Kulturjournal

Montag, 12. Oktober 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr

Die Grundlage unseres Lebens: Der Dokumentarfilm "Unser Boden, unser Erbe"

Nur noch 60 Ernten hat die Welt vor sich. Dann sind unsere Böden so ausgelaugt, dass wir nichts mehr darauf anbauen können. So die Vereinten Nationen. Der Film "Unser Boden, unser Erbe" richtet den Blick auf genau die dünne Schicht Erde. Nur um zehn Zentimeter fruchtbare Erde zu bilden, braucht unser Planet 10.000 Jahre. Und wir gehen damit so sorglos um, als wäre die Ressource Boden unerschöpflich. Doch das ist sie eben nicht. Was also tun? Das Kulturjournal über einen Film, der deutlich macht, wie wir alle für die Fruchtbarkeit unserer Böden verantwortlich sind (seit 8. Oktober im Kino).

Starkregen und Dürrephasen: Wie der Klimawandel Städte herausfordert

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Eine junge Frau fährt mit dem Fahrrad durch eine überschwemmte Straße, denn das Wasser kann nirgends ablaufen.
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Klimawandel fordert Städte heraus

Die Wetterextreme nehmen zu - auch bei uns im Norden: Die Sommer werden heißer, die Regen stärker, die Winde mehr. Was heißt das für den Städtebau, für die Nachverdichtung, weil Wohnungen fehlen? 6 Min

Die Wetterextreme nehmen zu - auch bei uns im Norden: Die Sommer werden heißer, die Regen stärker, die Winde mehr. Was heißt das für den Städtebau, für die Nachverdichtung, weil Wohnungen fehlen? Werden wir es uns in Zukunft leisten können, so viele Flächen zu versiegeln, sodass Wasser nicht mehr ablaufen kann und kanalisiert werden muss? Wo und wie kann Wasser gebunden werden - und bestenfalls auch nutzbar gemacht werden? Das Kulturjournal fragt in seiner Reihe "Stadt, Land, Haus": Wie sehr fordert der Klimawandel unsere Städte heraus?

Auf den Spuren eines NS-Verbrechers: Der Roman "Johanns Bruder"

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Stephan Lohse: "Johanns Bruder" © Suhrkamp

NDR Buch des Monats: "Johanns Bruder" von Stephan Lohse

Das Buch handelt von einem ungleichen Brüderpaar auf der Reise durch die niedersächsische Provinz - und durch die NS-Vergangenheit. mehr

Mehr als zwanzig Jahre haben die Brüder sich nicht gesehen, dann treffen sie sich erstmals wieder - in einer psychiatrischen Klinik in Celle: Paul hat in einem Dorf in der Nähe 17 Hühnern den Kopf abgeschlagen, Johann wird als nächster Angehöriger informiert. Warum dieses Hühner-Massaker? Es hat mit Adolf Eichmann zu tun, einem der Hauptverantwortlichen des Holocausts. Der lebte nach dem Zweiten Weltkrieg einige Jahre in diesem Dorf versteckt als Hühnerzüchter. Paul ist besessen von den Verbrechen des Nationalsozialismus und überredet seinen Bruder nun zu einer Recherchereise. Auf der gemeinsamen Tour setzen die beiden sich auch mit ihrer eigenen Herkunft auseinander. Schriftsteller Stephan Lohse verbindet in seinem neuen Roman gekonnt die Geschichte einer dysfunktionalen Familie. "Johanns Bruder" ist ein faszinierender vielschichtiger Roman unser NDR Buch des Monats im Oktober.

Deutscher Buchpreis für Anne Weber

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Sechs Bücher stehen nebeneinander © vntr.media

Deutscher Buchpreis 2020 für Anne Weber

Der Deutsche Buchpreis geht dieses Jahr an Anne Weber. Insgesamt sechs Romane hatten es auf die sogenannte Shortlist geschafft. mehr

187 Romane wurden eingereicht für den Deutschen Buchpreis, jetzt stehen nur noch sechs davon auf der Shortlist: Die Bücher von Bov Bjerg, Dorothee Elmiger, Thomas Hettche, Deniz Ohde, Anne Weber und Christine Wunnicke. Der Preis, der mit 25.000 Euro für den Sieger und je 2.500 Euro für die anderen fünf Autorinnen und Autoren der Shortlist dotiert ist, gehört zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen in Deutschland. Die bisherigen Gewinner haben es fast alle durch den Preis auf die Bestsellerliste geschafft. Am 12. Oktober wurde der Deutsche Buchpreis verliehen: an Anne Weber für "Annette, ein Heldinnenepos". Das Kulturjournal stellt den prämierten Roman vor.

