DIE REPORTAGE

Willi - Ein Kalb wächst heran

Freitag, 24. April 2020, 21:30 bis 22:00 Uhr
Samstag, 25. April 2020, 08:30 bis 09:00 Uhr

3,72 bei 54 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

In dieser Reportagereihe wird das Leben von Nutztieren in den Mittelpunkt gestellt, die für die Produktion von Nahrungsmitteln aufgezogen werden. Welche Bedürfnisse haben sie? Und ist es in der auf Effizienz und Profit getrimmten Landwirtschaft überhaupt möglich, diese zu erfüllen? Die Reihe kommt ohne schockierende Bilder aus, zeigt vielmehr, dass sich Tierwohl und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen.

In dieser Folge wird berührend über die ersten Monate des Kalbs Willi berichtet, das auf einem Biobauernhof zusammen mit seiner Mutter aufwächst. Die Kamera ist dabei, wenn das Kalb zum ersten Mal aufsteht, bei seiner Mutter trinkt und von der Herde begrüßt wird.

Willi bleibt bei seiner Mutter

Bild vergrößern
Tierwohl und wirtschaftlicher Nutzen: Das Kalb Willi liegt zusammengerollt auf der Weide.

Eigentlich würde das männliche Kalb Willi kurz nach seiner Geburt von seiner Mutter und der Milchkuh-Herde getrennt werden. So ergeht es fast allen Kälbern in der Milchviehhaltung in Deutschland. Denn die Kälber trinken die Milch, die verkauft werden soll. Willi hat Glück gehabt. Er darf bei seiner Mutter Tana bleiben. Der Hof, auf dem Kuh und Kalb leben, praktiziert die sogenannte "muttergebundene Kälberaufzucht".

Im Betrieb De Oeko Melkburen leben die Kälber drei Monate lang mit ihren Mutterkühen im natürlichen Herdenverband. So ist es den NDR Autoren Antonia Coenen und Philipp Juranek möglich, mit der Kamera zu beobachten, wie sich die Verbindung von Mutterkuh und Kalb entwickelt und welche Rolle die Herde auch für hochgezüchtete Milchkühe immer noch spielt.

Der Betrieb wirtschaftet erfolgreich

Bild vergrößern
Die Kuherde von Hans Möller steht das ganze Jahr über auf der Weide.

Willi bekommt nach etwa elf Wochen eine Nasenkappe, die verhindert, dass er weiter Milch bei seiner Mutter säugt. Mit etwa zwölf Wochen wird er von der Mutter getrennt und kommt auf eine sogenannte Jugendweide. Er lebt wie alle Rinder auf dem Hof ganzjährig draußen.

Landwirt Hans Möller hat vor fünf Jahren auf die "muttergebundene Kälberaufzucht" umgestellt. Für ihn war es eine emotionale Entscheidung mit wirtschaftlichen Risiken. Inzwischen ist er von seiner Art der Milchviehhaltung überzeugt. In einer Zeit, in der viele Milchviehbetriebe aufgeben müssen, wirtschaftet Hans Möller erfolgreich. Sein Hof ist ein Mischbetrieb mit etwa 30 Milchkühen. Eindrucksvoll lebt er vor, dass Tierwohl und wirtschaftlicher Nutzen sich nicht ausschließen.

Autor/in
Antonia Coenen
Aufnahmeleitung
Tim Carlberg
Regie
Antonia Coenen
Redaktion
Julia Saldenholz
Redaktionsleiter/in
Julia Saldenholz
Redaktionsassistenz
Jana Boetel
Autor/in (Drehbuch)
Regie
Philipp Juranek