Kulturjournal

Montag, 18. Mai 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr

Kulturwandel durch Corona: Das Comeback des Autos

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Autos auf einer Straße © imago images/Jochen Tack Foto: Jochen Tack
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Wie verändert Corona unsere Mobilität?

Die Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln in hoch. So wird das eigene Auto in Zeiten von Corona zu einem Ort der Sicherheit. Hält uns Corona von der Mobilitätswende ab? 5 Min

Eigentlich waren wir doch auf dem Weg zur Mobilitätswende: Mehr öffentlicher Nahverkehr, mehr Car-Sharing und weniger Privat-Pkws. Doch dann kam Corona. Das eigene Auto - vor der Pandemie für viele ein Symbol für ökologischen Irrsinn - verheißt in Zeiten von Ansteckungsgefahr plötzlich Sicherheit. Bahnen und Busse hingegen sind potenziell eine Gefahrenzone, in der das Corona-Virus droht. Und wenn die Menschen im Sommer nicht in den Urlaub fliegen können, dann werden sie wahrscheinlich mit dem Auto fahren - ins Naherholungsgebiet oder an die See. Bremst Corona die Mobilitätswende aus? Erleben wir ein Comeback des Autos? Oder werden wir in Zukunft insgesamt viel weniger fahren und reisen? Das Kulturjournal spricht mit dem erklärten Gegner des privaten Pkw und Soziologen Andreas Knie darüber, wie Corona den Verkehr in Deutschland verändert.

Aus durch Corona? Kinos bangen um ihre Zukunft

Seit zwei Monaten sind die Kinos in Norddeutschland schon geschlossen, für viele Häuser geht das an die Existenz. Und das trifft große Ketten genauso wie die kleinen Arthouse-Häuser. Kosten für unter anderem Miete laufen weiter, Einnahmen fehlen. 17 Millionen Euro Verlust machen die Kinos in Deutschland jede Woche, so Christine Berg vom "Hauptverband Deutscher Filmtheater". Und auch die Aussicht auf Öffnung in einzelnen Bundesländern - zum Beispiel ab dem 18. Mai in Schleswig-Holstein - ist noch keine Lösung, denn mit Abstand und Hygiene-Maßnahmen funktioniert kein normaler Kinobetrieb wie vor Corona. Ein betroffenes Haus ist das "Casablanca-Kino" in Oldenburg, ein Familienunternehmen in zweiter Generation. Um die Verluste etwas abzufedern, betreibt das Casablanca jetzt ein Autokino in der Nähe von Oldenburg. Das Kulturjournal spricht mit Geschäftsführer Tobias Roßmann über die Kino-Krise durch Corona.

Vom Beatschuppen zum Club: Als die Disco in den Norden kam

Programm-Tipp
Zwei Männer montieren eine Discokugel an einer Decke. © NDR Foto: Screenshot

Als die Disco in den Norden kam

Durch Diskotheken ist die Freizeit von Generationen geprägt worden. Und Norddeutschland hat maßgeblich zum Erfolg dieser seinerzeit neuen "Tanzschuppen" beigetragen. mehr

Für viele Menschen ist die Disco Teil ihrer Jugend: Vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren gab es überall im Norden Diskotheken, in fast jedem Dorf. Anfangs waren sie noch Tanzlokale mit Livemusik, heutige Weltstars haben dort angefangen. Zum Beispiel die Scorpions in "Metas Musikschuppen" in Norddeich, einem der ältesten und damals berühmtesten Läden. Bei "Meta" hat Howard Carpendale seine Karriere begonnen, und auch Otto Waalkes hat dort mit 14 Jahren mit seiner Band gespielt. Den "Musikschuppen" gibt es noch immer, eine andere Diskothek kommt jetzt ins Museum: Das "Zum Sonnenstein" aus Harpstedt wurde Stein für Stein demontiert und soll nun im Museumsdorf Cloppenburg originalgetreu wieder aufgebaut werden. Damit wird die Diskothek erstmals zum wichtigen Kulturgut Norddeutschlands erklärt und wissenschaftlich erforscht. Die Dokumentation "Unsere Geschichte: Als die Disco in den Norden kam" zeigt die Entstehung und den Wandel der Diskotheken vom einfachen Auftrittsort für Tanzkapellen bis hin zum Techno-Tempel.

Von Inselbildern bis Großstadtleben: Der Künstler Rainer Fetting in Schloss Gottorf

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Der Künstler Rainer Fetting © picture alliance/Carsten Rehder/dpa Foto: Carsten Rehder
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Ausstellung: Rainer Fetting in Schloss Gottorf

Rainer Fetting zählt zu den wichtigsten deutschen Gegenwartskünstlern. Schloss Gottorf zeigt nun in einer umfassenden Retrospektive neben Gemälden auch Foto- und Filmarbeiten von ihm. 5 Min

Geboren in Wilhelmshaven, zieht es ihn immer wieder zum Wasser: Rainer Fetting. Er bannt die Wucht der Wellen in Bilder. Heute lebt der Künstler auf Sylt und in der Hauptstadt. Bekannt geworden ist er mit Stadtlandschaften: von Berlin, zu Mauerzeiten, in leuchtenden Farben gemalt oder Szenen aus der New Yorker Subkultur. Er war einer der jungen "Neuen Wilden" und zählt zu den wichtigsten deutschen Gegenwartskünstlern. Seine Bilder sind expressiv, monumental, seine Skulpturen ähnlich ausdrucksvoll. Seine Statue von Willy Brandt dürfte zum kollektiven Gedächtnis gehören: Sie steht im Atrium der SPD-Zentrale und ist in jeder Pressekonferenz von da zu sehen. Weniger bekannt sind seine Foto- oder Filmarbeiten. Teile davon sind jetzt ebenso in einer umfassenden Retrospektive in Schloss Gottorf zu sehen, wie Gemälde, Bronzen und Druckgrafik (19.5. bis 18.10.2020). Das Kulturjournal geht mit Rainer Fetting exklusiv durch die Ausstellung. 

Gegen die Fleischindustrie: Hilal Sezgin und ihr "Tierrechtsroman"

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Die Autorin Hilal Sezgin © picture alliance/ dpa Foto: Horst Galuschka
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"Feuerfieber": Neues Buch von Hilal Sezgin

Hilal Sezgin, die sich seit Jahren für Tierrechte einsetzt, hat einen Roman geschrieben: "Feuerfieber". Dieser erzählt allerdings nicht von den Grausamkeiten auf Schlachthöfen. 4 Min

Wieder einmal ist die Fleischindustrie in der Kritik: Zahlreiche Schlachthöfe sind zu Corona-Hotspots geworden, auch im Norden. Das Problem liegt im System, meint die Schriftstellerin Hilal Sezgin, die sich schon seit Jahren für Tierrechte einsetzt. Jetzt hat sie dazu einen Roman geschrieben: "Feuerfieber". Dabei geht es nicht so sehr darum, die bestehenden Grausamkeiten wieder und wieder zu beschreiben. Vielmehr sollen die Menschen, die gut über das Elend der Tiere informiert sind, ein paar vergnügliche Stunden beim Lesen haben. Das Kulturjournal besucht Hilal Sezgin auf ihrem "Lebenshof" für Tiere und spricht mit ihr über ihr unermüdliches Engagement für die Rechte der Tiere - und einen echten, uralten und feuerspukenden Drachen, der in ihrem neuen Buch auftaucht.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile

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