Die Nordreportage: Vorsicht, heiß und fettig!

Von Ölmüllern und Buttermachern

Donnerstag, 30. September 2021, 18:15 bis 18:45 Uhr
Dienstag, 05. Oktober 2021, 11:30 bis 12:00 Uhr

Fette und Öle sind Geschmacksverstärker, beim Kochen quasi unverzichtbar und Grundbausteine gesunder Ernährung. Vielfach werden sie im Norden hergestellt. "Die Nordreportage" begleitet einen Koch, Ölmüller und Buttermacher bei ihren Tätigkeiten und liefert viele Infos rund um die Geschmacksträger.

Abkehr vom Palmöl

Dirk Demkowsky und seine Mitarbeiterin Angelika machen den Geschmackstest: Soll zukünftig eine Palmfettmischung oder ein Produkt aus Rapsöl dafür sorgen, dass die Pommes in der "Deichkombüse" heiß und kross werden? © NDR/AZ Media/Franziska Voigt
Dirk Demkowsky und seine Mitarbeiterin Angelika machen den Geschmackstest.

Ohne Fett läuft in Dirk Demkowskys Deichkombüse im Fischerdorf Neuharlingersiel gar nichts. Er nimmt Rapsöl zum Braten von Schnitzel und Scholle und Butter als Belag fürs Schwarzbrot mit Matjes. Für seine Fritteusen verwendete er bislang eine spezielle Palmfett-Mischung. Palmöl steht aber in der Kritik, da dafür Regenwald gerodet wird. Dirk Demkowsky will jetzt auf Raps- und Sonnenblumenöl umsteigen. Einen Pluspunkt haben die neuen Sorten bereits: Einige Produzenten verwenden Rohstoffe, die quasi um die Ecke angebaut werden.

Rapsöl aus dem Weserbergland

Ottenstein im Weserbergland. Das Dorf setzt voll auf Rapsöl. Seit 2002 steht hier eine Ölmühle, gebaut von Landwirten und Unternehmern. "Raps wurde hier immer angebaut", sagt Andreas Siegmann. Der Müller presst an 365 Tagen sattgelbes Öl, rund 2,8 Millionen Liter im Jahr. "Es muss nussig schmecken, dann haben wir einen guten Job gemacht!" Die Qualität seines Öls beginnt auf den Feldern. Im Mai blüht die Ottensteiner Hochebene goldgelb. Geerntet wird das "schwarze Gold" im Hochsommer. Dann sind die Rapsöl-Macher über Tage im Dauerstress.

Butter vom Biobauern

Die Deutschen lieben Butter: auf dem Frühstücksbrötchen, geschmolzen auf Spargel oder Pellkartoffeln. "Gute Butter fängt bei einer glücklichen Kuh an", sagt Gerhard Dehlwes aus Lilienthal bei Bremen. Der Biobauer hat zusammen mit seiner Familie eine eigene Molkerei aufgebaut, um für seine Milch einen besseren Preis zu erwirtschaften. Wenn alles klappt, entsteht unter anderem in einem aufwendigen Verfahren eine besondere Sauerrahmbutter.

Butterschmalz aus Uelzen

In Uelzen hat einer der größten Butterschmalzproduzenten Deutschlands seinen Sitz. Das Schmalz hat einen höheren Fettgehalt als Butter, ist laktosefrei und länger haltbar. Die Produktion läuft zwar komplett computergesteuert, aber ausschlaggebend für die Qualität sind auch hier die Macher. "Es gehört Fingerspitzengefühl dazu, alles richtig einzustellen. Schon die Außentemperatur beeinflusst unsere Produktion", sagt Willi Krüger. Der junge Molkereimeister hat einen besonderen Tag vor sich: Er muss als Schichtleiter einspringen.

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Leitung der Sendung
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Autor/in
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