die nordstory - Sommer in der Provinz

Großer Trubel im kleinen Schwaan

Mittwoch, 18. April 2018, 14:15 bis 15:15 Uhr

Ein Vater bringt seinem Kind das Schwimmen bei.

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Das kleine mecklenburgische Provinzstädtchen Schwaan wird im Sommer zu einem echten Geheimtipp. Die Schwaaner haben aus ihrem Ort ein echtes Kleinod für Feriengäste gemacht, obwohl die Ostsee nur zwanzig Autominuten entfernt ist.

Attraktionen mitten in der Provinz

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Beate Voigt ist die Chefin des Schwaaner Campingplatzes.

Die nordstory erzählt Geschichten von Menschen, die die Provinz lieben - abseits der berühmten Seebäder und der Touristenzentren. Geschichten von Beate Voigt, der neuen Campingplatzbetreiberin, die ihre allererste Saison vor sich hat. Im letzten Oktober hat sie den runtergekommenen Platz gekauft und will ihm nun mit aller Kraft neuen Schwung verleihen. Der Film erzählt von Beate Aude, die mit der "Kulturschänke" das beliebte Lokal mitten auf dem Schwaaner Markt betreibt. Seit acht Jahren existiert diese Kultkneipe inzwischen, legendär sind die Live-Musik-Abende. Da geht in der Kulturschänke jedes Mal die Post ab - am Ende tanzen die Gäste sogar auf den Tischen. Das Highlight für Beate Aude in diesem Sommer: Sie muss eine Hochzeitsfeier für ein Paar kulinarisch ausstatten, das extra aus der Schweiz nach Schwaan reist, um in der Kulturschänke das schönste Fest seines Lebens zu feiern.

Die Naturschönheiten vom Wasser aus

Die nordstory begleitet Sven-Erik Muskulus, den "Tausendsassa-Dienstleister", der immer häufiger seinen Elektromotorkutter bei Schwaan in die Warnow setzt und seinen Gästen auf dem Wasserweg die Naturschönheiten der Gegend zeigt. Eine große Ausnahme - denn normalerweise ist das Naturschutzgebiet für Motorboote gesperrt. Wenn Muskulus nicht mit Urlaubern auf dem Wasser unterwegs ist, dann an Land - er verleiht Fahrräder inklusive Bringe- und Abholservice, organisiert Boßelturniere für Schwaaner Hotelgäste, kreiert und testet mit einem Kollegen neue Bogenschieß-Parcours.

Ami-Schlitten-Schrauber Enrico Gehrman

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Enrico Gehrmann erweckt alte Straßenkreuzer zu neuem Leben.

Der Film erzählt auch kuriose Geschichten: Da ist zum Beispiel Enrico Gehrman, den alle in Schwaan nur den "Verrückten Autoschrauber" nennen. Enrico saniert, repariert und tüftelt an alten, amerikanischen Straßenkreuzern. Aus ganz Deutschland hat er Kundschaft - gerade hat ein Ami-Schlitten-Fan aus Chemnitz ein pflegebedürftiges Wrack von 1929 auf seinen Hof gebracht.

Künstlerkolonie Schwaan

Aber auch das Schicksal von Sylvia Tkotsch wird erzählt. Nach einem schweren Reitunfall vor 15 Jahren lag Sylvia zwei Wochen lang im Koma, danach musste sie alles komplett neu lernen: Sprechen, Schreiben, Laufen. Seitdem lebt sie viel bewusster, sagt die 34-Jährige, und sie genießt jeden Augenblick. Nach diesem Unfall beginnt die gebürtige Rostockerin auch ihr neues, ihr künstlerisches Leben - in Schwaan. Die gelernte Industriekauffrau studiert an einer privaten Rostocker Kunstschule einige Semester Grafik und Bildhauerei und richtet sich in der Künstlerkolonie Schwaan ein Atelierhaus ein. Einige Räume nutzt sie als Atelier, einige will sie zu einer Galerie umgestalten. Ein Treffpunkt für Künstler soll das Haus einmal werden, mit gemeinsamen Workshops, Ausstellungen und kreativen Zusammenkünften. Gerade werkelt sie selbst an einer riesigen Sandsteinskulptur - inspiriert vom Sommer in der Schwaaner Provinz.

Autor/in
Till Lehmann
Anke Riedel
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Iris Berner