Bücherjournal

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 28. November 2018, 00:00 bis 00:45 Uhr

Ein echter Polit-Thriller: Das Vermächtnis von Bestseller-Autor Stieg Larsson

Weitere Informationen

Umfangreiche Recherchen zum Tod von Olof Palme

Jan Stocklassa ist per Zufall auf ein unglaubliches Archiv gestoßen: Die Recherchen von Bestseller-Autor Stieg Larsson zum Tod von Olof Palme, die er in "Stieg Larssons Erbe" weiterführt. mehr

"Verdammnis", "Verblendung" und "Vergebung" - der schwedische Schriftsteller Stieg Larsson hinterließ nach seinem Tod 2004 drei große Romane, die Weltbestseller wurden. Im Mittelpunkt der Bücher steht ein investigativer Journalist, der besessen davon ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen, der unermüdlich recherchiert. Jetzt kommt heraus, dass Larsson selbst vor seinem Tod eine brisante Recherche verfolgt hat. Er untersuchte den Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme und ging als einer der Ersten Hinweisen nach, die in die rechtsextremistische Szene führen. Lange war diese Arbeit Larssons unbekannt, erst 2014 entdeckt der schwedische Journalist Jan Stocklassa per Zufall das unglaubliche Archiv. "Stieg Larssons Erbe" heißt sein Buch, in dem er sich nicht nur in die Welt von Stieg Larsson begibt, sondern auch dessen Recherchen fortführt. Es sei ein wahrer Krimi, so Jan Stocklassa.

Die Neuerfindung der Diktatur: Ein Buch über Chinas Überwachungsstaat

Weitere Informationen

Chinas Weg in den digitalen Überwachungsstaat

Kai Strittmatter beschreibt in seinem Buch "Die Neuerfindung der Diktatur", wie China die Überwachung seiner Bürger vorantreibt. Was heißt das für Deutschland und Europa? mehr

Es klingt wie Science-Fiction - eine Gesellschaft, in der der Staat alles über seine Bürger weiß: Wer lästert über die Partei in den sozialen Netzwerken? Wer fährt bei Rot über die Ampel? Wer sammelt keinen Hundekot ein? Wer wirft seinen Müll auf die Straße? Die chinesische Regierung will tatsächlich Antworten auf solche Fragen und baut derzeit ein System auf, das das Verhalten seiner Bewohner in allen Lebensbereichen bewertet. Das sogenannte Sozialkreditsystem soll möglichst alles erfassen: Strafregister, Einkaufsgewohnheiten, Partei-Treue und soziales Verhalten. Gleichzeitig werden immer mehr Kameras im öffentlichen Raum mit Gesichtserkennungssoftware ausgestattet, die jeden Schritt der Bürger registrieren. Werden die so erfassten Daten erst zusammengeführt, beginnt das Zeitalter des gläsernen Menschen. Kai Strittmatter beschreibt in seinem Buch "Die Neuerfindung der Diktatur", wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und was diese Entwicklung für uns bedeutet.

"Die hohe Kunst des Alterns": Ein philosophischer Lebensratgeber

Weitere Informationen

Das kluge Altern beginnt in der Jugend

Wie altern wir richtig, ohne die Alterswürde zu verlieren? Otfried Höffe hat dazu eine kleine philosophische Abhandlung verfasst, in der er über die "hohe Kunst des Alterns" nachdenkt. mehr

Wir werden alle immer älter - und fühlen uns gleichzeitig immer jünger. Wie wir dies erfolgreich gestalten, erklärt der Tübinger Philosoph Otfried Höffe in seinem Buch "Die hohe Kunst des Alterns". Höffe verbindet darin lebenspraktischen Rat mit den Einsichten der großen Philosophen: Während Platon empfahl, dass Führungspositionen mit Menschen ab 50 Jahren besetzt werden, führt der Druck von Marktwirtschaft und Jugendwahn heute dazu, dass vielen "Ü-50ern" auf dem Arbeitsmarkt die Ausmusterung droht. Höffe zeigt Möglichkeiten auf, die "gewonnenen Jahre" in der Rentenzeit erfüllt zu leben. Und er stellt die Frage, wie die ganze Gesellschaft dem Alter wieder mehr Achtung schenkt. Eine lebensnahe Philosophie des Alterns - einfach, praktisch, gut.

