Hamburg Journal

Samstag, 12. September 2020, 19:30 bis 20:00 Uhr
Sonntag, 13. September 2020, 04:15 bis 04:45 Uhr
Sonntag, 13. September 2020, 09:30 bis 10:00 Uhr

Diskussion um Heizpilze in der Gastronomie

In Hamburg sind Heizpilze aus Umweltschutzgründen meist nicht erlaubt. Hamburgs Gastronominnen und Gastronomen wollen das ändern. Ihr Verband, der Gaststätten- und Hotelverband Dehoga, hat gefordert, das Verbot der Heizpilze für die Gastronomie auszusetzen. Dann könnten Hotels und Gaststätten auch im Herbst und Winter Plätze in den Außenbereichen von Restaurants und Bars anbieten. Für die Gastronomie-Treibenden in Hamburg wäre das eine große Hilfe, um die Verluste durch die Corona Krise auszugleichen, erklärt Hamburgs Dehoga-Präsident Franz Klein. Denn durch die Heizpilze können Wirtinnen und Wirte ihre Gäste auch in der kalten Jahreszeit draußen platzieren und Abstandsregeln ließen sich besser einhalten. Was sagen Gastronomen, Gäste und die Politik zu der Diskussion? Denn am Ende entscheiden die Bezirke.

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Heizpilz. © picture alliance/imageBROKER Foto: Günter Lenz

Lokale wollen wegen Corona Heizpilz-Verbot aussetzen

Das aus Umweltschutzgründen geltende Heizpilz-Verbot für die Gastronomie in Hamburg solle wegen Corona aufgehoben werden. Das fordert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. (21.08.2020) mehr

"Die Not ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen" - Obdachlos durch Corona

Dominic Müller ist 26 Jahre alt. Ende Januar entließ die Firma, bei der er als Industriekletterer angestellt war, wegen Auftragsmangels mehrere Mitarbeiter, auch ihn. Dann kam Corona und zerschlug neue Jobaussichten. Als seine Beziehung kurz darauf scheiterte, musste er raus aus der gemeinsamen Wohnung, plötzlich war er obdachlos. Im Harburg Huus vom DRK ist er untergekommen, hier kann er schlafen, hier hilft man ihm bei Job- und Wohnungssuche. Dominic Müller ist kein Einzelfall: "Die Not ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", so Thorben Goebel-Hansen, der die Obdachlosen-Anlaufstelle leitet. So mancher, der hier übernachtet, hat seine Wohnung erst in der Corona-Zeit verloren. Und die Sozialberatungstelefone laufen heiß: wer hier anruft, sitzt noch nicht zwangsläufig auf der Straße, aber ist oft von Obdachlosigkeit bedroht. "Es ist wichtig, früh zu handeln, damit keine Abwärtsspirale einsetzt", so Goebel-Hansen. Das Harburg Huus ist das einzige Angebot dieser Art südlich der Elbe. Sogar aus Bergedorf kommen Hilfesuchende.

Eröffnungs-Premiere: "Reich des Todes" im Schauspielhaus

Eine Uraufführung von Rang und nur gut 300 Zuschauerinnen und Zuschauer - Corona prägt das ganze Leben und die Theater stehen mittendrin. Gerade mal ein Viertel der 1.200 Plätze von Deutschlands größtem Sprechtheater dürfen besetzt sein, um den Regeln zu gehorchen, wenn "Reich des Todes" von Rainald Goetz am Schauspielhaus uraufgeführt wird. Karin Beier inszeniert, geprobt hat sie mit Schwimmnudeln als Abstandshaltern zwischen den Akteuren. Was davon in die Premiere einfließt, ist noch ungewiss, auf den Punkt aber scheint das Stück die Realität zu treffen. Um die Krise als Sternstunde für Diktatoren und Autokraten geht es, um die Frage nach den Faktoren, die zusammenspielen müssen, um den Sieg des Bösen und Kaputten zu ermöglichen, beziehungsweise um die Frage wie dieser Sieg zu verhindern wäre.

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So sieht das Schwimmnudeln-Konstrukt auf der Bühne am Schauspielhaus Hamburg aus - es dient als Abstandhalter für Probenarbeit © NDR Foto: Katja Weise

Schauspielhaus Hamburg: Probenbetrieb dank Schwimmnudeln

Um den neuen Probenbetrieb am Schauspielhaus Hamburg mit Corona-Abstandsregeln zu vereinbaren, greift Intendantin Karin Beier auf Schwimmnudeln für ihr Ensemble zurück. Ein Probenbesuch. (16.05.2020) mehr

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- Reichsbürger-Demo
- Zankapfel Moorburg
- Der gute Geist von St. Pauli

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