Die Nordreportage

Die Nordreportage: Der Moorbauer vom Kummerower See - Ein Landwirt will das Klima retten

Mittwoch, 03. November 2021, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 05. November 2021, 11:30 bis 12:00 Uhr

Ein Landwirt rettet das Moor. Wiedervernässung heißt die Herausforderung. Moorbauer Henning Voigt muss schonend ernten, Natur erhaltend, wenn er ins Niedermoor am Kummerower See fährt. Schilf und Gräser mäht er erst im Juli nach der Blüte und ohne brütende Vögel zu gefährden. Viel Aufwand, der sich für ihn irgendwann auch bezahlbar machen muss. Auf großen Rollen fährt er die Gräser ins Bioheizkraftwerk Malchin. 500 Wohnungen und zwei Schulen beheizt er mittlerweile mit aus dem Moor gewonnener Wärme. Um als Landwirt von den Moorprodukten leben zu können, braucht es aber noch Zeit. Henning Voigt sieht sich selbst als Pionier. Er will den Spagat schaffen zwischen Klimaschutz und Landwirtschaft.

Unterstützung von einer Moorforscherin

Wohnen auf Rädern - Tiny Houses aus Greifswald sind aus Moormaterialien gebaut. © NDR/Populärfilm
Wohnen auf Rädern - Tiny Houses aus Greifswald sind aus Moormaterialien gebaut.

Moorforscherin Franziska Tanneberger von der Universität Greifswald unterstützt ihn dabei. Denn sie weiß: liegen Moorflächen trocken, stoßen sie enorm viel schädliches Kohlendioxid aus, ein gefährliches Treibhausgas. Ginge es nach ihr, müssten alle Moorflächen wieder vernässt werden. Am Kummerower See erforscht sie, welche Tier- und Pflanzenarten sich auf den wieder nassen Moorflächen von Henning Voigt ansiedeln.

Nachhaltiges Naturdämm-Material

Auch Tiny-House-Konstrukteur Torsten Galke ist an Paludikulturen interessiert: Pflanzenarten, die auf Moorflächen wachsen. Denn er verbaut sie in kleinen Häusern auf Rädern als Naturdämmmaterial, eine nachhaltige Alternative zu Styropor. Moorschutz und Wirtschaftlichkeit: ein Zukunftsthema.

Weitere Informationen
Absterbende Moorbirkenstämme spiegeln sich im Wasser im Himmelmoor bei Quickborn.  Foto: Anja Deuble

Moore in Schleswig-Holstein sollen Klimaretter werden

Die Stiftung Naturschutz will bis 2030 große Moorgebiete renaturieren und so 700.000 Tonnen CO2 jährlich binden. mehr

Ein Kind läuft in den Moorwelten bei Diepholz barfuß durch ein Matschbecken. © Europäisches Fachzentrum Moor und Klima Wagenfeld Foto: Remigius Konietzny

Das Moor sehen, spüren und hören

Wie fühlen sich Moore hautnah an? Und warum sind sie wichtig für den Klimaschutz? Das Erlebniszentrum Moorwelten bei Diepholz zeigt die Vielfalt eines faszinierenden Naturraums. mehr

Ein Bagger schaufelt auf dem undatierten Foto in einem Moor bei Dassel im Solling Sägespäne zur Abdichtung in einen Graben. © picture alliance / dpa | Niedersächsische Landesforsten

Landesforsten renaturieren Moore im Solling und Harz

Es sollen Fichten gerodet und Gräben verschlossen werden. Ein intaktes Moor speichert Wasser und bildet Grundwasser. mehr

Ein Moorgebiet mit blühender Heide © colourbox

Moore - unheimlich und unheimlich wichtig

Moore erscheinen mystisch - aber sie sind effektive Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Trockenlegung und Torfabbau gefährden sie. mehr

Autor/in
Cornelia Helms
Redaktion
Christina Walther
Produktionsleiter/in
Ulrike Gädke
Redaktion
Birgit Müller

JETZT IM NDR FERNSEHEN

NDR Talk Show 22:00 bis 00:00 Uhr