die nordreportage

die nordreportage: Notruf Hamburg

Montag, 24. Juli 2017, 18:15 bis 18:45 Uhr
Mittwoch, 26. Juli 2017, 11:30 bis 12:00 Uhr

Nothelfer des Deutschen Roten Kreuzes versorgen einen Patienten im Rettungswagen.

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Ein Motorradunfall - gleich um die Ecke.  Mehr wissen die jungen Frauen nicht - nur dass es schnell gehen muss. Ein Blaulichteinsatz für Anna-Lena Arling und Pauline Schlesinger. Die beiden Rettungsassistentinnen vom Roten Kreuz versorgen im Süden Hamburgs Notfallpatienten.

Manche Einsätze vergisst man nicht

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Die beiden Rettungsassistentinnen in einer entspannten Situation.

Ältere Menschen mit Herz- oder Lungenproblemen zählen zum Alltagsgeschäft. Oft wiederholen sich die Krankheitsbilder. Doch es gibt immer mal wieder Vorfälle, die die beiden jungen Frauen nicht vergessen. Pauline Schlesinger war noch in der Ausbildung als sie einen Säugling reanimieren musste. Ihre Hilfe kam zu spät. Die 24-Jährige hat früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Innerhalb von Sekunden muss sie schwerwiegende Entscheidungen treffen. Und da jede Situation anders ist, kann sie sich auf keinen Einsatz vorbereiten.

Handwerkernotdienst rund um die Uhr

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Markus Panter hat einen Einsatz: bei einem Mieter tropft es aus der Decke.

Die Not ist sein Geschäft. Markus Panter muss schnell sein und dabei gut. Der Gas- und Wasserinstallateur arbeitet bei einem 24 Stunden Handwerkernotdienst. Wenn er Bereitschaft hat, ist er Tag und Nacht in ganz Hamburg unterwegs, um Keller und Wohnungen nach einem Rohrbruch trocken zu legen, Klospülungen zu reparieren oder Dächer zu flicken. Ein Stück weit sei das auch Detektivarbeit, wenn es beispielsweise darum geht, schlechten Gerüchen auf die Spur zu kommen. Wenn er keine Rohre flickt, ist der 33-Jährige entweder mit der Freiwilligen Feuerwehr unterwegs oder er arbeitet nebenberuflich als Hausmeister im Haus der Jugend.

Menschen wie Markus Panter werden dringend gebraucht. Denn in einer Großstadt mit 1,8 Millionen Einwohnern passiert ständig etwas Unvorhergesehenes. Beispielsweise im Straßenverkehr: Im vergangenen Jahr verunglückten auf Hamburgs Straßen 293 Menschen.

Innerhalb von 30 Minuten ist der Bergungsdienst vor Ort

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Der BMW ist mehrere Meter über eine Kreuzung gerutscht.

Walther Subey sieht oft nur noch die zerdrückten Blechteile. Er muss die verunfallten Autos abschleppen. Heute soll er nach Schwarzenbek raus, ein Auto abschleppen, das nach einem Unfall im Graben liegt.  Mehr weiß er nicht und manchmal will er auch gar nicht wissen, was mit den Insassen passiert ist. Der Bergeleiter arbeitet seit acht Jahren bei einem Hamburger Abschlepp- und Bergungsdienst. Egal von wo der Notruf eingeht, er und seine Kollegen müssen innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein. Mal muss Walther Subey Reifen wechseln, Ölspuren beseitigen, einen Bus aus dem Elbtunnel ziehen, Starthilfe geben oder einen LKW abschleppen.

An manchen Tagen hat das Unternehmen bis zu 120 Notrufe am Tag. Auch hier zählen Schnelligkeit und Stressresistenz: Der Verkehr in einer Großstadt muss fließen, gerade zu den Stoßzeiten. Wochenendarbeit und Überstunden gehören dazu. Walther Subey wusste, worauf er sich einlässt. Büroarbeit ist nichts für ihn. Er braucht Abwechslung und die hat er in dem Beruf. Denn kein Tag ist wie der andere, niemand weiß, wann der nächste Notruf eingeht.

Redaktion
Birgit Schanzen
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Charlotte Biermann