Terrasse aus Billigstein

Wie gut ist die Ware aus China?

Freitag, 08. März 2019, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 09. März 2019, 08:30 bis 09:00 Uhr

Die Arbeitsbedingungen in der chinesischen Steinindustrie sind hart. © NDR/HTTV Produktion

3,09 bei 80 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Naturstein ist so günstig wie lange noch nicht. Für Bauherren, die ihre Terrasse erneuern wollen, ist der hochwertige und witterungsbeständige Stein deswegen besonders attraktiv. Doch wie kann das sein?

Auf Spurensuche in China

Ein NDR Team begibt sich auf Spurensuche. Es will wissen, wie es kommt, dass Naturstein so billig geworden ist. Schnell wird klar: Wie die meisten anderen Billigprodukte kommen auch die Steine mittlerweile zu einem großen Teil aus China. NDR Reporter Michael Höft reist mit seinem Team ins "Land der Mitte", um herauszufinden, wie die Arbeitsbedingungen in der Natursteinindustrie sind und ob man mit ruhigem Gewissen Steine aus China kaufen kann.

Die Recherchen führen das Team in die Millionenstadt Xiamen, sie ist das Zentrum der chinesischen Steinindustrie. Von hier aus wird die ganze Welt mit Pflaster-, Terrassen- und allen möglichen anderen Steinprodukten versorgt.

Geschätzter Umsatz: 10 Milliarden Euro

Über einen Mittelsmann gelingt es dem Fernsehteam, in Fabriken zu gelangen, um dort die Arbeitsbedingungen zu filmen. Schnell wird klar: So problemlos, wie die deutschen Händler die Arbeitssituation in China beschreiben, ist sie bei Weitem nicht.

Die Produktion in China

China liefert mit über 400.000 Tonnen mehr als die Hälfte der nach Deutschland eingeführten Natursteine. Der Umsatz der chinesischen Steinindustrie wird auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt, die Zahl der Beschäftigten auf zwei bis drei Millionen. Nach Angaben aus China exportiert das Land im Jahr 2018 rund 20 Millionen Tonnen Natursteine, Tendenz steigend. Mittlerweile ist Naturstein aus China kaum teurer als heimische Betonplatten. Den wahren Preis für die neuen Terrassensteine bezahlen aber die Arbeiter in China.

  • Zahlen zum Handel mit China

    China war im Jahr 2017 der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Insgesamt wurden in dem Jahr Waren im Wert von knapp 188 Milliarden Euro zwischen den beiden Ländern gehandelt.

  • Zahlen zum Handel mit China

    Autos und Autoteile sind der Exportschlager: Insgesamt exportierte Deutschland im Jahr 2017 Kraftfahrzeuge und -teile im Wert von 21,5 Milliarden Euro nach China. Auf Platz 2 landeten Maschinen mit einem Wert von 17,8 Milliarden Euro und auf Platz 3 Datenverarbeitungsgeräte - also Computer - im Wert von 9,8 Milliarden Euro.

  • Zahlen zum Handel mit China

    Datenverarbeitungsgeräte - also Computer - sind das Produkt, das Deutschland am meisten aus China importiert. Die gehandelte Ware hatte im vergangenen Jahr einen Wert von 36,9 Milliarden Euro. Auf Platz 2 landete elektrische Ausrüstung im Wert von 12,6 Milliarden Euro. Bekleidung belegte Platz 3 mit 8,4 Milliarden Euro.
    (Quelle: Statistisches Bundesamt)

zurück
1/4
vor

 

Autor/in
Michael Höft
Regie
Michael Höft
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Julia Saldenholz