Stand: 06.02.2017 23:39 Uhr

Chat-Protokoll zu Akne, Morbus Crohn und dem Metabolischen Syndrom

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Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck ist Rheumatologin in Hamburg.

Essen als Medizin: Wie packe ich selbst so eine Ernährungsumstellung an? Und was muss ich insbesondere bei Akne, Morbus Crohn und Metabolischem Syndrom beachten? Um diese Themen ging es nach der Erstausstrahlung von Folge 14 der Ernährungs-Docs.

Die erfahrene Ernährungsmedizinerin und Rheumatologin Dr. Anne Fleck hat Ihre Fragen im Chat beantwortet. Hier finden Sie das Protokoll zum Nachlesen.

Unbekannt: Meine Pickel sind durch Milchverzicht nahezu verschwunden. Fördert Milchkonsum die Akne-Entstehung?

Dr. Anne Fleck: Es gibt nach aktuellen Studienlagen den Verdacht, dass bei persönlicher Konstitution Milchprodukte aus Kuhmilch eine Akne-Entstehung begünstigen. Das muss nicht für jedermann zutreffen. Man kann probeweise Kuhmilch ersetzen (siehe Empfehlungen), zum Beispiel durch Reis-, Mandel-, Hafer- oder Kokosmilch. Auf Zusatzstoffe auch in diesen Milchprodukten, zum Beispiel Carrageen, sollte man auch hier achten.

Unbekannt: Als Ersatz für Milch empfehlen Sie Kokosmilch - auch Reismilch?

Fleck: Ja, aber zum Beispiel auch Mandel- oder Hafermilch.

Thyria: Sie empfehlen häufig Eiweiß bei den Ernährungsumstellungen. Wenn ich Milch trinke (1,5 Prozent), habe ich oft das Gefühl, davon verschleimt zu werden. Sollte ich Milchprodukte dann eher weglassen (besteht eventuell eine Unverträglichkeit)? Bei den Obstprodukten: Geht da auch eingefrorenes Obst? Oder Obst aus der Dose (wahrscheinlich zu viel gezuckert)? Oder muss es immer frisches Obst/Gemüse sein?

Fleck: Neue Studien empfehlen grundsätzlich eher allgemein vollfette Milchprodukte, das mal vorab. Sogar Diabetiker profitieren nach diesen Daten von vollen Milchprodukten. Manche Menschen reagieren jedoch auf Kasein aus Kuhmilch mit Symptomen von Verschleimung, Schnupfen oder entzündeten Nasennebenhöhlen. In diesem Fall empfehle ich, Milchprodukte zu reduzieren beziehungsweise auch einmal in einer Karenzphase von zwei bis drei Monaten komplett wegzulassen. Obst und Gemüse gerne pur ohne Zusatzstoffe und Zucker, auch Tiefkühlprodukte sind empfehlenswert, Dosenobst eher nicht.

Unbekannt: Zum Thema Akne und Kaffee: Darf man entkoffeinierten Kaffee trinken?

Fleck: Da auch entkoffeinierter Kaffee minimale Spuren von Koffein enthält, wäre es keine optimale Lösung. Ich kann aber gut verstehen, wenn Ihnen der Kaffee fehlt. Versuchen Sie also eine koffeinfreie Variante. Besser wäre grüner Tee als Wachmacher.

speedy: Seit 28 Jahren habe ich Morbus Crohn. Momentan habe ich ein Geschwulst und Schmerzen im Mund. Was raten Sie mir, damit ich wieder zunehme? Wiege gerade 43 Kilogramm bei einer Größe von 1,62 Metern. Möchte auch so stabil werden, dass ich etwas Sport machen kann.

Fleck: Grundsätzlich können Aphten, wie sie zum Beispiel auch bei Morbus Crohn auftreten, durch lokale Mundspülungen mitbehandelt werden. Geschmacklich nicht sonderlich wohlschmeckend, aber sehr empfehlenswert und preisgünstig ist Myrrhentinktur zum Gurgeln. Ernährungstipp wäre die Kombination aus Kohlenhydraten und Fett, die eine Gewichtszunahme begünstigt. Auch antientzündliche Öle wie Omega-geschütztes Leinöl oder Hanföl wären eine gute Zusatzstrategie. Vielleicht gelegentlich auch ein alkoholfreies Weizenbier als flüssige Kalorien mit B-Vitaminen. ;-)

Melina: Kann man Morbus Crohn auch nur mit Ernährung therapieren und auf Medikamente wie Kortison verzichten?

Fleck: Eine chronische Erkrankung wie Morbus Crohn bedarf auch immer einer fachärztlichen, also gastroenterologischen Begleitung und nach Indikationsstellung gegebenenfalls auch einer modernen Medikation und Kortison. Die Optimierung durch eine moderne Ernährungsmedizin vermag dann enorme Erfolge zu bewirken. Aber nicht jeder kann allein mit Ernährung eine so schwere Grunderkrankung zähmen.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 05.08.2019 | 21:00 Uhr

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