Kulturjournal

Montag, 30. März 2020, 23:00 bis 23:30 Uhr
Freitag, 03. April 2020, 02:40 bis 03:15 Uhr

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Bunt, schrill, grotesk: Die klugen Bilderwelten von Rachel Maclean in Kiel

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Bunt und grotesk: Rachel Maclean in Kiel

Die grotesken Bildergeschichten von Rachel Maclean spielen in einer Fantasiewelt. Doch ihre Kunst hat viel mit unserer Lebenswelt zu tun: Es sind bitterböse, humorvolle und kluge Gegenwartssatiren. Video (04:04 min)

Die Museen bleiben geschlossen, aber das Kulturjournal bringt Ihnen die Kunst ins Wohnzimmer. Es ist ein grellbunter Parcours, den die schottische Künstlerin Rachel Maclean für die Kunsthalle zu Kiel entworfen hat: groteske, bildgewaltige und multimediale Bildergeschichten, die in einer schrillen Fantasiewelt spielen. Und doch hat die Kunst viel mit unserer Lebenswelt zu tun: Es sind bitterböse, humorvolle und sehr kluge Gegenwartssatiren. Es geht um Geschlechterbilder und Konsumverhalten, Nationalismus und die Veränderungen des sozialen Lebens. Das Kulturjournal hat Rachel Maclean noch vor der Corona-Krise in Kiel getroffen, ihr Werk ist ein großer und hintersinniger Spaß! (Kunsthalle zu Kiel, bis 24. Mai. Derzeit nicht zugänglich).

Es geht um die Existenz: Künstler*innen in Zeiten von Corona

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Corona: Existenz von Künstler*innen

Viele Künstlerinnen und Künstler haben keine Auftritte mehr - und damit keine Verdienstmöglichkeiten. Die Bundesregierung verspricht allen unbürokratische Hilfe. Doch wie sieht die aus? Video (05:38 min)

Deutschland ist im Shutdown, mit allen Konsequenzen, erst recht im Kulturbetrieb. Die Bundesregierung verspricht allen, die sie benötigen, unbürokratische Hilfe - auch den vielen Künstlern, die jetzt keine Auftrittsmöglichkeiten haben und damit keine Verdienstmöglichkeiten. Das Kulturjournal fragt nach: Was heißt das konkret für Schauspieler*innen, die kein festes Engagement haben, Autor*innen, deren Lesereise abgesagt ist, Filmemacher*innen, deren Dreharbeiten kurzfristig abgesagt wurden und Musiker*innen, die nicht mehr auftreten dürfen? Und wie sieht die schnelle und unbürokratische Unterstützung seitens der Politik aus? Das Kulturjournal mit einem Stimmungsbild.

Kreativ gegen die Krise: Solidarität in Corona-Zeiten

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Solidarität in Corona-Zeiten

Nachbarschaftshilfe, Balkonkonzerte oder Benefiz-Lesungen im Netz. Die Corona-Krise macht auch kreativ, und viele Menschen zeigen sich solidarisch. So zum Beispiel beim "Nicht-Festival". Video (02:01 min)

Nachbarschaftshilfe, Balkonkonzerte oder Benefiz-Lesungen im Netz. Die Corona-Krise macht auch kreativ, und viele Menschen zeigen sich solidarisch. Das Kulturjournal wird regelmäßig gute Aktionen in Zeiten der Krise vorstellen: Zum Beispiel das Konzert "Keiner kommt, alle machen mit", eine originelle Idee aus Hamburg. Am 12. Mai soll ein riesiges "Nicht-Festival" stattfinden, bei dem aber "keiner kommt": weder die angekündigten Stars von ABBA bis Ed Sheeran, noch das Publikum. Aber alle sind eingeladen, den symbolischen Eintrittspreis von 22 Euro zu zahlen, zugunsten der privaten Hamburger Kulturszene (mehr Infos: keinerkommt.de). Ganz konkrete Hilfe leistet das GOP Varieté-Theater in Hannover. Mitarbeiter und Artisten bieten älteren und kranken Menschen Einkaufshilfen oder Hundebetreuungen. Das Motto des Theaters: Auch in schwierigen Zeiten halten wir zusammen!

