Expeditionen ins Tierreich

Wildes Neuseeland - Kampf ums Paradies

Mittwoch, 19. September 2018, 20:25 bis 21:10 Uhr

Brodelnde Geysire, verwunschene Urwälder, stille Fjorde und eisige Gletscher. Neuseeland ist in seiner Vielfalt unvergleichlich, was seine Landschaften und Tierwelt angeht.

Was geschieht, wenn Menschen und von ihnen mitgeführte Tiere in das Paradies eindringen? Was, wenn sich für Kakapo, Brückenechse, Kiwi und Riesenheuschrecke nach Jahrmillionen friedlichen Daseins das Leben komplett ändert? Was, wenn europäische Wiesel flugunfähige Ureinwohner flächendeckend dezimieren? Wie kann die besondere ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands überleben? Und wer wird diesen Kampf gewinnen?

Verdrängung der tierischen Ureinwohner

Perfekte Jäger: wendig und extrem schnell, folgen Wiesel ihrer feinen Nase und erbeuten tagtäglich etwa ein Viertel ihres Körpergewichts. Sie legen bis zu 70 km am Stück zurück, sind gute Schwimmer und können aus eigener Kraft Inseln erreichen, die über einen Kilometer vom Land entfernt sind. © NDR/BBC/Nick Easton
Perfekte Jäger: Wiesel folgen ihrer feinen Nase und erbeuten tagtäglich etwa ein Viertel ihres Körpergewichts.

Das heutige Neuseeland ist nicht nur Heimat von Kiwi und Kea, Weta und Wekaralle. Es ist auch die Heimat von Pflanzen aus aller Welt, Amseln und Buchfinken, Bachforellen und Mäusen aus Übersee. Sie alle verdrängen, auf die eine oder andere Art, die tierischen Ureinwohner Neuseelands aus ihren Lebensräumen.

Im modernen Neuseeland werden aber auch neue Allianzen geschlossen. Riesenforellen etwa haben sich darauf spezialisiert, Mäuse beim Durchqueren eines Gewässers zu erlegen.

Letzte Kakapos auf Codfish Island

Fast überall auf den Inseln ist die Natur im Wandel. Einige der ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten können sich behaupten, viele jedoch stehen kurz vor dem Aussterben: der extrem seltene Chatham-Schnäpper etwa oder der flugunfähige Eulenpapagei, der Kakapo: Behütet wie die Kronjuwelen, leben einige wenige nachtaktive Kakapos auf Codfish Island, einer kleinen Insel im Süden Neuseelands. Die dicken, flugunfähigen Papageien sind extrem selten und haben ein merkwürdiges Fortpflanzungsverhalten: Nur wenn die Rimu-Harzeibe ausreichend Früchte trägt, und das geschieht etwa alle vier Jahre, beginnen die Kakapos mit ihrer Balz. Dann stoßen die Männchen trommelartige Geräusche aus, die die Weibchen locken sollen.

Wie sie gerettet werden können und ob modernste Schutzbemühungen fruchten, sind nach wie vor brennende Fragen, die Neuseelands Natur- und Artenschützer umtreiben.

Aufwändige und clevere Rettungsaktionen

Der Milford Sound ist eine von Neuseelands berühmtesten Naturikonen. Lange Zeit wurde der Fjord von Seefahrern übersehen. Erst im Jahr 1812 wurde er von Europäern entdeckt. © NDR/BBC/Tom Walker
Der Milford Sound ist eine von Neuseelands berühmtesten Naturikonen.

Der Teil "Kampf ums Paradies" aus der Naturdokumentationsreihe "Wildes Neuseeland" gibt Einblicke in aufwändige und clevere Rettungsaktionen, neue, Hoffnung gebende Allianzen und zeigt, dass die eigenwillige Tierwelt Neuseelands durchaus zu retten ist.

Dabei bedienen sich die Naturfilmer für "Wildes Neuseeland" aller technischen Raffinessen: Scheinbar schwerelos gleitet die Kamera durch Südbuchen- und Baumfarnwälder, über gigantische Gletscher, weite Flusstäler und dampfende Geysiere, um mithilfe von Kran, Dolly- und Steadycam eindringliche, aber auch ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Zeitraffer zeigen die Lebendigkeit der grandiosen Landschaften über die Jahreszeiten, extreme Zeitlupen lassen Verhaltensweisen von Tieren, die in Bruchteilen von Sekunden ablaufen, fürs menschliche Auge sichtbar werden: Dazu zählen etwa die Kämpfe der Seelöwen oder die vor Lebensfreude überschäumende Sprungakrobatik Hunderter Schwarzdelfine. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft ergänzen zusammen mit einem stimmungsvollen Soundtrack die große Erzählung von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt.

Weitere Informationen
Ein Taucher im  Aquarium im Multimar Wattforum. © NDR Foto: Hauke Sievers

Mit "Wünsch Dir Deinen NDR" ins Multimar Wattforum

Mit 15 Zuschauerinnen und Zuschauern ging es mit den NDR Tierfilmern auf eine Expedition ins Multimar Wattforum. mehr

Redaktion
Ralf Quibeldey
Britta Kiesewetter
Regie
Robert Morgenstern
Autor/in
Robert Morgenstern
Regie
Alexander Haßkerl
Autor/in
Alexander Haßkerl
Regie
Mark Flowers
Autor/in
Mark Flowers
Regie
Nick Easten
Autor/in
Nick Easten
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke

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