Kulturjournal

Montag, 30. November 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr

Islamismus an Schulen: Wie steht es um die Meinungsfreiheit?

Video
Der Gesetzestext des Artikels 5 des Grundgesetzes zur Meinungs- und Pressefreiheit befindet sich auf einer Glasscheibe am Jakob-Kaiser-Haus in Berlin-Mitte. © (c) dpa Foto: Sascha Steinach
6 Min

Islamismus: Wie steht es um die Meinungsfreiheit an Schulen?

In Frankreich leiden Lehrer unter dem zunehmenden Einfluss des Islamsismus auf den Unterricht. Wie ist das in Deutschland? 6 Min

Am 16. Oktober dieses Jahres ist der französische Lehrer Samuel Paty auf offener Straße enthauptet worden. Er hatte in seinem Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit die Mohammed-Karikaturen verwendet, den Schülern dabei freigestellt, den Klassenraum zu verlassen oder den Blick abzuwenden. Die Ermordung ist für Experten kein Zufall. Denn schon lange fühlen sich Lehrkräfte in Frankreich von Islamisten eingeschüchtert. Wie sieht es in Deutschland aus? Hierzulande, so Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sei man von französischen Verhältnissen noch weit entfernt. Aber es mehren sich Anzeichen, dass es zu massiven Einflussnahmen auf Lehrerinnen und Lehrer kommt. Das reicht von Versuchen den Essensplan zu beeinflussen bis hin zu Versuchen, Unterrichtsgegenstände für Tabu zu erklären. Darunter das Thema Israel oder auch die Evolutionslehre. Wir sprechen mit einem Schulleiter, dem Präsidenten des Lehrerverbandes und dem Psychologen Ahmad Mansour, der sich mit Projekten gegen Radikalisierung beschäftigt, über die Gründe und die Mittel dagegen.

Weitere Informationen
Ahmad Mansour © dpa Foto: Kappeler
22 Min

Ahmad Mansour: "Es gibt viele Faktoren der Einschüchterung"

Seit dem Mord an dem Lehrer Samuel Paty wird auch an deutschen Schulen diskutiert. Ein Interview mit Ahmad Mansour. 22 Min

Mara Sommerhoff. © NDR
17 Min

Mara Sommerhoff: "Es geht ums Zuhören"

Bei den Schweigeminuten für den ermordeten Lehrer Samuel Paty gab es teilweise Widerspruch von muslimischen Schüler*innen in Deutschland. Die Hamburger Religionslehrerin Mara Sommerhoff erklärt, warum sie darin kein Warnsignal sieht. 17 Min

Flucht aus dem Islam: Die Autobiografie von Amed Sherwan

Video
Cover des Buch" Kafir - Allah sei Dank bin ich Atheist". © Maja Bechert
5 Min

Autobiografie: Wie Amed Sherwan aus dem Islam floh

Amed Sherwan wuchs in einer streng religiösen Familie auf. Als er sich vom Glauben abkehrte, wurde er verhaftet. 5 Min

Es ist eine ungewöhnliche Fluchtgeschichte: Amed Sherwan musste seine Heimat Nordirak nicht wegen Krieg, Terror oder einer Naturkatastrophe verlassen. Er floh, nur weil er nicht mehr an den Islam glaubte und das öffentlich bekannte. Sherwan wuchs in einer streng muslimischen Familie auf, aber als Jugendlicher bekam er Zweifel an der Religion. Zum Test, ob Allah ihn bestrafen würde, zündete er mit 14 Jahren sogar den Koran an. Als er seine Abkehr von der Religion auf Facebook verkündete, ließ sein Vater ihn verhaften: Amed wurde gefoltert und musste ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung flüchtete er, denn ein Leben im Irak als "Kafir", als "Ungläubiger", war nicht mehr möglich. Inzwischen wohnt Amed Sherwan in Flensburg und engagiert sich für Diversity. Seine Geschichte erzählt er in dem Buch "Kafir - Allah sei Dank bin ich Atheist".

