Kulturjournal

Montag, 27. September 2021, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 01. Oktober 2021, 01:50 bis 02:20 Uhr

Nachhaltigkeit: Nur eine leere Floskel, meint Klaus-Dieter Hupke

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Der Autor Klaus-Dieter Hupke.
6 Min

Zauberwort Nachhaltigkeit: Nur eine leere Floskel?

Nachhaltigkeit sei eine Gummivokabel, die heute alles und nichts bedeuten kann, behauptet Klaus-Dieter Hupke in seinem jüngsten Buch. 6 Min

Wir trennen Müll und fahren mit Bio-Kraftstoff. Elektro-Autos und Mopeds surren durch die Straßen. Plastiktüten und -strohhalme dürfen nicht mehr hergestellt werden. Nachhaltigkeit ist das Zauberwort unseres modernen Lebens auf dem holprigen Weg durch die Klimakrise - quer durch alle Parteien. Doch die schöne Nachhaltigkeit ist eine Gummivokabel, die heute alles und nichts bedeuten kann. Das behauptet der Heidelberger Geografie-Professor und Naturschützer Klaus-Dieter Hupke in seinem jüngsten Buch "Warum Nachhaltigkeit nicht nachhaltig ist" (Springer). Nachhaltigkeit - nur eine leere Floskel? Wir haben mit ihm und dem Soziologen Harald Welzer über diese sehr strapazierte Vokabel gesprochen.

Das Prinzip "Mitgefühl": Ein Film über Menschlichkeit in der Pflege

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Die Filmemacherin Louise Detlefsen.
5 Min

"Mitgefühl" - Ein Film über Menschlichkeit in der Pflege

Berührungen und Verständnis statt Schmerz- und Beruhigungsmittel: Louise Detlefsen zeigt den Alltag im Pflegeheim "Dagmarsminde". 5 Min

Im dänischen Pflegeheim "Dagmarsminde" leben elf Menschen mit Demenz und Alzheimererkrankungen. Das Prinzip, nach dem hier behandelt wird, klingt einfach, aber es ist sehr effektiv. Es besteht darin, den Patientinnen und Patienten Berührungen, Aufmerksamkeit und Verständnis für ihre Situation zu schenken. Die Pflegekräfte nehmen sich viel Zeit für jeden Einzelnen, ermutigen und umarmen die Bewohner, lassen auch Traurigkeit und Wut zu. So gelingt es ihnen, die große Menge an Schmerz- und Beruhigungsmitteln zu reduzieren, die in vielen konventionellen Einrichtungen zum Alltag gehören.

Die Idee stammt von May Bjerre Eiby, die lange als Pflegerin in einer großen dänischen Einrichtung gearbeitet hat und die Situation und die Hilflosigkeit dort nicht länger ertragen wollte. Nachdem ihr eigener Vater an Demenz erkrankt ist, beschließt sie eine Art Gegenentwurf zum klassischen Heim zu entwickeln. Keine elitäre Privatklinik, sondern ein kleines Pflegeheim, das man sich von seiner normalen Rente leisten kann und ein Zuhause, in dem sie selbst gern alt werden würde. Sie spart ihr Geld, nimmt Kredite auf und gründet "Dagmarsminde". Die deutsch-dänische Dokumentarfilmerin Louise Detlefsen hat den Alltag dort über anderthalb Jahre lang begleitet. Entstanden ist ein berührendes Plädoyer für Veränderungen im Kleinen, die Großes bewirken können. Der Film "Mitgefühl“ kommt am 23. September in die Kinos.

