Klosterküche - Kochen mit Leib und Seele (28)

Die Suppenküche von Bad Doberan

Sonntag, 14. Juli 2019, 15:30 bis 16:00 Uhr
Montag, 15. Juli 2019, 02:15 bis 02:45 Uhr

Die Bad Doberaner Klosterkirche umgeben von sommerlichen Bäumen. © NDR/Radiokirche

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Auf den ersten Blick erinnert nicht viel an die Ordensmänner, die früher im Zisterzienserkloster im mecklenburgischen Bad Doberan lebten. Doch dieser Eindruck täuscht. Die Menschen, denen Moderatorin Annette Behnken auf dem Gelände des ehemaligen Klosters begegnet, sind genauso gastfreundlich, wie die Mönche früher auch. Gastfreundschaft und Nächstenliebe stehen im Fokus dieser Klosterküche.

Spontanes Überraschungsmenü in der Suppenküche

Die evangelische Münstergemeinde von Bad Doberan betreibt in ihrem malerisch gelegenen Gemeindehaus einen Treffpunkt für Menschen, die auf kostenlose Mahlzeiten angewiesen sind. Gemeinsam mit Köchin Manja Stollin und zahlreichen Helfern muss Moderatorin und Pastorin Annette Behnken diesmal dafür sorgen, dass die bis zu 100 Gäste, die täglich hierherkommen, satt werden. Ein ungewöhnlicher Einsatz für die Moderatorin: Denn nie ist klar, welche Zutaten am jeweiligen Tag geliefert werden. Ein Teil kommt aus dem Garten der Suppenküche, der Rest von der Doberaner Tafel. Es wird ein spontanes Überraschungsmenü geben. Ob es wohl schmeckt und alle satt werden?

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Doch bevor es losgeht, besucht Annette Behnken erst einmal die Klosterkirche, das imposante, weithin sichtbare Bad Doberaner Münster. Es wird auch die berühmte "Perle der Backsteingotik" genannt. Jeden Morgen vor Dienstantritt versammeln sich hier die Mitarbeitenden der Gemeinde im alten Chorgestühl zur Mette, der feierlichen Morgenandacht mit Wechselgesang in der Tradition der geistlichen Stundengebete. "Für diese Gesänge wurde die Kirche gebaut. So versuchen wir, auch auf geistlicher Ebene an die klösterliche Vergangenheit anzuknüpfen", erzählt Pastor Albrecht Jax.

Die Würde der Gäste steht im Mittelpunkt

Vor zwölf Jahren hat Pastor Jax zusammen mit der Theologin Barbara Niehaus die Doberaner Suppenküche ins Leben gerufen. Sie leitet das Projekt seitdem ehrenamtlich. Während sie mit den anderen Helfern das Mittagessen für diesen Tag vorbereitet, erfährt Annette Behnken, was diesen Ort so besonders macht: "Das Essen bei uns ist kostenlos und bedingungslos. Jeder ist willkommen. Wir kontrollieren nicht, ob jemand bedürftig ist. Darum begegnen sich hier Menschen, die sonst kaum Kontakt miteinander hätten", sagt Barbara Niehaus.

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Barbara Niehaus leitet den Treffpunkt "Suppenküche" in Bad Doberan. Sie erzählt Annette Behnken, warum die Menschen immer wieder kommen.

Und tatsächlich: Es ist ein gemischtes Völkchen, das sich ab elf Uhr in den gemütlichen Räumen der Suppenküche einfindet. Berufstätige und Arbeitslose, Alte und Junge, Zugewanderte und Alteingesessene. Auf den Tischen stehen Brot und Kuchen. Zwei Gerichte gibt es zur Auswahl. "Das ist wichtig. Wer die Wahl hat, kann auch mal Nein sagen. Und wer Nein sagen kann, der behält seine Würde", meint Barbara Niehaus. Dazu gehört auch, dass jeder am Platz bedient wird. Keiner soll sich als Bittsteller fühlen.

Gegen 14 Uhr leeren sich die Tische. Die letzten Besucher verlassen satt und zufrieden den Speiseraum. Und auf die fleißigen Helfer wartet eine Belohnung: ein leckeres Klostermenü unter freiem Himmel im Garten des Gemeindeshauses.

Regie
Cornelius Kob
Moderation
Annette Behnken
Mitarbeit
Martin Wolf
Autor/in
Andreas Herzig
Jan Dieckmann
Kamera
Elke Nerling
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Redaktionsleiter/in
Anja Würzberg