Stand: 24.01.2017 11:39 Uhr

Chat zu Multi-Intoleranzen, Diabetes Typ 2, Brustkrebs-Nachsorge

jungemama: Ich habe schon drei Monate versucht, mich an die Umstellung zu halten, und bin dann auch am Stress im Umfeld (Kleinkind/Studium/finanzielle Sorgen) gescheitert. Nun bin ich wieder schwanger und ziehe mich wegen der starken Beschwerden vom "Falsch"-Ernähren zurück. Ist es überhaupt sinnvoll, während der Schwangerschaft erneut einzusteigen? Ich fühle mich von dem behandelnden Arzt eher nur abgezockt als gut beraten.

Riedl: Unbedingt Ernährung verbessern! Das, was Sie in der Schwangerschaft essen und was Sie Ihrem Kind die ersten 1.000 Tage geben, entscheidet wesentlich über die Gesundheit Ihres Kindes. Lassen Sie sich helfen in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin. Es lohnt sich!

Doro: Hilft diese Diät als Nachsorge auch bei anderen Krebserkrankungen? Meine Schwester wurde vor zehn Tagen wegen Gebärmutterkrebs operiert. Alle Lymphdrüsen im Bauchraum wurden entfernt. Sie leidet sehr.

Riedl: Jeder Krebspatient sollte eine Ernährungstherapie erhalten. Das ist in Deutschland leider Zukunftsmusik. 30 Prozent der Krebstoten sterben an Unterversorgung und nicht am Krebs. Dabei lässt sich mit Sport und - wie beschrieben - guter, gemüsereicher Ernährung unheimlich viel erreichen.

Unbekannt: Ich habe mit Hautproblemen, Bauchschmerzen, hormonellen Empfindlichkeiten und Analvenenthrombosen/Hämorrhoiden zu tun. Eine leichte Schilddrüsen-Unterfunktion wird seit zehn Jahren behandelt und kürzlich ein niedriger DAO-Wert erkannt. Alle möglichen Tipps und Ernährungsempfehlungen führen mich immer mehr in die Irre. Normales Essen ist kaum möglich. Reizdarm? Wer kann mich auf den richtigen Weg bringen, haben Sie eine Idee?

Riedl: Bei so vielen Problemen verzichten Sie bitte nicht auf eine Fachberatung in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin. Hämorrhoiden lassen sich mit Ernährung und Verhalten gut in den Griff bekommen. Ebenso mögliche Intoleranzen, die Sie wohl auch haben.

Unbekannt: Was halten Sie vom "Eiweißbrot", das neuerdings in Supermärkten verkauft wird? Ist solches Brot eine Alternative zum herkömmlichen Brot, wenn man Kohlehydrate vermeiden möchte?

Riedl: Eiweißbrot ja, wem's schmeckt. Sie können auch Vollkornbrot dünner schneiden und mehr Käse drauftun.

Susi: Ich hatte 2009 und 2014 Brustkrebs. 2014 eine Mastektomie. Zwei Not-OPs wegen Darmverschlüssen. Seit den Bauch-Operationen habe ich immer Darmschmerzen. Im Dezember 2016 war wieder Verdacht auf Darmverschluss. Könnte mir vielleicht eine spezielle Ernährung helfen?

Riedl: Klassischer Fall für eine Analyse Ihrer Ernährung und einer Ernährungstherapie. Adresse: bdem.de

Herr Kraft: Ich leide seit 2003 an Diabetes Typ 2. Begleitend hierzu Rheuma und aktuell (November 2015) Herz-Kreislauf-Probleme. Zwei Stents wurden nach einem Hinterwandinfarkt gesetzt. Ich rauche nicht und konsumiere verschwindend wenig Alkohol. Fahre viel Fahrrad! Dennoch bekomme ich das viszerale Fett und den Bauchumfang nicht weg. Ich nehme oral Jardiance 10 mg und SC Bydoreon 2 mg (einmal wöchentlich) zu mir. Wie sollte ich mich ernähren?

Riedl: Optimieren Sie Ihre Eiweißaufnahme, wie in unserem Ernährungs-Docs-Buch zu Diabetes beschrieben. Mehr Gemüse, weniger Kohlenhydrate. Das Buch kommt im März raus (ZS Verlag) und kann Ihnen dabei sehr helfen. Wenn Sie allein nicht klarkommen, dann suchen Sie sich einen Diabetologen, der auch Ernährungsmediziner ist. Auch für das Rheuma hilft eine Optimierung der Eiweißaufnahme. Versuchen Sie das unbedingt.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 22.07.2019 | 21:00 Uhr

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