Der Erfinder des deutschen Schlagers: Autobiografie von Ralph Siegel

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Ralph Siegel im Interview mit dem Kulturjournal am 12.10.2020.
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Ralph Siegel: Erfinder des deutschen Schlagers

Der Eurovision Song Contest ohne Ralph Siegel? Lange undenkbar. Inzwischen klingt populäre Musik etwas anders, aber der Münchner Hitproduzent hat immer noch tolle Ideen. 5 Min

Lang sah es ja so aus, als sei der Eurovision Song Contest ohne Ralph Siegel überhaupt nicht denkbar. Inzwischen klingt populäre Musik etwas anders, aber der Müncher Hitproduzent hat immer noch supertolle Ideen! Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag legt Ralph Siegel jetzt seine Autobiografie vor: "Mehr als ein bisschen Frieden". Das Kulturjournal besucht den "Mr. Grand Prix" zu Hause und lässt sich von ihm die Wendepunkte und prägenden Momente seines Lebens erzählen.

Mehr als nur Modefotografie: Die Fotos von Peter Lindbergh

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Peter Lindbergh im Dunkel im Halbprofil. © Stefan Rappo
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"Untold Stories": Werke von Peter Lindbergh

In den 90er-Jahren prägte Peter Lindbergh die Ära der "Supermodels". Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zeigt in einer Ausstellung 140 Arbeiten des Fotografen. 4 Min

Kate Moss, Linda Evangelista, Naomi Campbell - Peter Lindbergh hat sie alle vor der Kamera gehabt. In den 90er Jahren prägte er die Ära der "Supermodels" und wurde weltweit zum führenden Fotografen. Dabei hatte er seine ganz eigene Vorstellung von Schönheit. Die Models sollten bei den Shootings vor allem eins sein: ganz sie selbst. Wie kein anderer schaffte er es, nahe an sie heranzukommen und ein Stück ihrer Seele sichtbar zu machen. Peter Lindbergh, der mit seinen Bildern die Schönheitsstandards in der Modefotografie neu definierte, war davon überzeugt, dass die Modefotografie mehr ist als die Präsentation von Mode. Dass sein Werk viel mehr umfasst als Mode, ist jetzt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen: "Untold Stories" (bis 1. November). Gezeigt werden rund 140 Arbeiten, viele davon zum ersten Mal. Peter Lindbergh hat die Schau, die zuerst im Kunstpalast Düsseldorf gezeigt wurde, selbst kuratiert, ihre Fertigstellung aber nicht mehr erlebt. Am 3. September 2019 ist er mit 74 Jahren in Paris gestorben. 

"Der Norden liest": Start der Herbsttour

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Carmen Korn, Achim Reichel, Daniel Kehlmann © Charlotte Schreiber, Hinrich Franck / Matti Klatt, Beowulf Sheehan Foto: Charlotte Schreiber, Hinrich Franck / Matti Klatt, Beowulf Sheehan

Das war die Herbsttour "Der Norden liest" 2020

Das NDR Kulturjournal und NDR Kultur war auch in diesem Jahr wieder auf Lesereise durch Norddeutschland. Im Gepäck hatten wir spannende Gäste wie Daniel Kehlmann, Achim Reichel, Carmen Korn und Uwe Timm. mehr

Auch in diesem Jahr geht das Kulturjournal auf Lesereise: Am 15. Oktober startet die Herbsttour von "Der Norden liest" mit Carmen Korn in Hamburg-Bergedorf. Auch Literatur-Stars Daniel Kehlmann und Uwe Timm, Musiker Achim Reichel und junge Autorinnen und Autoren wie Olivia Wenzel und Leif Randt sind in diesem Herbst dabei. Die Lesetour von Kulturjournal und NDR Kultur führt durch zehn norddeutsche Orte, von Kiel über Stralsund bis nach Göttingen, und endet am 10. Dezember in Hannover. Thematisch geht es noch weit darüber hinaus: vom Nordpol bis nach Paraguay, von der Nachkriegszeit und den Swinging Sixties bis ganz gegenwärtig ins Herz der Pandemie. Alle Lesungen werden im Internet gestreamt auf ndr.de/dernordenliest.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile