Kulturjournal

Doku-Tipp: "Der Motivationstrainer"

Montag, 27. August 2018, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 31. August 2018, 02:00 bis 02:30 Uhr

Julia Westlake

3,6 bei 15 Bewertungen

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Der Guru der Selbstoptimierung: Ein Dokumentarfilm über Motivationstrainer Jürgen Höller

Film-Tipp

Dokumentation über Motivationscoach Jürgen Höller

Hunderte Menschen stimmen in sein lautes "Ich schaffe es!" ein: Jürgen Höller ist in seinem Element und die Kamera ist dabei. Am 21. August feierte der Film seine Hamburger Premiere. mehr

Mit großen Gesten und großen Worten begeistert er seine Fans wie ein Guru, aber er verspricht ihnen keine Erlösung, kein Seelenheil. Bei ihm geht es um weltliche Dinge - in erster Linie ganz profan um Erfolg und Geld. Jürgen Höller ist der bekannteste Motivationstrainer in Deutschland. Bekannt wurde er in den Neunzigern. Dann kam raus, dass er Steuern hinterzogen katte, er musste ins Gefängnis. Jetzt füllt er wieder ganze Stadien, verkauft Seminare an Tausende Menschen, beschäftigt mit seiner Firma 70 Mitarbeiter. Für den NDR Dokumentarfilm "Der Motivationstrainer" haben die Regisseure Julian Amershi und Marten Rieck den schillernden Trainer und Unternehmer mit der Kamera begleitet, bei seiner Seminar-Tournee durch ausverkaufte Hallen, in seiner Firma oder beim morgendlichen Mantra: "Es geht mir von Tag zu Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser und besser." Entstanden ist ein faszinierendes Porträt und ein überraschender Blick in die Welt der Selbstoptimierung. Die FAZ schrieb: "Einer der interessantesten aktuellen Filme über dieses Land." "Der Motivationstrainer" wird am 4. September um 23:45 Uhr im Ersten gesendet.

Unterrichten kann jeder?! Die Kulturjournal-Aktion zum Lehrermangel in Norddeutschland

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04:16

Lehrermangel? Unterrichten kann jeder, oder?!

27.08.2018 22:45 Uhr

Geschätzt fehlen derzeit bundesweit 40.000 Lehrerinnen und Lehrer. Die Idee der Politik: Quereinsteiger müssen ran. Bei Piloten oder Ärzten käme man nicht auf die Idee. Video (04:16 min)

Das neue Schuljahr startet mit einem dramatischen Lehrermangel. Verbände und Gewerkschaften rufen den "Bildungsnotstand" aus. Bundesweit fehlen geschätzt 40.000 LehrerInnen: 10.000 Stellen sind unbesetzt, 30.000 werden nur notdürftig besetzt - zum Beispiel durch Quereinsteiger. Besonders kritisch ist die Situation an Grund- und Förderschulen. Der Grund: Viele Lehrer gehen momentan in den Ruhestand, gleichzeitig steigen die Schülerzahlen und der Ausbau der Ganztagsschule erfordert mehr Lehrer. "Wir haben nicht vorausschauend geplant", räumt der Chef der Kultusministerkonferenz ein. Jetzt überbieten sich die Bundesländer in Aktionismus, um mit Gewalt die Lücken in der Statistik zu schließen: Pensionäre werden zurückgeholt, Quereinsteiger eingestellt, Gehälter angehoben, Verbeamtung versprochen, Studenten ohne Abschluss eingestellt. Auch unsere Kulturjournal-On-Reporterin Anne Adams leistet ihren Beitrag und versucht, neue LehrerInnen zu rekrutieren.