"Hand in Hand für Norddeutschland": Mitmachzirkus ABRAX KADABRAX für benachteiligte Kinder

Weitere Informationen
Ein Junge hängt an einem Trapez, eine Frau steht darunter und gibt ihm Hilfestellung. © NDR/Gesa Berg

Abrax Kadabrax: Ein sozialer Zirkus für alle

Für viele Hamburger Kinder im Osdorfer Born ist die Zirkusschule die einzige Freizeitaktivität der Woche. mehr

Ein rot-gelbes Zirkuszelt, darin lernen Kinder Akrobatik, Jonglage, Luftartistik und Balance. Es ist ein Ort der Freude, mitten im Osdorfer Born, einer Großwohnsiedlung in Hamburg, wo viele Kinder in Armut leben, vernachlässigt werden und kaum Freizeitangebote haben. Doch ABRAX KADABRAX bietet jedes Jahr über 1000 Kindern und Jugendlichen Ablenkung. Der Zirkus macht die Kinder vom Osdorfer Born stolz und das Publikum lacht, staunt und applaudiert. Im Rahmen der Spendenaktion "Hand in Hand für Norddeutschland" des NDR wird auch für dieses so wichtige Angebot für Kinder in Coronazeiten gesammelt.

Weitere Informationen
Hand in Hand für Norddeutschland

NDR Benefizaktion "Hand in Hand für Norddeutschland"

Die NDR Benefizaktion "Hand in Hand für Norddeutschland" widmet sich Kindern in unserer Gesellschaft, die Hilfe brauchen. mehr

"Ada": Der neue Roman von Christian Berkel

Weitere Informationen
Christian Berkel: "Ada" (Cover) ©  Ullstein

Zweiter Teil von Christian Berkels Familiengeschichte: "Ada"

"Ada" ist ein Buch, das nicht mit der Last deutscher Geschichte erdrückt. Berkel schreibt bereits am nächsten Band. mehr

Noch so ein schreibender Promi? Weit gefehlt. Christian Berkel ist Schauspieler und gleichzeitig ein guter Schriftsteller. In seinem ersten Roman "Der Apfelbaum" hatte er die Geschichte seiner deutsch-jüdischen Familie erzählt und einen Bestseller gelandet. Jetzt hat er die Fortsetzung veröffentlicht: "Ada", geschrieben aus der Perspektive einer Frau, einer für den Roman erfundenen Schwester. Sie wächst auf im Schweigen der 1950er-Jahre, begehrt auf in den Sechzigern: Rolling Stones, Drogen, Studentenrevolte. Es ist die Geschichte einer Frau auf der Suche nach einem besseren Leben und nach ihrer wirklichen Identität zwischen Judentum und Christentum. Gleichzeitig ist "Ada" ein starker Roman über die deutsche Nachkriegszeit, die bis ins Heute nachwirkt.

"Die verlorene Schwester": Das Schicksal von Elfriede Remarque 

Beide stammen aus Osnabrück. Über den einen weiß man viel, über die andere wenig. Der eine ist noch heute als Autor bekannt: Erich Maria Remarque schrieb den Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues", floh vor den Nazis und hatte auch im Exil Erfolg. Und die andere, seine jüngere Schwester Elfriede, wurde 1943 in Berlin wegen Wehrkraftzersetzung hingerichtet. Über sie weiß man bis heute wenig und doch gleicht sie ihrem Bruder in ihrer Furchtlosigkeit, offen ihre Meinung zu äußern: gegen den Krieg und den nationalsozialistischen Terror. Erstmals werden jetzt die beiden Lebenswege von Elfriede und Erich Maria Remarque in einer Doppelbiografie von Heinrich Thies "Die verlorene Schwester" zusammen erzählt. Das Kulturjournal begibt sich mit dem Autor auf Spurensuche in Osnabrück.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile

JETZT IM NDR FERNSEHEN

mareTV 21:00 bis 21:45 Uhr