Hamburg Journal

Sonntag, 18. Oktober 2020, 19:30 bis 20:00 Uhr
Montag, 19. Oktober 2020, 09:30 bis 10:00 Uhr

Manege frei, Manege vorbei? Zirkus in Coronazeiten

In Lurup steht ein norddeutsches Traditionsunternehmen, das zusammengepackt auf zwei 18-Tonner, fünf Anhänger und sieben Wohnwagen passt: „Zirkus Frank“, ein inhabergeführter Familienbetrieb seit mindestens sieben Generationen. Das übliche Auf und Ab ihres Geschäfts kennen die Artisten, Clowns und Feuerschlucker der Familien Frank und Sperling also gut. Doch vier Monate Corona-Zwangspause haben dafür gesorgt, dass sich Zirkusdirektor Joschi Frank erstmals ernsthaft fragt, ob wohl bald der letzte Vorhang fällt. Die aktuellen Vorstellungen vor streng begrenzter Zuschauerzahl bieten keine Chance, Ausfälle reinzuholen. Die Finanzspritzen von Bund und Land haben über die erste Zeit geholfen, fürs Winterquartier reichen sie nicht. Mehr Unterstützung ist nicht zu erwarten – auch, weil ein Zirkus hierzulande, anders als bei den europäischen Nachbarn, nicht als "Kulturgut" gilt. Schon neigt sich die Saison dem Ende zu. Der Zirkus und seine Betreiberfamilien sind unter Druck – und können doch nur tatenlos abwarten, was passiert. Manege un-frei, Manege vorbei? Ein Zirkusbesuch der anderen Art.

Joachim Meyerhoff mit neuem Buch in der Elbphilharmonie

Der Schauspieler Joachim Meyerhoff war eigentlich durch mit seiner Tätigkeit als Autor seiner biografischen Büchern (die allesamt Bestseller wurden). Dann erlitt er einen Schlaganfall und er, der Schauspieler, der so von seiner Physis und dem körperlichen Einsatz lebt, musste alles neu lernen. Das beschreibt er in seinem neuen Buch „Hamster im hinteren Stromgebiet“. Wir hören zu und lassen das Publikum schwärmen.

Hamburg Damals - Eröffnung Hamburgische Staatsoper vor 65 Jahren

Am 15. Oktober 1955 öffnet sich der Vorhang im Neubau der Hamburgischen Staatsoper an der Dammtorstrasse: "Die Zauberflöte" mit Publikumsliebling Anneliese Rothenberger wird gefeiert. Der Bundespräsident Theodor Heuss ist da. Auch Peter Gerloff. Als Statist steht er auf der Bühne der Oper und erinnert sich gut an die Kritik am Neubau ohne Plüsch und Schnörkel, an die Schuhschachteln der Logen, die allen Zuschauern gute Sicht garantierten. Gut 4000 Vorstellungen hat Peter Gerloff seither miterlebt, ist nach wie vor aktiv als Statist am Haus und mittlerweile im Betriebsrat. Er war dabei, in den großen Jahren der Liebermannära die das Haus an die Weltspitze brachten mit Uraufführungen wie "Staatstheater" von Maurizio Kagel und Experimenten wie "Kyldex 2", das dem Publikum Mitbestimmung beim Verlauf der Oper erlaubte. Anja Silja war später eine bahnbrechende Lulu, Konwitschny/Metzmacher polierten Wagner auf - John Neumeier ist mit dem Hamburg Ballett seit 1973 eine tragende Säule des Hauses. Die Hamburg Oper ist ein großes, lebendiges Stück Theatergeschichteeit. Seit 1955 - und damals schon seit 1678. Tief ist der Brunnen der Vergangenheit.

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