Löwen

Der Kampf der Mütter

Mittwoch, 06. Mai 2020, 15:15 bis 16:00 Uhr

Löwen - die Herrscher der Savanne gelten im Rudel als unschlagbar. Doch auch sie müssen täglich ums Überleben kämpfen. Das Rudel vom Ronkai Bach im Süden Kenias konnte den Großteil seines Nachwuchses sicher durch die gefährlichen ersten Monate bringen. Für die Löwinnen und ihre Kleinen brechen magere Zeiten an: Die großen Gnuherden, die den jungen Familien bisher reichlich Beute boten, wandern in der Trockenzeit Richtung Süden in die Serengeti ab. Zurück bleibt ein leeres Land mit nur wenig potentieller Nahrung.

Löwen sind vom Aussterben bedroht. Schätzungen zufolge gibt es heute noch 16.000 - – 30.000 der majestätischen Großkatzen. © NDR Naturfilm/Reinhard Radke
Löwen sind vom Aussterben bedroht. Schätzungen zufolge gibt es heute noch 16.000 - – 30.000 der majestätischen Großkatzen.

Warzenschweine etwa sind nur kleine Happen und zudem erstaunlich schnell. Und im direkten Wettlauf sehen die Katzen nicht gerade gut aus. Sie brauchen ihre kräftigen Pranken, um Beute zu packen und niederzuringen. Für rasante Sprints sind die schweren Muskelpakete nicht gemacht. Die Notzeit fordert von den Müttern vollen Einsatz. Immer wieder riskieren sie bei der Jagd alles, um ihren Nachwuchs zu versorgen. Bald sind die Kleinen nur noch Haut und Knochen.

Als endlich der Regen zurückkommt, ist die harte Zeit aber noch lange nicht zu Ende. Für eine Löwin mit ihrem Nachwuchs sind die tropischen Gewitter besonders fatal: Sie hatte ihren Nachwuchs im Ried eines Sumpfgebietes versteckt. Dort schien er vor Büffeln sicher, aber nicht vor den Fluten. Schnell steht die Löwenkinderstube einen halben Meter unter Wasser. Wird sie ihre Jungen retten können? Mit dem Regen kehrt auch das Grün in die Massai Mara zurück.

Endlich wieder Nahrung im Überfluss

Löwenmännchen patrouillieren in regelmäßigen Abständen, um ihr Revier zu markieren und zu verteidigen. Dies schützt sie und die Weibchen vor unerwünschten „Besuchern“. © NDR Naturfilm/Reinhard Radke
Löwenmännchen patrouillieren in regelmäßigen Abständen, um ihr Revier zu markieren und zu verteidigen. Dies schützt sie und die Weibchen vor unerwünschten „Besuchern“.

Das bringt für die Löwen neue Schwierigkeiten: Jetzt versinken die Jäger in einem Meer aus Gras. Zwischen den manchmal meterhohen Ähren verlieren sie immer wieder ihre Beute aus den Augen und irren frustriert umher. Erst als die Gnuherden aus der Serengeti auf ihrer Wanderung nach Norden zurückkehren und die tödliche Barriere des Mara Flusses überquert haben, ist der Hunger für das Rudel vorbei. Nun gibt es wieder Nahrung im Überfluss und die Löwinnen jagen Tag und Nacht.

Löwenjunge bleiben etwa zweieinhalb Jahre in der Obhut ihrer Mutter. Gesäugt werden sie allerdings auch von den anderen Weibchen im Rudel. © NDR Naturfilm/Reinhard Radke
Löwenjunge bleiben etwa zweieinhalb Jahre in der Obhut ihrer Mutter. Gesäugt werden sie allerdings auch von den anderen Weibchen im Rudel.

Neueste Wärmebildkameras, die kleinste Temperaturunterschiede sichtbar machen können, enthüllen Verhalten, das dem menschlichen Auge sonst verborgen bliebe und zeigen Afrikas größte Raubkatzen von einer ganz neuen Seite. Die jungen Löwen kommen schnell wieder zu Kräften. Doch als eine Gruppe junger Löwen-Männchen auftaucht und den derzeitigen Herrschern das Revier streitig machen will, spitzt sich die Lage zu. Der Zweiteiler Löwen ist eine dramatische Familiensaga, eine Geschichte von Loyalität und Großmut, aber auch von gnadenlosem Egoismus und brutaler Gewalt.

Autor/in
Reinhard Radke
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Thomas Harnisch
Redaktion
Ralf Quibeldey
Larissa Klinker
Tom Synnatzschke