Kulturjournal

Montag, 09. August 2021, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 13. August 2021, 01:45 bis 02:15 Uhr

Das Meer als Müllhalde: Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen gegen den Plastikwahn

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Swaantje Güntzel sitzt mit Plastikflaschen vor einem Bild im Museum © Swaantje Güntzel/Henriette Pogoda Foto: Henriette Pogoda

Plastik im Meer: Hamburgerin provoziert mit Aktionskunst

Die Hamburger Künstlerin Swaantje Güntzel bringt mit ihren Aktionen das Plastik aus dem Meer zurück in die Lebenswirklichkeit der Menschen. mehr

Wir versinken in einer Welt aus Plastik. Mehr als neun Milliarden Tonnen davon gibt es auf der Erde, und allein in den Ozeanen schwimmen rund 150 Millionen Tonnen Kunststoffmüll. Gleichzeitig ist Plastik ein wichtiger Wertstoff für Industrie, Lebensmittelbranche oder Medizin - ein Dilemma, das symbolhaft für unser Verhältnis zur Natur steht. Unsere Beziehung zu Plastik und zu Müll ist das Thema der Künstlerin Swaantje Güntzel. In ihren oft provokativen Performances und Installationen hält sie der Wegwerfgesellschaft den Spiegel vor und erntet dafür heftige Reaktionen. Besonders verstörend sind ihre Werke, in denen sie Plastikfigürchen aus den Mägen toter Albatrosküken verarbeitet. Auch für Meeresbiologe Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven ist Plastikmüll im Meer ein Sinnbild für unseren fahrlässigen Umgang mit der Natur. Forscher wie er kommen am Thema Plastik nicht mehr vorbei, denn sie finden es überall - an entlegenen Stränden und Atollen, auf der Meeresoberfläche, selbst auf dem Meeresboden der arktischen Tiefsee, weit weg von menschlicher Zivilisation. Was können Kultur und Wissenschaft gegen dieses Jahrhundertproblem ausrichten? Das Kulturjournal über das Dilemma mit dem Plastik.

"Der Atem des Meeres": Preisgekrönter Dokumentarfilm über das Wattenmeer

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Ruinen ragen aus dem Wattenmeer, Ausschnitt aus dem Film "Der Atem des Meeres" © NDR/Filmmaterial
4 Min

"Der Atem des Meeres": Dokumentarfilm über das Wattenmeer

Filmemacher Pieter-Rim de Kroon erzählt Geschichten von Menschen, Flora und Fauna rund um das einzigartige Binnensystem. 4 Min

Das Wattenmeer ist ein ganz besonderes Universum, eine Landschaft voller Gegensätze, geprägt vom Wechselspiel der Gezeiten. Die Region zwischen Dänemark, den Niederlanden und Deutschland umfasst rund 11.500 Quadratkilometer und gehört seit 20 Jahren zum UNESCO-Welterbe. Im Dokumentarfilm "Der Atem der Meeres" folgt der renommierte niederländische Filmemacher Pieter-Rim de Kroon dem Rhythmus von Ebbe und Flut. In poetischen Bildern erzählt er Geschichten von Menschen, Flora und Fauna rund um dieses einzigartige Binnensystem: Mit faszinierenden Bildern von Quallen, Krabben und Seehunden, mit Geschichten aus dem Alltag der Menschen zeichnet Pieter-Rim de Kroon das Panorama dieser einzigartigen Region mitten in Europa. Da ist der Briefträger, der die Post auf einer Schienentram bringt, die Pastorin, die tauft und beisetzt, oder die Organistin, die ihr Instrument stimmt. Die Verknüpfung von Naturbildern und Alltagsbeobachtungen zeigen einerseits das symbiotische Miteinander, andererseits aber auch die Gefahr, die vom Menschen für die Natur ausgeht, zum Beispiel, wenn Touristenströme die Inseln überschwemmen oder nach Öl gebohrt wird. Der Film "Der Atem des Meeres" ist eine Co-Produktion mit dem NDR und läuft seit Ende Juli in ausgewählten Kinos.

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Drei junge Leute gehen barfuß im Watt spazieren. © fotolia Foto: Edler von Rabenstein

Welterbe Wattenmeer: Im Takt der Gezeiten

Das Wattenmeer ist ein einzigartiges Küstengebiet und Weltnaturerbe. Urlaubern bietet es ein besonderes Naturerlebnis. mehr

Neuer Lebensraum auf dem Meer: Architekt*innen entwerfen künstliche Inseln

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Eine künstliche Insel © imago images
6 Min

Leben auf dem Meer: Architekt*innen entwerfen künstliche Inseln

Der steigende Meeresspiegel bedroht viele Inseln. Nun sollen ganze Städte auf dem Wasser gebaut werden. 6 Min

Inseln sind Sehnsuchtsorte und stehen für Freiheit und Isolation. Doch natürliche Inseln sind bedroht: noch nie zuvor sind so viele durch steigende Meeresspiegel untergegangen. Darauf reagieren Architekt*innen in unterschiedlichen Ländern und entwickeln künstliche Inseln. Ganze Städte sollen auf dem Wasser gebaut werden, oder nur kleine Inseln wie die "Copenhagen Islands": Sie sind flexibel im Hafen positionierbar und für jeden frei zugänglich. Bootsfahrer oder Segler können sich auf ihnen ausruhen, die Aussicht genießen und die Bewegung des Wassers erfahren. Das Kulturjournal stellt Architekt*innen aus Amsterdam, Kopenhagen und Melbourne vor, die "Floating Islands" bauen und damit neue Flächen im Meer erschließen.

Kultursommer Special: NDR auf Kampnagel

Knapp eine Woche, vom 10. bis zum 15. August, bespielen Künstler*innen aus Hamburg und Umgebung die Open Air-Bühnen des Kampnagelgartens: Musik in all ihren Formen - von Indie-Pop bis Jazz, von Elektro bis Klassik. Mit dabei ist die in Hamburg lebende Sängerin Sophia Kennedy. Mit ihrem neuen Album "Monsters" setzt sie Maßstäbe für zeitgemäße, kreative und spielerische Popmusik mit internationalem Flair. Kennedy ist am Donnerstag, 12. August, ab 20 Uhr auch hier im Videostream auf www.ndr.de und über Facebook zu erleben. Neben Sophia Kennedy treten beim Kultursommer Special u.a. das Kaiser Quartett auf und Akademist*innen des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Das Kultursommer Special beim Internationen Sommerfestival auf Kampnagel wird präsentiert vom NDR und von der ZEIT-Stiftung.

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Kind mit Seifenblasen beim Kultursommer Special © NDR.de Foto: Jennifer Philipp

Kultursommer Special auf Kampnagel: Der Überblick

Das Kultursommer Special auf Kampnagel hat unter freiem Himmel viele regionale Kulturschaffende sechs Tage lang präsentiert. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile