Kulturjournal

Montag, 23. November 2020, 23:15 bis 23:45 Uhr

Aufregung um ein Sternchen: Wie sinnvoll ist der Genderstern?

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Ein Zettel, auf dem das Wort "Gendersternchen" steht liegt auf rosa Untergrund.  Foto: Sascha Steinach
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Gleichstellung: Wie sinnvoll ist das Gendersternchen?

Das Gendersternchen soll alle Geschlechter und Identitäten sichtbar und hörbar machen. Doch ist es das geeignete Mittel? 6 Min

Gendern oder nicht gendern? Sternchen oder kein Sternchen? Darüber wird gerade heiß diskutiert. Denn das Gendersternchen hält langsam immer mehr Einzug in die deutsche Sprache. Auch immer mehr Moderatorinnen oder Moderatoren nutzen es. Dann heißt es in den Nachrichten im Radio oder Fernsehen zum Beispiel nicht mehr: die Wähler, sondern die Wähler*innen - samt Miniatur-Pause, die das Sternchen verdeutlichen soll. Und dieses Sternchen soll in Personenbezeichnungen neben männlichen und weiblichen auch andere Geschlechter und Geschlechtsidentitäten sichtbar oder hörbar machen. Doch ist das Sternchen das geeignete Mittel? Die Gesellschaft für deutsche Sprache beispielsweise spricht sich gegen die Verwendung aus, moniert zum Beispiel, dass beim Ignorieren der Genderpause nur noch die weibliche Form gesprochen wird, was dann wiederum auch nicht genderneutral ist. Luise F. Pusch, Begründerin der feministischen Linguistik, würde am liebsten nur noch die weibliche Form benutzen. Generisches Femininum statt generischem Maskulinum. Wo es früher zum Beispiel "die Schüler" hieß, soll es jetzt einfach "die Schülerinnen" heißen und damit eben auch die männlichen Schüler gemeint sein. Die Schriftstellerin Nele Pollatschek dagegen möchte gar nicht Schriftstellerin, sondern lieber nur Schriftsteller genannt werden. Warum? Wir sprechen mit allen über ein kleines Sternchen, das für viel Diskussion sorgt.

Birte Rassmus hält das Wort "Kieler*in" in die Höhe. © NDR Foto: Christiane Zwick
AUDIO: Gendersternchen und Mohrenkopf - Wie fair muss unsere Sprache sein? (25 Min)

Kultur trotz Corona: Wie kommen die Galerien durch die Pandemie?

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In der Kestnergesellschaft in Hannover liegt eine neun Meter große Skulptur, die aus Überresten der Kuppel des Anzeiger-Hochhauses gefertigt wurde, der Künstlerin Katinka Bock. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
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Corona: Wie kommen die Galerien durch die Pandemie?

Wie sehr beeinflusst Corona das Geschäft der Kunstgalerien? Das Kulturjournal hat sich in Hannover umgehört. 5 Min

Keine Vernissagen, keine Kunstmessen und kaum Publikumsverkehr. Die Hygienevorschriften treffen die privaten Kunstgalerien. Doch immerhin dürfen sie noch öffnen, während die Museen im "Lockdown light" schließen mussten. Wie sehr beeinflusst Corona das Geschäft, und wie kommen die Galerien durch die Pandemie? Das Kulturjournal hat sich in der Szene in Hannover umgehört.

Flucht als Menschheitsgeschichte: NDR Kultur Sachbuchpreis für Andreas Kossert

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Das Cover von Andreas Kosserts "Flucht. Eine Menschheitsgeschichte" © Siedler

Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis: "Flucht"

In "Flucht" schreibt der Historiker Andreas Kossert über Erfahrungen von Flüchtlingen als Akteure der Weltgeschichte. mehr

Schon in der Bibel gab es Flucht und Vertreibung. Und tatsächlich zieht sich der Verlust der Heimat durch die Geschichte der Menschheit. Die Erfahrungen der Betroffenen sind ähnlich, die Gründe für die Flucht auch: Sie sind politisch, ethnisch, religiös. Und wenn die Menschen dann in Sicherheit sind, heißt das noch lange nicht, dass sie angekommen sind. Denn es zeigt sich, dass Willkommenskultur die historische Ausnahme ist. Andreas Kossert hat eine brillante Erzählung über das Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen geschrieben: "Flucht. Eine Menschheitsgeschichte", für die er jetzt mit dem diesjährigen NDR Kultur Sachbuchpreis geehrt wird. Erstmals wird der Preis zwei Mal vergeben: neben Kossert wird auch noch Caroline Criado-Perez für ihr Buch "Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert" ausgezeichnet. (Preisverleihung am 24.11., ab 19 Uhr live im Stream unter NDR.de/NDRkultur oder im Radio bei NDR Kultur.)

Legaler Tausch oder ominöses Geschäft? Museumsdetektive untersuchen deutsch-deutschen Kunsthandel

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Das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. © dpa-Bildfunk Foto: Carmen Jaspersen

Deutsch-deutscher Kunsthandel: Legal oder ominös?

Zwei Schreibmaschinen und ein Diaprojektor - das war der Tauschwert für ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert. Ein legales Geschäft? mehr

Zwei Kugelkopfschreibmaschinen und ein Diaprojektor - das war der Tauschwert für ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert von Willem Gruyter. In den siebziger Jahren ging das Bild, das die Geestemündung zeigt, vom Schifffahrtsmuseum Rostock in den Bestand des Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Kunst gegen Sachwerte, deutsch-deutscher Kunsthandel möchte man meinen. War der Handel legal - oder doch Abzocke des Westens angesichts des aus heutiger Sicht so geringen Tauschwerts? Und wie gelangte das Bild von der DDR in die BRD? Die Museumsdetektive untersuchen die Hintergründe des ominösen Tauschgeschäftes und arbeiten dabei auch ein Stück Zeigeschichte auf.

"Der Norden schreibt": Eine literarische Reise mit Julia Westlake

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Julia Westlake © NDR

Der Norden schreibt

Julia Westlake trifft Dörte Hansen, Jan Brandt, Karen Köhler und Helga Schubert - und ihre Bücher. mehr

Welche Themen beschäftigen die Autor*innen im Norden? Worüber schreiben sie? Welche Rolle spielt Norddeutschland in ihren Werken? Und was bedeutet Heimat für sie? Zu den NDR Büchertagen spricht Julia Westlake mit vier ganz unterschiedlichen Autor*innen aus den vier norddeutschen Bundesländern: In Husum (Schleswig-Holstein) trifft sie Dörte Hansen ("Altes Land", "Mittagsstunde"), die sich literarisch mit dem Landleben und dem Strukturwandel der Dörfer beschäftigt hat. In Alt Meteln (Mecklenburg-Vorpommern) besucht die Moderatorin Helga Schubert: Die 80-jährige Autorin wurde für ihren Text "Vom Aufstehen" in diesem Jahr mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. In Leer (Niedersachsen) besuchen Julia Westlake und Schriftsteller Jan Brandt ("Gegen die Welt", "Ein Haus auf dem Land. Eine Wohnung in der Stadt") das Schloss Evenburg. In Hamburg spricht Julia Westlake mit der Schriftstellerin Karen Köhler. In ihrem Roman "Miroloi" geht es u.a. um Gleichberechtigung und Emanzipation.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile