Stand: 16.06.2017 14:36 Uhr

Die Bootswerft, eine Neuengammer Idylle

Überall Wasser. Wenn man bei einer Fahrt mit dem 124er-Bus aus dem Fenster guckt, sieht man Wasserflächen in allen möglichen Formen und Größen, vom Graben über das Brack bis hin zum Strom. Einen der idyllischsten Ausblicke hat man zwischen den Haltestellen Schiefe Brücke und Curslacker Brückendamm. Hier überquert der Bus die Dove-Elbe. Der Fluss markiert die Grenze zwischen Curslack im Norden und Neuengamme im Süden. In Neuengamme leben 3.666 Menschen. Es gibt drei niedergelassene Ärzte und zwei Kindergärten. Mehr als jeder zweite Neuengammer besitzt ein eigenes Auto. Von der Haltestelle Curslacker Brückendamm ist der Jungfernstieg ziemlich genau 17 Kilometer Luftlinie entfernt.

Die Bootswerft in Neuengamme © NDR

Nächster Halt Hamburg: Bootswerft Neuengamme

Hamburg Journal -

Mit seiner Ehefrau Katrin kümmert sich Gerhard Piepiorka seit einem guten Jahrzehnt zusammen um kleine und große Schiffe. Dabei genießen beide die Neuengamme Idylle.

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"Für Boote gibt's nicht wirklich eine Ausbildung."

Nur einen Steinwurf von der Haltestelle entfernt liegen mittelgroße Motorjachten im ruhigen Wasser und eine Trauerweide hängt verträumt über dem Wasser. Daneben sieht man die Neuengammer Bootswerft von Katrin und Gerhard Piepiorka. Er ist ein Bergedorfer Urgestein. Sein Vater gründete den Bergedorfer Shanty-Chor und nahm Gerhard bereits mit zwei Jahren mit aufs Wasser. Sie kommt ursprünglich aus Thüringen und hat für Liebe und Arbeit auf der Werft den sicheren Job in der Landesverwaltung aufgegeben. Das klingt erst mal ungleich. Und für Katrin war die Arbeit auf der Werft am Anfang auch nicht ganz leicht: "Ich hab das hier gelernt, als ich meinen Mann kennengelernt habe. Vorher nicht wirklich. Ich komme aus einer völlig anderen Ecke - aus der Verwaltung. Und ich habe das alles hier Stück für Stück, Tag für Tag mit der Arbeit gelernt."

Kennengelernt haben sich die beiden auch auf dem Wasser. Gerhard Piepiorka hatte viele Jahre an einem eigenen Segelschiff gebaut. Als das fertig war, stach er in See und nahm Charter-Gäste mit. Heute sagt Gerhard über die Gäste von damals: "Es gab nervige und ein paar wirklich nette." Irgendwann hatte auch Katrin eine Reise auf dem Schiff gebucht. Sie war offenbar eine der Netten.

Die Zukunft liegt auf dem Wasser

Neben der Werft gibt es auch noch 16 Liegeplätze. Die gute Stimmung und das freundliche, umsichtige Miteinander hier haben sich rumgesprochen. Die "Albatros" samt Familie Biering sind die neuesten Anlieger hier. Katrin und Gerhards eigenes kleines Segelboot, die "Frau Schöchel", wurde heute gerade ausgekrant. Das bedeutet, sie wird für den Sommer ins Wasser gelassen. Und erst, wenn der Kiel langsam nach und nach in das Wasser gelassen wird, zeigt sich, ob der Rumpf bei den ganzen Arbeiten, die im Winter durchgeführt wurden, auch wirklich dicht geblieben ist. Für die Zukunft haben Katrin und Gerhard auch schon einen Plan. Gute zehn Jahre werden sie die Werft wohl noch haben, dann wollen sie endlich ganz aufs Wasser und mit dem eigenen Boot ohne Zeitdruck die Welt erkunden.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 20.06.2017 | 19:30 Uhr