"Der Überläufer": Siegfried Lenz-Verfilmung im Ersten

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"Der Überläufer": Lenz-Verfilmung im Ersten

Ein deutscher Soldat desertiert im Zweiten Weltkrieg und läuft zur Roten Armee über. Siegfried Lenz hatte "Der Überläufer" 1951 geschrieben - mit 25 Jahren. Nun ist der Bestseller verfilmt worden. Video (04:41 min)

Es war eine literarische Sensation. Nach dem Tod von Siegfried Lenz 2014 wurde in seinem Nachlass ein bis dahin unveröffentlichter Roman gefunden: "Der Überläufer". Er handelt von einem deutschen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg desertiert und zur Roten Armee überläuft. Lenz, der selbst im Krieg war, hatte das Buch 1951 geschrieben, im Alter von nur 25 Jahren. Aber sein Verlag wollte es damals nicht veröffentlichen: Ein Deserteur, der ausgerechnet mit den Russen kollaboriert, das passte nicht in die politische Zeit des beginnenden Kalten Krieges. Als der Roman 2016 posthum veröffentlicht wurde, feierte die Kritik das pazifistische Frühwerk, und "Der Überläufer" wurde zum Bestseller. Jetzt haben NDR, ARD Degeto und SWR das Buch verfilmt, mit Jannis Niewöhner, Rainer Bock, Bjarne Mädel und Ulrich Tukur. Der Zweiteiler von Regisseur Florian Gallenberger läuft am 8. und 10. April im Ersten. Das Kulturjournal stellt den Film vor.

Klavier und Stimme pur: Die Hamburger Sängerin Anna Depenbusch

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Neues Album von Anna Depenbusch: "Echtzeit"

Ihr aktuelles Album "Echtzeit" hat Anna Depenbusch ungewöhnlich produziert: Alle Songs hat sie allein am Flügel eingespielt, und sie wurden in einem Durchgang direkt auf Vinyl aufgezeichnet. Video (04:41 min)

Das Publikum fehlt ihr, sagt Anna Depenbusch. Denn eigentlich wäre die Hamburger Sängerin jetzt auf Tournee, um ihre neue CD vorzustellen. Aber auch sie musste alle Konzerte absagen und bangt, wann sie endlich wieder auftreten kann. Künstlerisch und wirtschaftlich eine schwierige Situation. Ihr aktuelles Album "Echtzeit" hat Anna Depenbusch selbst finanziert und auf ungewöhnliche Weise produziert. Alle Songs hat sie allein am Flügel eingespielt, sie wurden in einem Durchgang direkt auf Vinyl aufgezeichnet. Noch wichtiger als die Technik ist aber die Musik: "Echtzeit" ist ein wunderbares Album mit hintersinnigen Texten, die mal ironisch, mal melancholisch, mal beides sind. Es ist wirklich zu hoffen, dass wir das bald wieder live im Konzert erleben dürfen. Das Kulturjournal trifft Anna Depenbusch zum Interview und zum Kurz-Auftritt mit Ukulele unter freiem Himmel.

Vögel in Gefahr: Die ARTE-Dokumentation "Vermisst - Wo sind die Vögel?"

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Doku: "Vermisst - Wo sind die Vögel?"

Seit Jahren gibt es immer weniger Vögel, vor allem Feld- und Wiesenvögel. Filmemacher Heiko De Groot hat ihr Verschwinden recherchiert: "Vermisst - Wo sind die Vögel?" Video (05:05 min)

Ein gewaltiger Verlust. In Europa gibt es laut Wissenschaftlern vierhundert Millionen Vögel weniger als vor dreißig Jahren. Das entspricht einem Fünftel der Gesamtpopulation. Wir Menschen sind mehr geworden, die Zahl der Vögel hat rasant abgenommen. Vor allem sind es die Feld- und Wiesenvögel, die verschwinden. Diese Vogelgruppe lebt dort, wo früher Kühe auf Weiden standen und Bauern auf Äckern Korn anbauten. Es gab genug Kräuter und Insekten, von denen Vögel sich ernähren konnten. Heute sind Landwirte oft gezwungen, industriell zu wirtschaften und mit Pestiziden und Herbiziden zu arbeiten. Der Filmemacher Heiko De Groot hat das Verschwinden der Vögel recherchiert, unter anderem Naturschützer in Schleswig-Holstein getroffen, aber auch die britische Vogel-Bloggerin Mya-Rose Craig, die sich mit Besteller-Autor und Vogel-Fan Jonathan Franzen zum "Birdwatching" trifft. Die vom NDR koproduzierte ARTE-Dokumentation "Vermisst - Wo sind die Vögel?" läuft am 4. April um 21.45 Uhr auf ARTE. Außerdem zeigt das NDR Fernsehen am 4. Mai um 22.00 Uhr die Sendung "45 Min - Rätsel Vogelsterben".

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile