Kulturjournal

Montag, 04. Mai 2020, 23:05 bis 23:35 Uhr
Mittwoch, 06. Mai 2020, 02:00 bis 02:45 Uhr

Geschlossene Kitas: Was macht der Lockdown mit den Kleinsten?

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Ein kleines Kind mit einem Mundschutz vor dem Gesicht.
5 Min

Was macht der Shutdown mit den Kleinsten?

Seit Wochen sind die Kitas geschlossen. Kinder- und Jugendmediziner warnen, dass durch die Isolierung der Kinder deren körperliche, psychische und soziale Unversehrtheit gefährdet sei. 5 Min

Die norwegische Regierungschefin hielt extra eine Pressekonferenz nur für sie ab: für die Kinder. Eine halbe Stunde lang beantwortete sie die Fragen der Mädchen und Jungen zur Corona-Krise und dankte ihnen für ihre Mitwirkung. Schließlich könne sie nicht allein auf das Land achtgeben. Soweit Norwegen. Und in Deutschland? Hier hat man das Gefühl, dass gerade die Kleinsten, die Kita-Kinder, eins nicht haben: eine Lobby. Hieß es nicht vor der Corona-Krise, dass frühkindliche Bildung so wichtig sei? Nun scheinen die Kinder vor allem nur eins zu sein: ein Arbeitshindernis für ihre Eltern. Über die Bundesliga und wie sie wieder starten kann, wird seit Längerem oft und viel diskutiert, darüber, dass man den Kita-Kindern gerade mal fast ein halbes Jahr Bildung und soziale Kontakte stiehlt, hört man bedeutend weniger. Ein breites Bündnis aus Kinder- und Jugendmedizinern warnt, dass auf Dauer durch die Isolierung der Kinder deren körperliche, psychische und soziale Unversehrtheit gefährdet sei. Das Kulturjournal trifft zwei Familien und spricht mit dem niedersächsischen Kultusminister und einer Kinder- und Jugendmedizinerin darüber, was der Lockdown mit den Kleinsten macht.

Museumsbau für Nazi-Sympathisanten? Streit um die Kunststätte Bossard in Jesteburg

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Parkähnliche Anlage auf dem Bossard Gelände.
6 Min

Museumsbau für Nazi-Sympathisanten?

In Jesteburg soll der Künstler Johann Bossard durch die "Kunsthalle der Lüneburger Heide" geehrt werden. Doch es gibt Streit: Kritiker werfen ihm vor, dass er ein Nazi-Sympathisant und Antisemit war. 6 Min

Es soll ein Anziehungspunkt für Kunstfreunde aus ganz Deutschland werden. Mit einem Museumsneubau in Jesteburg in der Lüneburger Heide will man den Künstler Johann Bossard (1874–1950) endlich auch überregional bekannt machen. Bossard hatte dort eine Art Gesamtkunstwerk mit Wohnhaus, Kunsttempel und Garten geschaffen - in einem ganz eigenen Stil. Daneben soll nun ein knapp elf Millionen Euro teurer neuer Bau entstehen: die "Kunsthalle der Lüneburger Heide", Motto: Bossard neu denken. Doch es gibt Streit um das ehrgeizige Projekt: Erst protestierten Naturschützer, inzwischen geht es um die politische Gesinnung Bossards. Kritiker werfen ihm vor, dass er ein Nazi-Sympathisant, völkischer Nationalist und Antisemit war. Die Befürworter des Projekts verweisen darauf, dass er sich früh von den Ideen der Nationalsozialisten abgewendet habe. Doch noch 1938 schreibt Bossard in einem Reisebericht von "nationalsozialistischer Aufbauarbeit" und "unserem Führer". War Bossard Nationalsozialist? Darf man so einen umstrittenen Künstler mit einem Museumsneubau ehren? Sogar der Haushaltsausschuss des Bundestages hat eine Beteiligung von fünf Millionen Euro zugesagt. Das Kulturjournal über den Streit um Johann Bossard.

