Expeditionen ins Tierreich

Amerikas Naturwunder - Die Saguarowüste

Mittwoch, 10. April 2019, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 11. April 2019, 06:35 bis 07:20 Uhr

In Arizona liegt die wohl ungewöhnlichste Wüste Nordamerikas. Extreme Temperaturen, scheinbar endlose Dürren, teuflische Winde und gefräßige Raubtiere stellen die Wüstenbewohner auf eine nicht enden wollende Probe. Doch trotz all dieser widrigen Umstände ist der Saguaro Nationalpark eine der artenreichsten Wüsten der Welt. Inmitten der kargen Landschaft stehen stille Wächter, wahre Giganten, das Symbol für den Wilden Westen: die gewaltigen Saguaro Kakteen. Sie verleihen dem Nationalpark seinen Namen und bieten vielen Tieren einen gut geschützten Lebensraum.

Wälder aus Kakteen

Der Saguaro Nationalpark wurde 1994 zum Schutz der einzigartigen Kakteen gegründet und ist damit der erste Nationalpark, der zum Wohle einer Pflanze errichtet wurde. Unter Schutz stand das Gebiet jedoch schon seit 1934. Besonders spektakulär sind die Wälder aus Kakteen, in denen die stacheligen Gewächse besonders dicht beieinander stehen. Erst mit 200 Jahren erreichen die Giganten der Wüste mit knapp 14 Metern ihre volle Größe.

In manchen Gegenden, wie den Tucson Mountains, stehen die Saguaro Kakteen fast so nah beieinander wie in einem Wald.

Eine weitere Besonderheit des Parks sind die Halsbandpekaris. Sie stammen ursprünglich aus Südamerika und fanden erst vor etwa 100 Jahren ihren Weg in den Norden bis nach Arizona. Auf den ersten Blick scheinen sie Wildschweinen sehr ähnlich zu sein, doch sind sie nicht wirklich nah verwandt. Die rotbraunen Neugeborenen müssen bereits an ihrem zweiten Tag flink auf den Beinen sein und ihrer Herde folgen.

Regen bringt die Wüste zum Blühen

Das wahre Geheimnis dieses Nationalparks offenbart erst der Regen: Nach einem feuchten Winter verwandelt sich die Wüste in ein Meer aus Blüten. Aber die Menge des Regens kann sich von Jahr zu Jahr stark ändern, nach einer schlechten Saison hat sie verheerende Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Nach einem guten Winter hingegen ist die sonst so karge Landschaft in alle nur erdenklichen Farben getaucht.

Kleiner Vogel - viel Farbe

Diese atemberaubenden Bilder werden nur noch von dem Paarungstanz der Veilchenkopfelfen übertroffen. Diese besonders farbenfrohen Kolibris werden im Frühling von dem Duft blühender Bartfäden angelockt, das sind Pflanzen, die mit dem heimischen Wegerich verwandt sind. Der Nektar ist ein wichtiger Energielieferant für die kleinen Vögel. Die Weibchen bauen winzige Nester aus Pflanzenfasern, Flechten und Federn, die sie mit Spinnweben zusammenhalten.

Die felsigen Regionen des Parks sind das Reich der Klapperschlange, die auf den von der Sonne aufgeheizten Steinen Wärme tankt. Dieser faszinierende Bewohner des Saguaro Nationalparks kann dank seines besonderen Sinnesorgans Wärmestrahlung wahrnehmen und sogar nachts jagen. Dadurch hält er die Anzahl an Ratten und Mäusen gering und schützt die Kakteen somit vor Verbiss.

Der Saguaro Nationalpark ist ein Zuhause für ein weiteres weltberühmtes Tier - den Roadrunner oder auch Wegekuckuck. Er läuft mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 30 Kilometer pro Stunde durch die Wüste. Obwohl er durchaus fliegen kann, versucht er sich lieber als Zweibeiner. Eine Wüste voller Leben. Das Land der Riesenkakteen. Ein wahres Naturwunder Nordamerikas.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Larissa Klinker
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Autor/in
Henry Mix
Regie
Henry Mix