Die Nordreportage: Außer Atem

Eine Woche auf der Intensivstation Ueckermünde

Mittwoch, 19. Mai 2021, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 21. Mai 2021, 11:30 bis 12:00 Uhr

Sie alle leisten viel: Ärzte, Pflegepersonal, Reinigungskräfte. Das Coronavirus hat auch den Klinikalltag in Ueckermünde verändert. Ein kleines Krankenhaus in einer kleinen Stadt im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns.

Am Eingang der COVID-19-Station im AMEOS Klinikum Ueckermünde legt eine Schwester die Schutzkleidung an. FFP3-Maske, Schutzhaube und Visier gehören genauso wie ein Schutzkittel und Handschuhe dazu. © NDR/AMEOS Klinikum Ueckermünde
Nach genauen Vorgaben muss die Schutzkleidung angelegt werden: FFP3-Maske, Schutzhaube, Visier, Schutzkittel und Handschuhe.

Im vorderen Teil des Klinikums, im sogenannten "weißen Bereich", werden alle Patient*innen ohne Verdacht auf eine COVID-19-Infektion behandelt. Im hinteren Teil des Klinikums verbirgt sich der sogenannte "schwarze Bereich", die Isolierstation. Die Abteilung für Intensivmedizin mit Chefärztin Dr. Jana Fastnacht-Böttcher hat acht Betten. Seit der zweiten Welle sind diese immer wieder belegt. Das "Schleusen" auf der COVID-19-Station ist aufwendig. Nach genauen Vorgaben wird die persönliche Schutzausrüstung angezogen: Schutzkittel und Extrasocken, Spezialhaube und Schutzbrille. Handschuhe werden doppelt getragen. Eng scheinen die sonst so geräumigen Patientenzimmer, hinter den vielen Geräten liegt ein Erkrankter an einer Beatmungsmaschine.

Vielen Patient*innen geht es in den ersten Tagen einer COVID-19-Erkrankung noch ganz gut, oft verschlechtert sich ihr Zustand aber schlagartig. Von jetzt auf gleich benötigen sie eine Intensivtherapie. Die Sauerstoffversorgung der Patient*innen verstärkt den Betreuungsaufwand. Dabei ist der wache Patient manchmal sogar komplizierter, sagt die Ärztin. "Diese Patienten wollen reden, sind manchmal unzufrieden, in ihren Einzelzimmern fällt ihnen die Decke auf den Kopf, die Genesung geht ihnen einfach nicht schnell genug." Die Abteilung für Innere Medizin mit Chefarzt Christian Hönnscheidt hat 39 Betten. 15 bis 20 Patient*innen mussten hier früher auch schon beatmet werden, aber die Zahl der Beatmungsstunden ist rapide gestiegen.

Autor/in
Dörte Rochow
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Andrea Runge