Käpt'ns Dinner

Mit Michel Abdollahi und Wladimir Kaminer

Samstag, 27. November 2021, 00:30 bis 01:00 Uhr

Endlich ist ein leibhaftiger Russe zu Besuch im ausrangierten, russischen U-Boot im Hamburger Hafen, in dem Michel Abdollahi zum Käpt´ns Dinner einlädt: Der Bestsellerautor Wladimir Kaminer kommt zu einer halben Stunde Talk zwischen Torpedos und Stahl.

Der heute 54-Jährige ist in der ehemaligen Sowjetunion geboren und aufgewachsen. Auf einem U-Boot hat er zwar seinen Militärdienst nicht abgeleistet, aber er war von 1986 bis 1988 in einer Raketenstellung vor Moskau im Einsatz: "Ich hatte Glück. Ich hätte Einer der Letzten sein können, die nach Afghanistan mussten. Immerhin haben die Russen zehn Jahre versucht, dort Ordnung zu machen.“

Mehr als 5 Millionen Bücher verkauft

Wladimir Kaminer schaut in die Kamera. Er hat ein Glas Rotwein in der Hand. © NDR/Telemichel/Jan Vogt
Wladimir Kaminer ist zu Gast im Käpt'ns Dinner.

1990 kam Kaminer nach Deutschland. Heute ist er Schriftsteller, DJ, Erfinder der Partyreihe "Russendisko", Moderator und ehemaliger Clubbesitzer. Weltweit hat er mehr als 5 Millionen Bücher verkauft, die in rund 30 Sprachen übersetzt wurden.

Mit Michel Abdollahi redet er über die Lage der Nation und alles, was sonst noch wichtig ist: die Eigenheiten des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewksi, nach dem Kaminer seine Katze benannt hat, Kaminers Bewunderung für Iraner*innen und seine Liebe zur Sowjetunion: "Ich liebe die Sowjetunion viel mehr als die heutige russische Föderation", sagt er. "Die russische Föderation versucht in gewissen Zügen, die Sowjetunion nachzuahmen, aber kann das nicht. Die Sowjetunion war ein riesiges Experiment. Sie haben sich ja selbst so genannt. Es hieß in der offiziellen Sprache 'das große sozialistische Experiment'. Und wir waren die Labormäuse."

Kaminer: "Ich liebe die Sowjetunion"

Kaminer ist 1967 geboren worden und hat recherchiert, was im Jahr seiner Geburt so alles passiert ist: "Die Russen sind sehr oft ins Weltall geflogen. Gleichzeitig hatten die Einheimischen Probleme mit Butter. Es gab keine Butter - und es gab keine Hosen. Und es gab natürlich auch schon damals kritische Stimmen die gesagt haben: 'Vielleicht sollten wir nicht so oft ins Weltall zu den Sternen fliegen, sondern Hosen produzieren.'"

Bei Michel Abdollahis Käpt'ns Dinner wird es eng und intensiv und persönlich, jenseits aller Politik: keine Kerzen, kein Tischtuch und erst recht keine Zeit für belanglose Plaudereien. Wo ist eigentlich das ganze Geld geblieben, das er mit seinen Bestsellern verdient hat? Und würde er seine Frau heute wieder heiraten? Und wieso hat er in Michail Gorbatschows Hotelzimmer übernachtet? Die Antworten gibt es beim Käpt´ns Dinner.

Moderation
Michel Abdollahi
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Redaktion
Matthias Latzel