die nordstory - Über den Dächern von Hamburg

Freitag, 14. Juni 2019, 20:15 bis 21:15 Uhr

Skyline an der Außenalster. © NDR

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Blick auf den Turm der St. Katharinen.

292 Stufen führt der Weg aufwärts. Vadim Dukart geht ihn gemächlich, er kennt jede Stufe hier: Der Turm der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg ist ein Teil von seinem Arbeitsplatz. Der gebürtige Russe ist seit 20 Jahren Küster der Hamburger Hauptkirche gleich gegenüber der Speicherstadt und der Hafencity. Deren goldene Krone auf ihrem Turm sei aus dem Schatz Klaus Störtebekers gemacht, so will es zumindest die Legende wissen. Von hier aus liegt Vadim Dukart ganz Hamburg zu Füßen. Für ihn geht der Blick aber erst einmal zur Hauptkirche St. Jacobi. Dort nämlich arbeitet sein Sohn als Küster: "Schuster bleibt Schuster, Küster bleibt Küster" fasst er knapp die Familienchronik zusammen. Die Hamburger Chronik lässt sich vom Katharinenturm bestens ausmachen. St. Katharinen ist Zeitzeugin von bald 800 Jahren Stadtentwicklung.

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Musik schallt vom Hochhaus

Mümmelmannsberg: Das Neubauviertel am Hamburger Stadtrand nach Bergedorf hin war noch nicht zu erahnen, als die Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde. In den 1970er-Jahren entstand die Siedlung, die gern schlicht "Mümmel" genannt wird, der alte Kosename "Bunny Hill" hat sich nicht durchsetzen können. Sozialer Brennpunkt mit hohem Migrantenanteil, den Ruf hat Mümmelmannsberg weg. Jeden zweiten Tag kommt hier ein Kind zur Welt, seit Kurzem werden die neuen Erdenbürger jetzt mit einem Lied gegrüßt, das sich dem schlechten Ruf des Viertels entgegenstellt. Von einem Lautsprecher auf einem Hochhaus schallt die selbst komponierte Willkommensmelodie in etlichen Sprachen über ganz Mümmelmannsberg. Jocelyn Homadi-Sewor ist hier großgeworden, sie singt im Kirchenchor sowie in Bands. Selbstverständlich hat sie bei der Aufnahme mitgemacht und feiert mit dem ganzen Quartier die Klangneuerung.

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Schätze vom Dachboden

An der Alster auf dem Dachboden des Luxushotels "Vier Jahreszeiten" soll Raum für Neues geschaffen werden. Viele "Bodenschätze" aus 120 Jahren Hotelgeschichte sollen für einen guten Zweck versteigert werden. Dadurch bekommt "Hamburg Leuchtfeuer" für den Neubau des Hospizes in der Hafencity Unterstützung aus der luftigen Höhe. Es ist die Hamburger Verbundenheit: Die Ruheständler aus der Hotelcrew helfen aktiv mit, die erinnerungsträchtigen Schätze an den Mann oder die Frau zu bringen, innerhalb weniger Stunden ist alles verkauft. Rentnerin Ursula Jungklaus jubelt mit einem Hauch Wehmut, viele der Gegenstände kannte sie noch aus ihrer Zeit im Café Condi des Hotels.

Aussichten, Aufsichten und Umsichten

Hamburgs grüne Dächer

Auch sonst tut sich viel auf Hamburgs Dächern: Die Freie und Hansestadt ist zum Vorreiter für Gründächer geworden. 100 Hektar Grünfläche sollen es bis 2020 werden. Johann Christian Kottmeier hat in Ottensen eine 300 Quadratmeter große "Dachlounge" mit Wildwiese angelegt, Architekt Klaus Huwendiek hat sein modernes Glashaus im Blankeneser Treppenviertel rundum begrünt und mit einem berückenden Dachgarten gekrönt, der freien Blick auf die Elbe bietet.

Weiter südlich in Wilhelmsburg hat man vom Energiebunker aus den besten Blick auf die Dächer Hamburgs, auch da aus luftiger Höhe: vom Café vju im ehemaligen Flakturm. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung wurde der Bunker zum lokalen Kraftwerk umgebaut und das Café eingerichtet.

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Dieser Ort ist ein lebendiges Stück Zukunft. Dort treffen sich Jocelyn aus Mümmelmannsberg und Frank Engelbrecht, Pastor der Hauptkirche St. Katharinen, um ihre Sicht auf Hamburg zu vergleichen: Aussichten, Aufsichten und Umsichten zu einer Stadt, die den Raum hoch über den Köpfen der Menschen entdeckt.

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Redaktion
Birgit Schanzen
Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Autor/in
Jan Peter Gehrckens