Die Nordreportage: Mit Pferd und Sense

Ackern für den Artenschutz

Samstag, 10. September 2022, 15:30 bis 16:00 Uhr

Eine andere Landwirtschaft zu betreiben, bei der Artenvielfalt und Naturschutz im Fokus stehen und nicht die Wirtschaftlichkeit, das ist der Wunsch vieler Menschen, die sich im niedersächsischen Wendland angesiedelt haben. "Die Nordreportage" stellt drei verschiedene Modelle vor und erzählt Geschichten über Artenschützer aus dem Wendland, die mit traditionellen Arbeitsmethoden neue Wege gehen.

Landschaftspflege mit Schaf und Sense

Hannah Wilimzig und Stefan Reinsch haben auf einer ehemaligen Funkstation das Artenreich Höhbeck gegründet. Auf ihren Wiesen leben sehr seltene Pflanzen und Insekten. Als Landschaftspfleger hält Hannah eine Herde Skudden, eine alte und besonders robuste Schafrasse. Stefan mäht das Gras fürs Heu mit der Sense, weil bei dieser schonenden Methode auch Insekten und Amphibien die Mahd überleben. Jetzt bauen Hannah und Stefan eine Wollmanufaktur auf. Eine neue Chance für das Wendland!

Waldarbeit mit Rückepferden

Die Kaltblüter werden zur Bodenpflege eingesetzt. © NDR/AZ Media TV GmbH/Franziska Voigt
Die Kaltblüter werden zur Bodenpflege eingesetzt.

Holzrücker Kay Stolzenberg will bei seiner Arbeit möglichst wenig Spuren hinterlassen. Kay zieht mit seinen Kaltblütern Baumstämme aus dem Wald. Die Vierbeiner ersetzen schwere Maschinen. Außerdem können die Pferde vor den Pflug gespannt und bei Mäh- und Rodungsarbeiten eingesetzt werden. Diese Methoden schonen den Boden und damit den Lebensraum von Insekten und Pflanzen.

Nachhaltigkeit gehört bei Kay Stolzenberg zum Lebenskonzept: Seinen alten Hof bei Zernien saniert der gelernte Tischler mit dem, was bereits vorhanden ist. Sein Mobiltelefon ist ein uralter Knochen und sein wichtigster Mitarbeiter ist ein Schleswiger Kaltblut, das zu den vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen gehört.

Gemeinsam leben und produzieren

Joshua Choukroun und Marie Grauwinkel leben mit ihren drei Kindern in einer Kommune in Volzendorf. Ihre Lebensmittel produzieren sie weitgehend selbst, in einem Netzwerk tauschen und teilen sie mit Nachbar*innen und Freund*innen.

Saft aus alten Apfelsorten

Ihr größtes Projekt: Zusammen mit Mitbewohner Hannes Jung betreuen sie den Apfelverein. Auf ihren Streuobstwiesen stehen Bäume alter Sorten wie Prinz Albrecht von Preußen oder Dülmener Herbstrose. Die Gehölze bieten Vögeln Nistplätze, auf den Wiesen leben Tausende Insektenarten. Im Spätsommer ist Erntezeit, viele Früchte werden zu Saft gepresst. Dieses Jahr gibt es eine Weltpremiere: Die Apfelfreund*innen wollen aus dem Nathusius Taubenapfel einen sortenreinen Saft herstellen.

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Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Joachim Grimm
Redaktion
Thomas Fischer
Autor/in
Franziska Voigt
Produktionsleiter/in
Virginia Maassen