Expedition Antarktis

Der harte Kampf gegen Umweltsünder

Freitag, 18. Mai 2018, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 19. Mai 2018, 08:30 bis 09:00 Uhr

Argentinien und Chile betreiben viele Stationen in der Antarktis. © NDR/Michael Höft, honorarfrei

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Windstärke 11 in der Drakepassage zwischen Kap Horn und der Antarktis. Der Eisbrecher "Arctic Sunrise" der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist auf dem Weg durch das stürmischste Seegebiet der Welt, ins ewige Eis des Südkontinents. An der antarktischen Halbinsel wollen sie eine kaum bekannte Fischerei beobachten: die Krillfischerei. Krill ist ein kleines Krebstier, das vor allem als Nahrung von Walen bekannt ist. Er ist der wichtigste Baustein des extrem fragilen Ökosystems Antarktis. Wale und viele Pinguinarten ernähren sich so gut wie ausschließlich von den kleinen Krebstieren.

Unterwegs mit Greenpeace

Der Weg zu den Fanggründen ist weit und beschwerlich. Eisige Temperaturen machen jeden Handschlag zu einem Kraftakt. Immer wieder friert der Treibstoff der Schnellboote ein, die Crew kämpft mit Nebel und gefährlichen Eisbergen. Doch die Umweltschützer wollen mit ihrem Schiff, der Arctic Sunrise, bis in die Fanggebiete der Krillfischer vorrücken.

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Das "rosa Gold", das Krillöl, wird weltweit nachgefragt. Es ist ein exklusiver Rohstoff für Nahrungsergänzungsmittel. Immer mehr Menschen auch in Deutschland schwören auf diese angeblich so gesunden Pillen. Besonders begehrt sind Mittel mit omega3 Fettsäure. Das exklusivste unter diesen Produkten sind Tabletten aus Antarktischem Krill.

Krillbestände schrumpfen

Immer einfacher kommen die Fischer an das begehrte Krill. Denn der Klimawandel lässt die schützende Eisdecke der Antarktis schmelzen. Die Krillbestände jedoch schrumpfen, befürchten die Umweltschützer, da sich der Krill vor allem von Algen ernährt, die unter dem Eis wachsen. Die Erderwärmung bedroht die Antarktis und den Krill also gleich doppelt.

Vier Wochen lang hat ein Team des NDR die Antarktisexpedition begleitet. In dieser beeindruckenden Landschaft ist es ihnen gelungen, Bilder von einer Region einzufangen, die vielleicht in ein paar Jahren so nicht mehr existieren wird.

Was ist "Krill"?

Die kleinen Krebse leben im Südpolarmeer. Sie werden bis zu 68 Millimeter groß und besitzen hochentwickelte Leuchtorgane mit Reflektoren. Weltweit gibt es insgesamt 85 Krill-Arten. Sie fressen Mikroalgen und Zooplankton. Die Tiere kommen als riesige Schwärme vor, die als "Krill" bezeichnet werden. KRILLBASE, eine umfangreiche Datenbank zu Krilldaten, vermutet, dass es 379 Millionen Tonnen Krill im Meer gibt. Krill ist eine wichtige Nahrungsquelle für Wale, Robben, Fische und Vögel. Ein Blauwal frisst bis zu 4 Tonnen am Tag davon. Das Wort "Krill" kommt übrigens aus dem Norwegischen und bedeutet "was der Wal frisst".
(Quelle: Bundesministerium für Umwelt, WDC)

 

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Autor/in
Michael Höft
Redaktion
Julia Saldenholz
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg