Die Nordreportage: Die Stahlkocher

Mittwoch, 14. Oktober 2020, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 16. Oktober 2020, 11:30 bis 12:00 Uhr

Im Hochhaus, für Kochtopf oder Hausschlüssel, Wasserhahn, Auto oder in hochwertigen Messern, überall wird Stahl verbaut. Es ist ein Werkstoff der Superlative: Über 700 Millionen Tonnen Rohstahl werden jedes Jahr weltweit produziert. Etwa sechs Prozent davon kommen aus Deutschland.

Hightechstahl aus Norddeutschland

Blick auf das Stahlwerk der Salzgitter AG. © NDR/TV Plus GmbH/Christian Kell
Blick auf das Stahlwerk der Salzgitter AG.

Im Stahlwerk in Salzgitter, dem größten Hüttenwerk in Norddeutschland, wird aus kleinen Klumpen Eisenerz Hightechstahl hergestellt. Doch um Stahl zu erzeugen, sind viele Arbeitsschritte nötig. Mal sind es ganz feine und vorsichtige Ausführungen, mal gigantische und brachiale.

Aus Stahl werden auch Küchenmesser

Schmied Marc Wehmer stellt ein Küchenmesser aus Dameszenerstahl her. Jedes Messer wird in Handarbeit am Kohlefeuer geschmiedet. © NDR/TV Plus GmbH/Florian Stege
Schmied Marc Wehmer stellt ein Küchenmesser aus Dameszenerstahl her. Jedes Messer wird in Handarbeit am Kohlefeuer geschmiedet.

"Feste draufhauen" muss auch der Oldenburger Schmied Marc Wehmer. In stundenlanger Handarbeit schmiedet er über 900 Lagen Stahl zu einem hochwertigen Küchenmesser. Seine Liebe zum Material erklärt er so: "Vielleicht liegt es an meiner Kindheit. In Bremerhaven gab es viel Industrie und den Schiffbau. Da wurde an jeder Ecke mit Stahl gearbeitet."

Der Schmelzer hält den Hochofen am laufen

Am Hochofen reinigen Schmelzer die Ablaufrinne. Schutzkleidung ist Pflicht - im Inneren des Ofens herrschen Temperaturen von bis zu 2.000 Grad Celsius. © NDR/TV Plus GmbH/Uli Pucknat
Am Hochofen reinigen Schmelzer die Ablaufrinne. Schutzkleidung ist Pflicht - im Inneren des Ofens herrschen Temperaturen von bis zu 2.000 Grad Celsius.

Über 5.000 Menschen arbeiten im Stahlwerk in Salzgitter. Einer der Spezialisten ist Thomas Müller. Der Schmelzer sorgt dafür, dass der Hochofen läuft. Er prüft alle 45 Minuten die Qualität des 1.500 Grad heißen, flüssigen Roheisens. Einmal angeblasen, läuft ein Hochofen etwa 15 Jahre lang ohne Pause und wird ununterbrochen mit Erz, Koks und anderen Stoffen gefüttert.

Ein Schwergewicht für den Transport

Heiße Ladung: Maik Karkossa fährt einen Zug mit Torpedopfannen durch das Stahlwerk - der Inhalt ist flüssiges Roheisen. © NDR/TV Plus GmbH/Uli Pucknat
Heiße Ladung: Maik Karkossa fährt einen Zug mit Torpedopfannen durch das Stahlwerk - der Inhalt ist flüssiges Roheisen.

Dafür müssen große Materialströme bewegt werden. Der Transport im Stahlwerk ist der Job von Nicole und Maik Karkossa. Das Ehepaar fährt mit viel Fingerspitzengefühl die Züge, die Eisenerz oder haushohe Kessel mit flüssigem Metall über das Gelände transportieren. Auch der Güterzug, der das Erz aus dem Hamburger Hafen zum Stahlwerk transportiert, ist besonders. Mit 6.000 Tonnen Gewicht ist er der schwerste Zug in Deutschland.

Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Joachim Grimm
Redaktion
Thomas Fischer
Autor/in
Anja Schlegel
Produktionsleiter/in
Virginia Maassen

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