Nostalgie dank künstlicher Intelligenz: "Deep Nostalgia" erweckt Familienfotos zum Leben

Das alte Hochzeitsfoto der Urgroßeltern, die man persönlich nie getroffen hat. Was wäre, wenn die Urgroßmutter auf dem Bild einen auf einmal direkt angucken und einen anlächeln würde? Genau das macht die Software "Deep Nostalgia" möglich. Sie haucht Fotos Leben ein. Das Programm greift dabei auf gesammelte Videoaufnahmen von Gesichtern zurück und entscheidet automatisch, was sich am besten für ein bestimmtes Standbild eignen würde. Diese Aufnahme legt es dann wie einen Filter über das Bild. Und das können zum Beispiel auch Gemälde sein. Wie sähe es aus, wenn die Mona Lisa einem zulächelt? Wir haben es ausprobiert.

Frauen in der Literatur: Abgewertet und verdrängt?

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Die Literaturwissenschaftlerin Nicole Seifert.
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Abgewertet und verdrängt? Frauen in der Literatur

Im literarischen Kanon kommen Autorinnen kaum vor, in der Literaturkritik wird Männern mehr Platz eingeräumt. Eine Ungerechtigkeit, findet Nicole Seifert. 6 Min

Die Befunde sind deutlich. Leider. Im literarischen Kanon kommen Autorinnen kaum vor, in der Literaturkritik wird den Männern mehr Platz eingeräumt, und sogar in Lehrplänen stehen weniger oder gar keine Werke. Eine Ungerechtigkeit, so die Hamburger Literaturwissenschaftlerin Nicole Seifert: Schriftstellerinnen werden immer noch benachteiligt, ihre Werke als banal, kitschig oder trivial abgewertet. In ihrem Band "Frauen Literatur. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt" prangert sie diesen Missstand an und fordert endlich die längst überfällige Gleichberechtigung. Ihr lesenswertes Buch ist auch eine Einladung und Aufforderung, die Literatur in ihrer ganzen Bandbreite zu entdecken.

Weitere Informationen
Die Autorin Nicole Seifert © NDR Foto: Isabel Lerch

"Bücher von Frauen werden benachteiligt"

"Frauen sind im deutschen Literaturbetrieb benachteiligt", meint die Buchexpertin Nicole Seifert aus Hamburg. Anlässlich des Weltfrauentags führte NDR.de ein Interview mit ihr. mehr

Draußen malen, mit den Händen: Schloss Gottorf zeigt Christopher Lehmpfuhls Kunst

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Der Maler Christopher Lehmpfuhl unter freiem Himmel.
5 Min

Christopher Lehmpfuhls Landschaftsmalerei

Nord- und Ostsee haben es ihm angetan - wegen der Lichtstimmungen. In Schleswig ist die Ausstellung "Farbrausch - Christopher Lehmpfuhl" zu sehen. 5 Min

Im Atelier bekam er von den Terpentin-Dämpfen Kopfschmerzen. So zog es ihn nach draußen, an die frische Luft. Christopher Lehmpfuhl, Jahrgang 1972, malt im Sturm auf Helgoland, auf Sylt, auf Fehmarn. Die Nordseeinseln, die Strände von Nord- und Ostsee haben es ihm angetan - wegen der wechselnden Lichtstimmungen. Aber auch auf Island hat Christopher Lehmpfuhl schon gemalt: mit Leinwand und Farbeimern bepackt klettert er auf Vulkane oder an die Kante großer Wasserfälle. Die unberührte, wilde Natur Islands reizt ihn besonders.

Seine Werke entstehen unter freiem Himmel - en plein air. Als Landschaftsmaler steht er in der Tradition der Impressionisten, und doch haben seine Bilder eine ganz eigene Handschrift, denn Lehmpfuhl benutzt keine Pinsel und trägt die Ölfarbe dick auf - mit den Händen. Auf Schloss Gottorf in Schleswig ist noch bis Ende Januar 2022 eine große Ausstellung zu sehen: "Farbrausch - Christopher Lehmpfuhl". 160 Werke, darunter auch ein Panorama, das den Berliner Schlossplatz zeigt. Lehmpfuhl hat die Bauarbeiten vom Abriss des Palastes der Republik bis zum Bau des Humboldt-Forums in einem großen Bilder-Zyklus dokumentiert.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile