Kulturjournal

Montag, 15. November 2021, 23:05 bis 23:35 Uhr
Freitag, 19. November 2021, 02:40 bis 03:15 Uhr

Männer heute: Verlierer des 21. Jahrhunderts?

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Männliche Schaufensterpuppe mit ausgetreckten Armen und roter Badehose. © NDR/Kulturjournal

Gewinner oder Verlierer? Männer im Wandel der Gesellschaft

Das Ende der klassischen Rollenbilder verändert auch den gesellschaftlichen Blick auf Männer. Das birgt auch viele Vorteile. mehr

Männer sind stärker suchtgefährdet und begehen viel häufiger Suizid als Frauen. Der "alte weiße Mann" ist ein Schimpfwort geworden, und Jungs bekommen in der Schule schlechtere Noten als Mädchen. Was ist los mit dem ehemals "starken Geschlecht"? Wo stehen Männer heute - zwischen Gleichberechtigung und "toxischer Männlichkeit"? Sind Männer gar die Verlierer des 21. Jahrhunderts - oder einfach nur wehleidig und unwillig, ihre Rolle in einer emanzipierten Gesellschaft neu zu definieren? Im Vorfeld des internationalen Männertages am 19. November fragt das Kulturjournal bei Expert*innen nach, was Männlichkeit heute bedeutet: Martin Rheinländer ist Blogger und Coach, er bietet Seminare an, die helfen sollen, die eigene "Männlichkeit" zu stärken. Die Autorin und Journalistin Katja Lewina hat mit Männern über deren Sexualität gesprochen. Der Psychologe und Psychotherapeut Michael Klein beschäftigt sich mit psychischer Männergesundheit und setzt sich gegen die Benachteiligung von Männern ein. Aktivist Martin Speer hingegen engagiert sich für Feminismus und eine geschlechtergerechtere Zukunft.

Schauspielerin Lina Beckmann, die Alleskönnerin

Es klingt wie ein Klischee, aber in diesem Fall stimmt es: Die Schauspielerin Lina Beckmann ist eine Alleskönnerin. Sie kann einfach alles spielen: rasend laut und ganz zart, wild und kraftvoll, herzzerreißend, Komödie, Tragödie, Mann, Frau. Egal, was und wen sie auf der Bühne darstellt: Sie ist immer großartig. Jüngst brillierte sie bei den Salzburger Festspielen als "Richard the Kid & the King". Für diese Rolle ist sie auch für den renommierten Wiener Nestroy-Theaterpreis nominiert, der am Sonntag, den 21. November verliehen wird. Das Kulturjournal trifft Lina Beckmann bei den Proben für ihre nächste Premiere am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, ihrer künstlerischen Heimat und spricht mit ihr über Versagensängste, das Spielen aus dem Bauch heraus und die Hoffnung auf eine gewisse Altersmilde.

Gefängnis für Homosexuelle: Der gefeierte Spielfilm "Große Freiheit"

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Szene aus dem Film "Große Freiheit" © Freibeuterfilm_Rohfilm

"Große Freiheit": Spielfilm über Gefängnis für Homosexuelle

Lange Jahre stand Homosexualität in der Bundesrepublik unter Strafe. Möglich war das über §175 im Strafgesetzbuch. mehr

Sie mussten im Verborgenen lieben, waren kriminalisiert: Lange Jahre stand Homosexualität in der Bundesrepublik unter Strafe. Möglich war das über §175 im Strafgesetzbuch, ein Paragraph, der von den Nationalsozialisten übernommen wurde - und bis in die späten 1960 Jahre angewendet wurde. Gestrichen wurde er erst 1994. Ein eindrücklicher Spielfilm erzählt jetzt schonungslos und drastisch, was es bedeutete, für seine Liebe ins Gefängnis zu müssen. Immer und immer wieder. "Große Freiheit" feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes, Hauptdarsteller Franz Rogowski ist für seine Rolle als Hans für den europäischen Film nominiert. Jetzt kommt der Film in die deutschen Kinos (ab 18. November). Das Kulturjournal über einen schrecklichen jahrelangen Missstand und warum der Film noch immer aktuell ist.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Miriam Rumohr