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Dreharbeiten am Limit

Die Dreharbeiten zu "Russland - Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane" waren ein einziges Abenteuer und selbst für erfahrene Tierfilmer noch eine riesige Herausforderung. Über zwei Jahre arbeiteten die verschiedenen Drehteams in der russischen Wildnis. Für alle Beteiligten war es von Beginn an eine Reise ins Unbekannte.

Lose Schrauben und größere Katastrophen

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Uwe Anders (re.) und sein Assistent Anatoly Ryzhow auf Wrangel

Die Unstimmigkeiten mit dem russischen Geheimdienst und den Behörden liefen meist glimpflich ab. Die Dreharbeiten dagegen hatten es in sich. Kaum ein Team blieb verschont: Dem Kaukasus-Team wurden nach einem Sturzregen Zelte und Lebensmittel weggespült. Während der Flugaufnahmen fand die russische Militäraktion gegen Georgien statt. So wurde der Kameramann verhört und kurzfristig das gesamte Filmmaterial beschlagnahmt.

Im Ural stürzte das Drehteam mit einem Heißluftballon ab. Der Kameramann flog aus dem Korb und zertrümmerte sich das Schulterblatt. Ein anderer Tierfilmer wurde fast von einem stürzenden Pferd erdrückt. Seine größte Sorge: "Funktioniert die Kamera noch?"

Improvisationstalent gefragt

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Tierfilmer Ivo Nörenberg und Oliver Goetzl (v.l.) unterwegs im Ural

Nicht genug damit, dass er gerade noch einem hungrigen Eisbären entkommen war - kurz danach setzten bei unserem Arktis-Tierfilmer Zahnschmerzen ein. Doch woher bekommt man Hilfe, für Monate allein auf einer fast gänzlich unbewohnten Insel im Polarmeer? Hier ist Improvisationstalent gefragt: Die nötige Behandlung erklärte ihm sein Zahnarzt per Satellitentelefon.

Starke Nerven bewies auch Serienproduzent Henry M. Mix, als er in Ussurien aus einem 40 Jahre alten Doppeldecker-Flugzeug ein Bodenblech ausbaute, um durch das Loch im Boden filmen zu können. Sein Kommentar: "Die Schrauben waren eh nicht besonders fest ..."

Weltkulturerbe verschüttet

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Christian Baumeister in Kamtschatka

In Kamtschatka entging das Team nur knapp einer Schlammlawine, die wenige Meter vor dessen Hütte zum Stehen kam. Das berühmte "Tal der Geysire" ist seit dem Lawinenabgang zur Hälfte verschüttet.

Schlangenbisse, kenternde Schlauchboote und in den Fluss stürzende Kameraausrüstung mussten die Tierfilmer wegstecken. Glücklicherweise sind nun alle Teams sicher und wohlbehalten zurückgekommen - und haben umwerfende Bilder mitgebracht. Das Abenteuer "Russland" werden sie ganz bestimmt so schnell nicht vergessen.