damit etwas ganz Ungewöhnliches gelungen. Sie findet eine Verkehrssprache für den Umgang mit dem Toten und dem Verlorenen". Das "Verzeichnis einiger Verluste" ist unser NDR Buch des Monats.

Mit "25 km/h" durch Deutschland: Roadmovie mit Bjarne Mädel

Der Mann hat Kultstatus - ob als "Tatortreiniger" Schotty oder Dorfpolizist Schäffer in "Mord mit Aussicht". Komödien mit Tiefgang liegen Bjarne Mädel besonders. Deshalb hat er sich gleich für Markus Gollers neuen Film "25 km/h" begeistert: Zwei ungleiche Brüder treffen sich nach fast 30 Jahren bei der Beerdigung ihres Vaters wieder. Eigentlich haben sie sich nichts zu sagen. Tischler Georg (Bjarne Mädel) hat den Vater bis zu seinem Tod gepflegt, Manager Christian (Lars Eidinger) war seit Jahren nicht mehr zu Hause. Irgendwann beim Leichenschmaus erinnern sie sich an eine Schnapsidee aus Jugendtagen und beschließen, sie jetzt umzusetzen. Gemeinsam fahren sie auf zwei Mofas mit 25 km/h quer durch Deutschland. Es ist eine Reise voller Herausforderungen, bei der sich die beiden näherkommen, aber auch selbst neu entdecken.

Der Norden liest in Schwerin: Jutta Hoffmann liest Brigitte Reimann

Veranstaltungstipp

Ein Abend mit Briefen von Brigitte Reimann

01.11.2018 18:00 Uhr
Staatliches Museum Schwerin

Im Staatlichen Museum von Schwerin liest die Schauspielerin Jutta Hoffmann aus Briefen der 1973 verstorbenen Schriftstellerin Brigitte Reimann an ihre Geschwister. mehr

Brigitte Reimann ist eine der wichtigsten Schriftstellerinnen der DDR. Mit Büchern wie "Ankunft im Alltag", "Die Geschwister" oder dem posthum erschienenen Roman "Franziska Linkerhand" wurde sie bekannt - und bis heute , 45 Jahre nach ihrem Tod, gibt es noch Neues von ihr zu entdecken. Vor Kurzem wurden in einem Buch die Briefe veröffentlicht, die sie in den 60er-Jahren mit ihren Eltern und ihren Geschwistern austauschte: "Post vom schwarzen Schaf" (Aufbau Verlag). In unserer Reihe Der Norden liest wird Jutta Hoffmann aus den Briefen lesen und gemeinsam mit der Herausgeberin Heide Hampel über Brigitte Reimann als Familienmensch sprechen.

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil. Viel Spaß!

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile