Kulturjournal

Montag, 30. November 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr

Islamismus an Schulen: Wie steht es um die Meinungsfreiheit?

Ein Porträt des getöteten Lehrers Samuel Paty steht auf einer Staffelei vor dem Pariser Palais Bourbon, dem Sitz des Unterhauses des Parlaments. © AP/dpa Foto: Foto: Lewis Joly
Der französische Lehrer Samuel Paty wurde ermordet, weil er seinen Schülern Mohamed-Karikaturen zeigte.

Am 16. Oktober diesen Jahres ist der französische Lehrer Samuel Paty auf offener Straße enthauptet worden. Er hatte in seinem Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit die Mohamed-Karikaturen verwendet, den Schülern dabei freigestellt, den Klassenraum zu verlassen oder den Blick abzuwenden. Die Ermordung ist für Experten kein Zufall. Denn schon lange fühlen sich Lehrkräfte in Frankreich von Islamisten eingeschüchtert. Wie sieht es in Deutschland aus? Hierzulande, so Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sei man von französischen Verhältnissen noch weit entfernt. Aber es mehren sich Anzeichen, dass es zu massiven Einflussnahmen auf Lehrerinnen und Lehrer kommt. Das reicht von Versuchen den Essensplan zu beeinflussen bis hin zu Versuchen, Unterrichtsgegenstände für Tabu zu erklären. Darunter das Thema Israel oder auch die Evolutionslehre. Wir sprechen mit einem Schulleiter, dem Präsidenten des Lehrerverbandes und dem Psychologen Ahmad Mansour, der sich mit Projekten gegen Radikalisierung beschäftigt, über die Gründe und die Mittel dagegen.

Flucht aus dem muslimischen Glauben: Die Autobiografie von Amed Sherwan

Amed Sherwan © Florian Chefai
Amed Sherwan wuchs in einer streng muslimischen Familie auf.

Es ist eine ungewöhnliche Fluchtgeschichte: Amed Sherwan musste seine Heimat Nordirak nicht wegen Krieg, Terror oder einer Naturkatastrophe verlassen. Er floh, nur weil er nicht mehr an den Islam glaubte und das öffentlich bekannte. Sherwan wuchs in einer streng muslimischen Familie auf, aber als Jugendlicher bekam er Zweifel an der Religion. Zum Test, ob Allah ihn bestrafen würde, zündete er mit 14 Jahren sogar den Koran an. Als er seine Abkehr von der Religion auf Facebook verkündete, ließ sein Vater ihn verhaften: Amed wurde gefoltert und musste ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung flüchtete er, denn ein Leben im Irak als "Kafir", als "Ungläubiger", war nicht mehr möglich. Inzwischen wohnt Amed Sherwan in Flensburg und engagiert sich für Diversity. Seine Geschichte erzählt er in dem Buch "Kafir - Allah sei Dank bin ich Atheist".

Hand in Hand für Norddeutschland - Mitmachzirkus ABRAX KADABRAX für benachteiligte Kinder

Ein rot-gelbes Zirkuszelt, darin lernen Kinder Akrobatik, Jonglage, Luftartistik und Balance. Es ist ein Ort der Freude, mitten im Osdorfer Born, einer Großwohnsiedlung in Hamburg, wo viele Kinder in Armut leben, vernachlässigt werden und kaum Freizeitangebote haben. Doch ABRAX KADABRAX bietet jedes Jahr über 1000 Kindern und Jugendlichen Ablenkung. Der Zirkus macht die Kinder vom Osdorfer Born stolz und das Publikum lacht, staunt und applaudiert. Im Rahmen der Spendenaktion "Hand in Hand für Norddeutschland" des NDR wird auch für dieses so wichtige Angebot für Kinder in Coronazeiten gesammelt.

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Hand in Hand für Norddeutschland

NDR Benefizaktion "Hand in Hand für Norddeutschland"

Die jährliche Programmaktion widmet sich den Menschen in unserer Gesellschaft, die Hilfe und Unterstützung brauchen. mehr

Vom Wiederaufbau zur Studentenrevolte: Der neuen Roman von Christian Berkel

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Christian Berkel: "Ada" (Cover) ©  Ullstein

Zweiter Teil von Christian Berkels Familiengeschichte: "Ada"

"Ada" ist ein Buch, das nicht mit der Last deutscher Geschichte erdrückt. Berkel schreibt bereits am nächsten Band. mehr

Noch so ein schreibender Promi? Weit gefehlt. Christian Berkel ist Schauspieler und gleichzeitig ein guter Schriftsteller. In seinem ersten Roman "Der Apfelbaum" hatte er die Geschichte seiner deutsch-jüdischen Familie erzählt und einen Bestseller gelandet. Jetzt hat er die Fortsetzung veröffentlicht: "Ada", geschrieben aus der Perspektive einer Frau, einer für den Roman erfundenen Schwester. Sie wächst auf im Schweigen der 1950er-Jahre, begehrt auf in den Sechzigern: Rolling Stones, Drogen, Studentenrevolte. Es ist die Geschichte einer Frau auf der Suche nach einem besseren Leben und nach ihrer wirklichen Identität zwischen Judentum und Christentum. Gleichzeitig ist "Ada" ein starker Roman über die deutsche Nachkriegszeit, die bis ins Heute nachwirkt.

Redaktionsleiter/in
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Moderation
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