Knall! Bumm! Peng! Die explosive Kunst des Roman Signer in Hannover

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04:48

Roman Signer: Explosive Kunst in Hannover

27.08.2018 22:45 Uhr

Roman Signer holt mit seinem Schalk die Kunst vom hohen Sockel, experimentiert, spielt und macht Quatsch. Seine explosiven Werke sind derzeit in der Kestnergesellschaft Hannover zu sehen. Video (04:48 min)

Er schießt mit einem Gewehr in leere Ölfässer. Präpariert Fahrräder mit Sprühdosen. Lässt Eimer fliegen, Spazierstöcke an Gasballons tanzen oder einen automatischen Rasenmäher seine Runden drehen, der manchmal eine Glocke trifft, die im Raum hängt. Der renommierte 80-jährige Schweizer Bildhauer Roman Signer ist für seine Aktionen mit explosiven Stoffen bekannt - und für seinen Humor. Mit einem unglaublichen Spieltrieb sprengt er das klassische Konzept von Skulpturen. In der Videoarbeit "Dachlawine" (2017) sind mit Wasser beladene Industriefässer zu sehen, die nach einer simultanen Sprengung von ihrer Verankerung loskommen und ein Satteldach herunterrollen. Unten auftreffend platzen sie - in einem großen Spektakel. Die Kestner Gesellschaft in Hannover zeigt bis zum 4. November 13 Skulpturen und Installationen sowie fünf Filme.

Das Erwachen der Sexualität: Bodo Kirchhoffs Roman "Dämmer und Aufruhr" über seine Jugend

Buch-Tipp

Bodo Kirchhoff: "Dämmer und Aufruhr"

Schriftsteller Bodo Kirchhoff setzt sich in "Dämmer und Aufruhr" mit dem Missbrauch in seiner Kindheit und der Suche nach seiner sexuellen Identität auseinander. mehr

Ein Mann blickt zurück auf seine Kindheit: Auf die ersten Lebensjahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg, auf das Idyll mit Mutter und Großmutter, auf harte Jahre in einem Internat am Bodensee, auf die Zeit, als er von einem Kantor sexuell missbraucht wurde. Bodo Kirchhoff ist dieser Mann, einer der besten deutschen Schriftsteller. In seinem aktuellen Roman "Dämmer und Aufruhr" schreibt er eindringlich über Kindheit- und Jugendjahre, über das Erwachen seines Begehrens, über verbotene sexuelle Erfahrungen, bis hin zu den ersten Versuchen als Schriftsteller. Auf einer zweiten Ebene erzählt Kirchhoff von den letzten Lebensjahren seiner Mutter, wie er sie pflegt, ein letztes Gespräch mit ihr sucht. "Dämmer und Aufruhr" ist das bislang persönlichste Buch von Bodo Kirchhoff, ein großer Roman.

Ein Künstlerhaus im Schloss: Plüschow in Mecklenburg-Vorpommern

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04:20

Das Künstlerhaus Schloss Plüschow

27.08.2018 22:45 Uhr

Zeitgenössische Kunst in barocker Architektur - das ist das Besondere am Schloss Plüschow: ein Künstlerhaus mit wechselnden Ausstellungen und Ateliers für Stipendiaten aus aller Welt. Video (04:20 min)

Große Kunst kann man auch an kleinen Orten finden, in feinen spezialisierten Museen und Galerien, die oft mit viel Engagement organisiert und getragen werden. Regionale Museen, die es in sich haben. So wie das Künstlerhaus Schloss Plüschow. Moderne Kunstwerke in barocker Architektur - das ist das Besondere an diesem Kunstort, an dem überwiegend zeitgenössische Kunst zu sehen ist. Das Schloss wurde nach der Wiedervereinigung von einem Förderverein zum Künstlerhaus umgewandelt. Inzwischen lädt der Verein, gefördert aus Landesmitteln regelmäßig Künstler aus der ganzen Welt ein, im Schloss zu wohnen und zu arbeiten: Jährlich werden fünf Stipendien ausgeschrieben. Außerdem zeigt eine ständige Ausstellung die Geschichte des Schlosses seit dem 17. Jahrhundert. Das Kulturjournal rät: Da muss man hin - die Kunst entdecken!

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil. Viel Spaß!

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile