Klosterküche - Kochen mit Leib und Seele (27)

Die Pater vom Dominikanerkloster Vechta

Sonntag, 02. Juni 2019, 15:00 bis 15:30 Uhr

Dominikanerkloster in Vechta © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka

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Die Dominikaner in Vechta betreiben nicht nur eine Schule, sondern leben auch zusammen in einem Kloster. Moderatorin und Pastorin Annette Behnken besucht die Patres für diese Folge der Klosterküche, um herauszufinden, wie dieser Spagat zwischen Mittelalter und Moderne funktioniert.

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Pater Andreas Bordowski, der Schulleiter des Gymnasiums, hilft bei der Vorbereitung der Rindfleischsuppe.

Ihren Besuch im Oldenburger Münsterland muss sie aber natürlich nicht mit leerem Magen bestreiten: Gemeinsam mit Klosterköchin Ulrike Schmedes kocht Annette Behnken für die Dominikanerpater ein deftiges Menü: Als Vorspeise gibt es Rindfleischsuppe mit Zwieback-Klößen, Eierstich und Nudeln. Als Hauptgang wird ein typisches Gericht aus der Region serviert: Grünkohl nach Hausfrauenart, dazu Mettenden, Kassler und Grützwurst.

Alltag der Dominikaner beinhaltet mehr als Kloster und Kirche

Die Dominikaner gibt es schon seit mehr als 800 Jahren. Es gehört zu ihrem Selbstverständnis, auf Menschen zuzugehen und Wissen zu vermitteln. Für die Gemeinschaft in Vechta spielt sich der Alltag vor allem zwischen Kloster, Schule und Kirche ab. Annette Behnken trifft Pater Ludger - den Chef des Klosters, der bei den Dominikanern Prior heißt - in dem einfachen, aber schönen Gotteshaus gleich neben der Schule.

So geht Kirchen-Umzug

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Die Klosterkirche der Dominikaner stand eigentlich mal in Berlin.

Der 50-jährige Ordensmann stammt aus Vechta. Deshalb kennt er auch die Geschichte der Klosterkirche. Das Gebäude stand ursprünglich in Berlin. Dort musste es einem U-Bahn-Bau weichen. Die Steine wurden abgetragen und nach Vechta gebracht. Damit bekam die Gemeinschaft dort ihr Gotteshaus. Kirchen-Umzug nach Dominikaner-Art.

Als Prior kümmert sich Pater Ludger um alle praktischen Belange der Gemeinschaft. "Im Grunde bin ich ein besserer Hausmeister", schmunzelt er. Alle drei Jahre wird das Amt per Wahl neu vergeben. Bei den Dominikanern geht es seit Jahrhunderten demokratisch zu.

"Die Älteren zeigen es den Jüngeren"

Pater Gregor ist bereits mit 19 Jahren in den Orden eingetreten. Heute studiert er in Vechta Politikwissenschaft und will später einmal Lehrer werden. Derzeit schult er unter anderem die Mädchen und Jungen, die beim Gottesdienst als Messdiener und Messdienerinnen assistieren. "Das ist alles Learning-by-doing", erzählt Pater Gregor. "Die Älteren zeigen es den Jüngeren."

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Pater Karl Giese im Gespräch mit Annette Behnken.

In der Heiligen Messe klappt alles wie am Schnürchen. Zelebriert wird der Gottesdienst von Pater Karl, der eigentlich schon in Rente ist. Aber einen normalen Ruhestand gibt es für Dominikaner nicht. "Jeder macht das, was er noch kann", sagt er.

So richtig Pause haben die Ordensbrüder nur am Sonntagabend. In gemütlicher Runde sitzt Annette Behnken mit den sieben Männern zusammen und lässt den Tag ausklingen. Anschließend gehen alle in den Speisesaal, wo schon das deftige Klostermenü wartet. Traditionell und doch zeitgemäß - so wie die Männer, die hier leben und arbeiten.

Rezepte aus der Sendung

Rindfleischsuppe mit Zwieback-Klößen

Porree, Möhren und Eierstich ergänzen die würzige Vorspeise aus Brühe und Rindfleisch. mehr

Grünkohl Hausfrauenart

Kräftig, deftig ist diese regionale Spezialität. Der Grünkohl wird mit Hafergrütze angereichert. Dazu werden natürlich Kasseler und Mettenden gereicht. mehr

Autor/in
Andrea Ahmadi
Moderation
Annette Behnken
Kamera
Alexander Pfalzgraf
Schnitt
Nicole Wiesner
Mitarbeit
Martin Wolf
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Redaktionsleiter/in
Anja Würzberg