Expeditionen ins Tierreich

Wunderwelt Wiese – ein verlorenes Paradies?

Mittwoch, 16. Dezember 2020, 20:15 bis 21:00 Uhr
Samstag, 19. Dezember 2020, 16:00 bis 16:45 Uhr

Nirgendwo sonst ist es so bunt, so vielfältig und so schön wie in und auf einer blühenden Sommerwiese. Nirgendwo sonst leben mehr Tierarten auf engstem Raum zusammen.

Buntes Leben überall

Die Wiese kann durchaus mit einem tropischen Korallenriff verglichen werden. Überall buntes Leben. Viele Vogelarten, Insekten wie Heuschrecken oder Zikaden und andere Tiere haben jeweils ihre eigene, unverkennbare Melodie, sich zu erkennen zu geben und damit Partner zur Fortpflanzung anzulocken.

Der Film stellt die wichtigsten Wiesenvögel vor: Feldlerche, Brachvogel, Kiebitz und Braunkehlchen. Er zeigt, wie sie im Frühling singen, brüten und ihre Jungvögel in dem Dschungel aus Gräsern und Kräutern großziehen.

Trickreiche Orchideen

Orchideen locken liebeshungrige Bienendrohnen mit Formen, Farben und Düften in die Irre. Die trickreiche Hummel-Ragwurz ahmt mit ihren Blüten Weibchen der Langhornbiene nach. Beim Versuch, sich mit der Blüte zu paaren, bestäubt das "gehörnte" Bienenmännchen die Orchidee und bekommt "zum Dank" nicht einmal etwas Nektar geschenkt. Auch das zeigt der Film.

Viele Facetten der Evolution

Manche Tiere tarnen sich, damit sie nicht gefressen werden, andere tarnen sich, um sich besser an ihre Beute anschleichen zu können. In einem Lebensraum wie der Wiese lassen sich unendlich viele Facetten der Evolution beobachten, Anpassungen an ein kunterbuntes Miteinander. Dieses Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt, nicht zuletzt auch für die Kamera.

Die Wiese passt kaum in die moderne Zeit

Der Film zeigt auch eine Welt voller Geräusche, Düfte und Farben. Eine Welt, die aber nicht mehr in die moderne Zeit zu passen scheint. Denn kein anderer heimischer Lebensraum ist dem völligen Verschwinden so nahe wie die Blumenwiese. Hunderttausende Hektar Wiese wurden in den vergangenen Jahrzehnten in Äcker umgewandelt. Aber auch die mehreren Millionen Hektar Wiese, die noch existieren, sind längst keine bunten und vielfältigen Lebensräume mehr. Düngung mit Gülle und Kunstdünger und kurze Mähintervalle haben sie zu unbelebten Produktionsflächen der industriellen Landwirtschaft werden lassen. Dem einzelnen Landwirt, oft am Existenzminimum wirtschaftend, macht der Film keinen Vorwurf, sondern sieht die Schuld in einer verfehlten Landwirtschaftspolitik der EU.

Mit dem Reh durch die Jahreszeiten

Mit großem, technischem Aufwand gedreht, stellt der Film in zuvor nie gesehenen Bildern einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Wiesenbewohner vor. Protagonist des Filmes ist das Reh, das ein Leben zwischen Waldrand und Wiese führt, auf seiner Reise durch die Jahreszeiten.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Katja Ferwagner
Producer
Simon Riedel
Autor/in
Jan Haft
Herstellungsleitung
Thomas Harnisch
Produktionsleiter/in
Sven Heiligenstein
Tim Carlberg