Angriff auf den Regionalkrimi: NDR Buch des Monats "SoKo Heidefieber"

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Gerhard Henschel: "SOKO Heidefieber. Ein regionaler Krimi" © Hoffmann und Campe

NDR Buch des Monats Mai: Grotesk und blutig bis zum Ende

Im neuen Buch von Gerhard Henschel geht es um einen Serienmörder, der es auf Autoren von Regionalkrimis abgesehen hat. Die Krimigroteske "SoKo Heidefieber" ist das NDR Buch des Monats. mehr

Ein Serienkiller geht um. Und er hat es auf ganz besondere Menschen abgehen: auf die Schriftsteller von Regionalkrimis. Mordend reist er durch ganz Deutschland, um die Autoren auf ausgefallene Weise umzubringen, nämlich genau so, wie sie es selbst in ihren eigenen Krimis beschrieben haben: zum Beispiel mit glühenden Zangen, exotischen Tieren oder einer Panzerfaust. Das ist absichtlich übertrieben blutig, spannend und gleichzeitig oft komisch. Schriftsteller Gerhard Henschel hat mit seinem neuen Roman "SoKo Heidefieber" eine Art Mega-Regionalkrimi geschrieben und macht sich darin über die Klischees des Genres lustig. Und gleichzeitig ehrt er in seinem Buch einen echten Schriftsteller: Frank Schulz, der im Roman eine ganz besondere Rolle spielt. "SoKo Heidefieber" erscheint am 6. Mai und ist unser NDR Buch des Monats.

Praktikum für Langzeitarbeitslose auf Mallorca: Ein Dokumentarfilm auf dem Filmkunstfest Schwerin

Ausgerechnet auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel, auf Mallorca - da, wo andere Urlaub machen, wo inmitten der Bettenburgen viele Badegäste exzessive Beachpartys feiern - soll 40 Langzeitarbeitslosen aus Mecklenburg-Vorpommern der Sprung in ein neues Leben gelingen. Sie alle nehmen an einem Programm teil, das ihnen ein zehnmonatiges Praktikum in einer komplett anderen Welt ermöglicht. Die Teilnehmer*innen sollen lernen, sich in einer fremden Umgebung zu beweisen und Neuem gegenüber aufgeschlossen zu zeigen. Gelingt der Neustart in ein besseres Leben? Der Film "Prima Mallorca" begleitet fünf von ihnen während dieser Zeit, dokumentiert die Wünsche und Hoffnungen - und zeigt, ob die Veränderung gelingt oder auch nicht. Das Kulturjournal spricht mit der Regisseurin Nana A. T. Rebhan über ihre intime und auch schonungslose Langzeitbeobachtung. Der Film ist auf dem Filmkunstfest Schwerin zu sehen, das in diesem Jahr nur im Internet stattfindet, als "Filmkunst zu Hause" (5. bis 10. Mai).

70 Jahre Radiophilharmonie: Jubiläum in schweren Zeiten

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Impressionen von Phil & Chill 2018 © NDR / Kevin Münkel Foto: Kevin Münkel

70 Jahre NDR Radiophilharmonie: Große Konzerte

Am 1. Mai wird die Radiophilharmonie 70. Hansjoachim Reiser, von 1981 bis 2004 Chef der NDR Abteilung Musik in Hannover, blickt zurück auf "unvergleichliche Erlebnisse". mehr

Am 1. Mai 1950 nahm das "Orchester des Senders Hannover" seinen Dienst für den Nordwestdeutschen Rundfunk auf - die Geburtsstunde der NDR Radiophilharmonie. Damals bestand das Orchester aus 45 Musikern und konzentrierte sich auf Studio- und Live-Produktionen für den Sendebetrieb. Heute ist die NDR Radiophilharmonie längst ein über das Sendegebiet hinaus gefragtes Ensemble von internationalem Rang, spielt mit Weltstars der Pop- und der Klassikszene und unter namhaften Gastdirigent*innen. Zum 70. Geburtstag am 1. Mai gab es Geburtstagsständchen der besonderen Art - wegen Corona konnte das Orchester nicht zusammenkommen, und es gab auch kein Publikum vor Ort. Im Großen Sendesaal des NDR Landesfunkhauses Hannover gratulierten nacheinander die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Igor Levit, Lars Vogt und Markus Becker, die Sopranistin Ania Vegry unter der Leitung von Chefdirigent Andrew Manze.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile

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