Expeditionen ins Tierreich

Die Letzten Europas - Wildpferde im Münsterland

Mittwoch, 24. März 2021, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 25. März 2021, 06:35 bis 07:20 Uhr

Im Herzen Westfalens verbirgt sich eine Sensation: die letzten Wildpferde Europas - ursprünglich, ungezähmt und nahezu frei. Jahrhundertelang überstanden sie den Wandel von Wildnis in Kulturland und leben noch immer bei jeder Witterung mitten im Münsterland - Seite an Seite mit anderen seltenen Tieren und Pflanzen. Über ein Jahr begleitete Tierfilmer Christian Baumeister die inzwischen 350 Dülmener Wildpferde. Sein Film beginnt mit spektakulären Szenen aus der Paarungszeit im zeitigen Frühjahr, wenn die Hengste um die Stuten kämpfen.

Die Herde nahe der Stadt Dülmen

Dülmener Wildpferde im Winter. Zu dieser Jahreszeit haben die Tiere ein dichtes Winterfell. © NDR/WDR/Light&Shadow GmbH, honorarfrei
Dülmener Wildpferde im Winter. Zu dieser Jahreszeit haben die Tiere ein dichtes Winterfell.

Einst war ganz Westfalen von sumpfigen Wäldern bedeckt. Zu jener Zeit streiften noch vielerorts wilde Pferdeherden durch das Land. Überlebt hat nur eine einzige. Die letzten 20 Tiere flohen vor den Menschen in ein Sumpfgebiet nahe der Stadt Dülmen. Das Land gehörte den Herzögen von Croÿ. Sie stellten es Mitte des 19. Jahrhunderts unter Schutz und sicherten so das Überleben dieser letzten Wildpferde Europas.

Pferde sind ausgesprochen soziale Tiere. Die große Herde besteht aus vielen Familieneinheiten, die alle von einer erfahrenen Stute angeführt werden. Sie ist es auch, die vor jedem Trinken sorgfältig prüft, ob im Wasser keine Feinde lauern - ein uralter Instinkt, als Wildpferde noch gemeinsam mit Krokodilen im einst tropischen Deutschland lebten.

Unterschiedliche Lebenswege der Stuten und Hengste

Die meiste Zeit des Tages verbringen die Dülmener Wildpferde, die nur in strengen Wintern zugefüttert werden, mit Grasen. Die Fohlen dagegen, die sich hauptsächlich von Milch ernähren, haben viel Zeit. © NDR/WDR/Light&Shadow GmbH, honorarfrei
Die meiste Zeit des Tages verbringen die Dülmener Wildpferde, die nur in strengen Wintern zugefüttert werden, mit Grasen.

Schon früh im Jahr werden die ersten Fohlen geboren. Im Schutz ihrer Familie versuchen sie sofort, auf die Beine zu kommen - um im Notfall mit der Herde flüchten zu können. Die kleinen Stuten bleiben ihr Leben lang in der Herde. Den jungen Hengsten jedoch steht ein anderer Lebensweg bevor: Jedes letzte Wochenende im Mai wird die ganze Herde in eine Arena getrieben und die Jährlingshengste von jungen Männern aus der Region herausgefangen.

Außer faszinierenden Aufnahmen aus dem Leben der Pferde erlaubt der Film auch außergewöhnliche Einblicke in den Alltag ihrer wilden Nachbarn. Uhus ziehen ihre Jungen groß. Zwergmäuse bauen ihre kunstvollen Kugelnester inmitten von Kornfeldern. Sogar die Geburt junger Kreuzottern fängt Baumeister mit der Kamera ein.

Redaktion
Wolf Lengwenus
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Autor/in
Christian Baumeister
Regie
Christian Baumeister
Redaktion
Susanne Lummer
Quibeldey, Ralf