Kulturjournal

Montag, 19. März 2018, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 23. März 2018, 02:00 bis 02:30 Uhr

Denn man tau! - Was der neuen Regierung fehlt

Lang genug hat es ja gedauert, aber jetzt hat Deutschland endlich eine neue Regierung. Und bei der Zusammensetzung des Kabinetts wurde ganz sorgfältig darauf geachtet, dass auch niemand zu kurz kommt: Der Proporz von Frauen zu Männern, von jung zu alt, von neuen Gesichtern und zu treuen WeggefährtInnen wurde gewahrt. Die Ostquote gerade erfüllt - aber trotzdem gibt es einen Makel: kein Minister und keine Ministerin mit einer familiären Einwanderungsgeschichte ist in der neuen Regierung vertreten. Fatal, findet die total integrierte Beauftragte des Kulturjournals für Einwanderungsfragen, Nadia Kailouli - und versucht, diesen Makel auszumerzen. Denn man tau!

Ein Massenselbstmord und seine Folgen - Der Dokumentarfilm "Über Leben in Demmin"

Im kleinen Demmin in Mecklenburg-Vorpommern fand einer der größten Massensuizide der deutschen Geschichte statt. Hunderte Menschen brachten sich in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs um - aus Angst vor der anrückenden Roten Armee. Die Einwohner erhängten sich, erschossen sich oder ertränkten sich im Fluss. Über dieses Drama wurde zu DDR-Zeiten geschwiegen, die Geschichte passte nicht zur Freundschaft mit der Sowjetunion. Erst nach dem Mauerfall begann zögerlich die Aufarbeitung, heute nutzen Neonazis die Tragödie für ihre Zwecke: Alljährlich veranstalten sie am 8. Mai einen Trauerzug durch die kleine Stadt. Für die Dokumentation "Über Leben in Demmin", einer Koproduktion mit dem NDR, hat Regisseur Martin Farkas mit Überlebenden und Nachgeborenen gesprochen. Der Film erzählt vom Massenselbstmord und davon, wie er bis heute in die Stadt beeinflusst.

Wie weiblich war die Revolte - 1968 und die Frauen?

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Das Jahr 1968 - Wie weiblich war die Revolte?

50 Jahre nach der 68er-Revolte haben vor allem Männer wie Rudi Dutschke Geschichte geschrieben. Die Autorin Christina von Hodenberg erinnert an vergessene Aktivistinnen. mehr

50 Jahre nach der Revolte hat sich ein falsches Bild in den Köpfen festgesetzt, so die Historikerin Christina von Hodenberg: die Legendenbildung erzählt 1968 als Aufstand von Männern wie Rudi Dutschke, Fritz Teufel, Rainer Langhans oder Daniel Cohn-Bendit. Als Kritik der Söhne an den Nazi-Vätern. Und die Frauen? Sie fehlen in unserem Bild von 1968. Auch wenn sie mit der Kommune 1 verbunden waren, wie Susanne Schunter-Kleemann, die heute in Bremen lebt. Warum suchten die Aktivistinnen nicht so sehr das Scheinwerferlicht? Weil sich die weibliche Revolte hauptsächlich im Privaten vollzog? In ihrem Buch "Das andere Achtundsechzig" (Beck) füllt Christina von Hodenberg diese Leerstelle, erinnert an vergessene Aktivistinnen und zeigt: 1968 war weiblich.

Eine Liebesgeschichte zwischen Ost und West - Ausstellung in Kiel

Hamburger Freihafen und FDJ, die Stasi und die Liebe - in Elmar Hess' nachdenklicher Rauminstallation "Einen Frieden später" geht es darum, wie Gesellschaftssysteme auf ihre Bewohner wirken. Ein ostdeutscher Seemann legt im Jahr 1964 in Hamburg an und verliebt sich in eine Westdeutsche. Die zunächst geheime Liebesbeziehung wird von der Stasi entdeckt, sie erpresst den Seemann, damit er seine Geliebte zur Spionin macht. Ihr Leben wird zum Spielball der Weltgeschichte, auch nach der Wende. In seiner Installation arbeitet Hess mit Gegenständen, Fotos und Videos. Das Kulturjournal taucht ein in die Geschichte "Einen Frieden später" (Stadtgalerie Kiel, bis 27. Mai 2018).

Ikone des gewaltfreien Protests - Begegnung mit Joan Baez

Sie hat die Welt wirklich verändert: mit ihrer Stimme. Joan Baez - Bürgerrechtlerin, Woodstock-Heldin, die Ikone des gewaltfreien Protests. Im Januar ist die Bürgerrechtlerin und Pazifistin 77 geworden, gerade ist ihre neue und vielleicht letzte Platte auf dem Markt gekommen: "Whistle Down the Wind". Das Kulturjournal trifft Joan Baez und blickt mit ihr auf ihr Leben zurück und besorgt auf die aktuelle Welt- und Kunstlage.

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil. Viel Spaß!

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile