Kulturjournal

Montag, 17. August 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 21. August 2020, 02:05 bis 02:45 Uhr

"Wieso steht das da? Giganten am Meer" - Das neue Kurzentrum auf Sylt

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Das Kurzentrum in Westerland auf Sylt © dpa- Report Foto: Kurt Scholz
10 Min

Giganten am Meer: Das neue Kurzentrum auf Sylt

Das Kurzentrum thront auf der Promenade von Westerland und gibt ihr ein Gesicht. Ein schönes? Darüber lässt sich streiten. Das Kulturjournal erzählt die Geschichte dieses Giganten. 10 Min

Einst standen hier schmucke kleine Häuser, nun drei Apartmentblocks mit über 500 Wohnungen. Immerhin: direkt am Meer in Westerland auf Sylt. Das sogenannte neue Kurzentrum prägt den Ort, es thront quasi über der Promenade und gibt ihr ein Gesicht. Ein hübsches? Darüber lässt sich trefflich streiten. Der Grundstein dafür wurde 1966 gelegt. Drei Jahre später war der Gigant am Meer fertig. Die dafür zuständige Stuttgarter Baufirma Bense wollte nach dem Erfolg mit dem Kurzentrum noch höher hinaus. Das Hotel "Atlantis" sollte mit 100 Metern Höhe das größte Gebäude der Insel werden. 33 Stockwerke, 3.000 Betten, 1.500 Parkplätze in der Tiefgarage. Ein noch größerer Gigant. Doch gegen den formierte sich eine Bürgerinitiative, die schließlich mit Hilfe des Landes Schleswig-Holstein den Bau verhindern konnte. Das Kulturjournal erzählt in der dreiteiligen Reihe "Wieso steht das da? - Giganten am Meer" die Geschichte des Kurzentrums auf Sylt und wie in Westerland fast noch ein weiterer Gigant entstanden wäre. In den anderen beiden Folgen in den darauffolgenden Wochen widmen wir uns einmal dem vom dänischen Architekten Arne Jacobsen geplanten Ferienzentrum auf Fehmarn und dem Hotel "Maritim" in Travemünde. 

Wie G20 eine Familie veränderte - Katrin Seddigs Roman "Sicherheitszone"

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Cover des Buchs "Sicherheitszone" von Katrin Seddig © Rowohlt Berlin

Hamburger Autorin Katrin Seddig erhält Hubert-Fichte-Preis

Die Hamburger Autorin Katrin Seddig erhält den Hubert-Fichte-Preis 2020. Sie aktueller Roman "Sicherheitszone" war das NDR Buch des Monats August. mehr

Es sollte ein friedlicher Gipfel werden, so kündigten die Verantwortlichen im Vorfeld an. Gekommen ist es anders: Beim G-20-Gipfel in Hamburg 2017 gab es schwere Krawalle und Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten. Besonders umstritten war die Auflösung der Demonstration "Welcome to Hell". Schriftstellerin Katrin Seddig hat die Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Kritikern zum Thema ihres neuen Romans "Sicherheitszone" gemacht. Sie beschreibt den Gipfel aus der Perspektive einer Familie, die ohnehin schon auseinanderbricht: Der Vater hat eine Geliebte und ist ausgezogen, die Mutter sucht einen Neuanfang im Leben und die Geschwister haben sich voneinander entfremdet. Denn der Sohn ist Polizist, bereitet sich auf seinen Einsatz beim Gipfel vor, die Tochter engagiert sich bei "Jugend gegen G 20". Am Beispiel dieser Familie erzählt Katrin Seddig von den verschiedenen Fronten in unserer Gesellschaft, sie zeigt alle Seiten mit ihren jeweiligen Widersprüchen und blinden Flecken. "Sicherheitszone" (Rowohlt Berlin) ist ein großer Familienroman und eine G-20-Geschichte zugleich - unser "NDR Buch des Monats".

Der Mann an der Harfe - Star-Musiker Xavier de Maistre

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Harfenist Xavier de Maistre © Gregor Hohenberg Foto: Gregor Hohenberg
5 Min

Xavier de Maistre: Der Mann an der Harfe

Der französische Harfenist Xavier de Maistre hat eine Solo-Karriere gewagt und ist weltbekannt geworden. Beim diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festival ist er "Porträtkünstler". 5 Min

Die Harfe ist nicht unbedingt das richtige Instrument, wenn man als Musiker eine Solo-Karriere machen will und auch das Standard-Repertoire ist für sie sehr begrenzt. Der französische Harfenist Xavier de Maistre hat es trotzdem versucht und Weltkarriere gemacht. Neben klassischen Kompositionen, wie zum Beispiel von Debussy oder Smetana, spielt er auch Flamenco oder zeitgenössische Musik. Beim diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festival ist er "Porträtkünstler". Wegen Corona mit weniger Auftritten als geplant, aber er spielt unter anderem mit dem Mahler Chamber Orchestra oder Daniel Hope. Am 29. August wird de Maistre in der Elbphilharmonie auftreten, im Oktober erscheint sein neues Album mit Rolando Villazón. Das Kulturjournal porträtiert den ungewöhnlichen Musiker.

Von Hamburg in den Syrienkrieg - Der Spielfilm "Nur ein Augenblick"

Seit Jahren sehen wir die Bilder der Kämpfe in Syrien und hören die Geschichten Geflüchteter. Doch trotzdem ist der Krieg für viele Menschen weit weg. Der Spielfilm "Nur ein Augenblick" schafft es, uns den Konflikt nahezubringen und er macht deutlich, warum ein Mensch zur Waffe greift. Im Mittelpunkt steht ein junger Syrer, der in Hamburg wohnt. Er führt hier ein normales Leben, studiert und hat eine Freundin, die schwanger ist. Doch dann erfährt er, dass sein Bruder in Syrien im Gefängnis ist. Er beschließt, ihn zu suchen und ist plötzlich mitten drin im Kriegsgeschehen. Und wir Zuschauer mit ihm. Regisseurin Randa Chahoud hat für ihren Film intensiv recherchiert, sie ist selbst Tochter eines Syrers und einer deutschen Politikwissenschaftlerin, beschäftigt sich seit Ausbruch des Bürgerkriegs intensiv mit dem Konflikt. Ihr Film "Nur ein Augenblick" kommt am 13. August ins Kino.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile