Kulturjournal

Montag, 06. April 2020, 23:00 bis 23:30 Uhr

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Keine Kindheit, keine Chance: Wie sich Armut in Deutschland anfühlt

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Homeschooling: Corona-Krise trifft arme Kinder

Das Homeschooling könnte vielen armen Kindern schaden, sagt Autor Jeremias Thiel. Denn daheim fehlt es oft an Technik und Unterstützung. Der Autor hat das als Kind selbst erlebt. Video (04:53 min)

In der vierten Klasse bekam Jeremias Thiel trotz guter Noten keine Empfehlung fürs Gymnasium. Schlauer Kerl, aber arm, keine Unterstützung aus der Familie, schlechte Prognose. Seine Eltern: Hartz IV-Empfänger mit psychischen Problemen. Mit elf Jahren will Jeremias der Verwahrlosung entkommen und meldet sich beim Jugendamt. Von da an lebt er in einem SOS Jugendhaus, mittlerweile studiert er Politik an einem College in Minnesota in den USA. Sein Buch: "Kein Pausenbrot. Keine Kindheit. Keine Chance" ist ein eindringlicher Appell für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Im Kulturjournal-Interview warnt Thiel, dass die Corona-Krise arme Kinder besonders hart trifft. Ohne Laptop, ohne Drucker, ohne Unterstützung der Eltern ist Homeschooling für diese Kinder eine Katastrophe.

Krise durch Corona: Buchhandlungen in Not

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Krise durch Corona: Buchhandlungen in Not

Corona bedroht auch die Existenz vieler Buchläden. Das Kulturjournal begleitet die Inhaberin Christiane Hoffmeister durch ihren neuen Alltag zwischen telefonischer Beratung und Lieferservice. Video (05:01 min)

Es geht an die Existenz: Viele Buchhandlungen sind aktuell bedroht, warnt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Denn durch die Schließungen ist den Geschäften ein Großteil des Umsatzes weggebrochen. Hinzu kommt, dass einige Verlage jetzt ihre geplanten Neuerscheinungen verschieben. Viele Läden versuchen durch Online-Shops oder einen telefonischen Bestell-Service einen Teil des Verlustes zu kompensieren, die Lage ist dennoch prekär. Der Börsenverein sieht sogar die ganze Buchbranche bedroht und fordert Soforthilfen. Das Kulturjournal begleitet eine Buchhändlerin aus Hamburg-Niendorf in ihrem Alltag in Corona-Zeiten - zwischen telefonischer Kundenberatung und Bücher verschicken - und spricht mit ihr über die aktuelle Situation.

Ein fantastischer Debütroman: Unser Buch des Monats von Sebastian Stuertz

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Sebastian Stuertz: "Das eiserne Herz des Charlie Berg"

Sebastian Stuertz' Debütroman ist Liebesgeschichte, Krimi, Familienchronik und Künstlerroman in einem. "Das eiserne Herz des Charlie Berg" ist unser NDR Buch des Monats. Video (04:49 min)

So ein Buch liest man selten: Liebesgeschichte, Krimi, Familienchronik und Künstlerroman in einem - und all das mit viel Fantasie und sprachlichem Witz. Der Hamburger Grafiker und Musiker Sebastian Stuertz hat einen ganz ungewöhnlichen Debütroman geschrieben: "Das eiserne Herz des Charlie Berg". Im Mittelpunkt steht Charlie, ein junger Mann, der die Fähigkeit besitzt, feinste Düfte zu riechen. Er möchte ein Schriftsteller sein, muss sich aber immer wieder um seine chaotische Familie kümmern. Als plötzlich sein Großvater bei der Jagd erschossen wird, befindet er sich mitten in einem Krimi, und dann taucht auch noch seine Kinderliebe aus Mexiko auf. Charlies Leben gerät vollends aus den Fugen. "Das eiserne Herz des Charlie Berg" ist unser NDR Buch des Monats.

Einsamkeit in Corona-Zeiten: Was die Kontaktsperre mit den Menschen macht

Weitere Informationen

Corona-Krise: Was macht die Isolation mit uns?

Um uns und andere zu schützen, bleiben wir in der Corona-Krise daheim. Doch was macht eine Kontaktsperre mit uns? Ist diese aktuelle kollektive Erfahrung vielleicht auch eine Chance? mehr

Abstand halten! Die Zeit der Corona-Krise ist für viele Menschen auch eine Zeit der Einsamkeit: Menschen in Quarantäne, Senioren, die keinen Besuch mehr bekommen oder berufstätige Singles, die sich im Homeoffice alleine fühlen. Alle Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, kann einsam machen - trotz Skype, Facebook oder Telefon. Denn physische Gegenwart, die direkte Begegnung, die gemeinsame Aktivität, all das lässt sich nicht ohne weiteres ersetzen. Das Kulturjournal über die Einsamkeit in Corona-Zeiten.

"Geschichte eines Malers": Dokumentation über Max Pechstein

Er liebt das Spontane und Natürliche und rebelliert mit starken Farben gegen akademische Regeln und bürgerliche Normen: Max Pechstein (1881-1955) war einer der Pioniere der deutschen Kunstszene am Anfang der Moderne und führender Maler des deutschen Expressionismus. Er gehörte mit seinen Malergefährten Heckel, Kirchner und Schmidt-Rottluff zur Künstlergruppe Brücke, blieb aber ein Außenseiter. Als er 1912 mit der Berliner Secession ausstellt, schließen ihn die Kollegen aus der Brücke aus. Doch Pechstein hat zu Lebzeiten mehr Ausstellungen und verkauft mehr Bilder als jeder seiner expressionistischen Konkurrenten. Der Film "Geschichte eines Malers" von Wilfried Hauke verfolgt Max Pechsteins Lebensstationen und die Bildwelt dieses großen Expressionisten. Der Film wird von Axel Milberg erzählt, Kunstexperten und Zeitzeugen kommen zu Wort, darunter auch Enkel Alexander Pechstein, der heute den Nachlass verwaltet.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile