Kulturjournal

Montag, 17. Mai 2021, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 21. Mai 2021, 02:15 bis 02:45 Uhr

Ausgebremst und einsam: Jugendliche in der Corona-Zeit

Keine Treffen mit Freund*innen, kein regelmäßiger Schulunterricht. Kein Sport-Training, keine Musikproben. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie treffen Jugendliche hart. Wie sehr viele von ihnen darunter leiden, wurde lange in der öffentlichen Diskussion kaum berücksichtigt. Dabei hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung erforscht, dass 61 Prozent der befragten jungen Menschen "sich teilweise oder dauerhaft einsam fühlen". 64 Prozent gaben an "zum Teil oder voll" psychisch belastet zu sein. Zwei Hamburger Projekte wollen deshalb auf die Lage der Jugendlichen aufmerksam machen, auf Einsamkeit, Ängste oder Frustration: Die Fotografin Rebecca Hoppé hat das Projekt "Jugend im Lockdown" initiiert. Die Lehrerin Hann-Katrin Schade, von der Max-Brauer-Schule Hamburg, hat mit Schüler*innen Gedichte geschrieben und Videos gedreht. Das Kulturjournal hat die beiden Frauen und Jugendliche, die mitgemacht haben, getroffen. Offen sprechen sie über ihre Gefühle und Sorgen in der Corona-Zeit.

Männer, macht Platz! Für mehr Gleichberechtigung im Musikbusiness

Von wegen Gleichberechtigung! Die Musikbranche ist ein Herrenclub: Die Charts werden von Männern dominiert, auf Festivals treten fast nur Männer auf, in den Vorstandsetagen der großen Label sitzen ausschließlich Männer, ein Großteil der Kulturgelder, die vom Staat vergeben werden, gehen in männliche Hände. Frauen sind in allen Bereichen des Musikbusiness unterrepräsentiert. Wieso haben wir diese Ungerechtigkeiten im Jahre 2021 nicht schon längst überwunden? Das Kulturjournal spricht u.a. mit der Frauenband 24/7 Diva Heaven, der Singer/Songwriterin Alin Coen, der Rapperin Keke, der Sängerin Onejiru und mit Andrea Rothaug von Music Women Germany über den langen Weg zur Gleichberechtigung von Frauen in der Musikbranche: Männer, macht Platz!

Grenzen überwinden: Ulrike Folkerts schreibt ihre Autobiografie

Clever, lässig, unkonventionell: Lena Odenthal ist seit über 30 Jahren Kommissarin im Tatort-Einsatz, eine der dienstältesten und erfolgreichsten Ermittlerinnen der deutschen Fernsehgeschichte. Schauspielerin Ulrike Folkerts hat es mit dieser Rolle geschafft, das Frauenbild im TV-Krimi zu verändern, die taz schrieb sogar, sie habe mehr für die Frauenrollen im deutschen Fernsehen getan als irgendein Intendant. Jetzt hat Ulrike Folkerts - zu ihrem 60. Geburtstag am 14. Mai - ihre Autobiografie veröffentlicht: "Ich muss raus". Denn auch privat hat die Schauspielerin sich gegen Stereotypen gewehrt: Von klein auf war sie frech, unangepasst, sie wollte Grenzen sprengen, raus aus gängigen Kästchen und Klischees. In ihrem Buch schreibt sie offen über ihr Leben, auch über ihr Outing und über Sexismus in der Schauspielbranche. Das Kulturjournal stellt die Autobiografie von Ulrike Folkerts vor, anlässlich des "Deutschen Diversity Days" am 18. Mai, bei dem es um Vielfalt und Gleichstellung geht.

Was ist an Wilhelm Busch modern? Ein NDR-Abend mit Poetry-Slammer*innen und Zeichner*innen

Wilhelm Busch ist bis heute der bekannteste und beliebteste Comic-Autor der Deutschen. Wie Goethes "Faust" und Gretchen gehören "Max und Moritz", "Die Fromme Helene", Witwe Bolte und Lehrer Lämpel zum Kulturgut. Die Wirkung der Verse und Bildergeschichten von Wilhelm Busch reicht von tagesaktuellen Karikaturen bis hin zum Poetry-Slam. Der NDR hat im Rahmen der Programmreihe "Zeit für Kultur" Künstler*innen eingeladen, mit Bildern, Texten und Musik ihr Echo auf Wilhelm Busch zu gestalten: als Hommage, Persiflage, Neuinterpretation oder Kritik. Mit dabei: Comic-Zeichner Mawil, Träger des Wilhelm-Busch-Preises 2021, die Comic-Zeichnerin und Illustratorin Line Hoven, die Beatboxcrew 4xSample, sechs Poetry-Slammer*innen und die "alten" Wilhelm-Busch-Fans Wigald Boning und Jürgen Becker. "Wilhelm Busch und seine Erben" ist zu sehen am Samstag, den 22. Mai um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen. Im Anschluss wird die Dokumentation "Deutsche Lebensläufe - Wilhelm Busch" gesendet und ab 22.30 Uhr die Graphic Opera "Weiße Rose". 

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile

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