Ein literarischer Adventskalender: Jan Brandt als Gast im Bücherjournal

Es gibt sie in vielen Farben und Formen, gefüllt mit Schokolade, Spielzeug oder auch Kosmetikartikeln: Adventskalender, die die Wartezeit bis Weihnachten verschönern sollen. Der Schriftsteller Jan Brandt hat jetzt einen literarischen  Adventskalender veröffentlicht. Eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte in 24 Kapiteln für junge und alte Leser und Leserinnen. Im Mittelpunkt steht Jonas, der es seinen Mitmenschen seit dem Tod der Mutter nicht leicht macht  - er kommt zu spät, ist egoistisch, benimmt sich schlecht in der Klasse. Nachdem er einen magischen Weihnachtskalender aus Holz findet, stellt er aber fest, dass er die 24 Türen nicht alleine öffnen kann. Jeden Tag muss er neu herausfinden, welcher Bewohner seines Heimatorts ihm jeweils dabei helfen muss. An Ende lernt er nicht nur neue Menschen kennen - sondern auch viel über sein Leben und seine Familie. Das Buch "Der magische Adventskalender" mit Illustrationen von Daniel Faller ist unser NDR Buch des Monats im Dezember - und Jan Brandt ist Gast im Bücherjournal.

Mein Opa Erich Honecker: Die Autobiografie von Enkel Roberto Yáñez

Wie fühlt es sich an, wenn die geliebten und allseits geachteten Großeltern plötzlich als Verbrecher gejagt werden? Roberto Yáñez musste das erleben. In der DDR wächst der Honecker-Enkel mit den Privilegien der Macht auf. Wenn er an Wochenenden zu Besuch in die Waldsiedlung Wandlitz fährt, wird er mit einem Auto des Personenschutzes abgeholt. Dort spielt er gern im Wald, manchmal nimmt ihn der Opa auch mit zur Jagd.  Als die Mauer dann fällt, ist er 15 Jahre alt, und die geliebten Großeltern müssen das Land verlassen. Er selbst fühlt sich verfolgt, auch nachdem seine Familie nach Chile, in das Land seines Vaters, ausgereist ist. Jetzt hat Roberto Yáñez ein Buch veröffentlicht über sein Leben als "Lieblingsenkel" des wichtigsten Paares der DDR und auch über die Zeit nach dem Sturz des Großvaters. Sein Buch, gemeinsam verfasst mit dem Filmemacher Thomas Grimm, zeichnet ein privates, anderes Bilder der Honeckers. Die politischen Verantwortlichkeiten des SED-Chefs und der Volksbildungsministerin Margot Honecker bleiben jedoch ausgespart: "Ich war der letzte Bürger der DDR. Mein Leben als Enkel der Honeckers".

Kluge Analyse und Warnung zugleich: Das Buch "Der neue Antisemitismus"

Weitere Informationen

Weckruf gegen den neuen Judenhass

"Im Angesicht des Bösen gibt es keine Neutralität", sagt die US-amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt. Mit ihrem Buch "Der neue Antisemitismus" will sie ihre Leser aufwecken. mehr

Die Historikerin Deborah Lipstadt gehört zu den renommiertesten Holocaust-Forscherinnen weltweit. Jetzt erscheint in Deutschland ihr neues Buch "Der neue Antisemitismus". Darin beschäftigt sich Lipstadt mit dem gegenwärtigen Antisemitismus, spürt den verschiedenen Ausdrucksformen des Hasses auf Juden nach und analysiert aktuelle antisemitische Übergriffe in Europa, den USA und im Nahen Osten. Sie schreibt darin, dass der heutige Antisemitismus keineswegs neu ist, sondern nur offensiver, wahrnehmbarer. Und dass Antisemitismus nicht nur ein Phänomen rechtsradikaler und islamistischer Milieus, sondern auch linker Gruppierungen und Parteien sei. 80 Jahre nach der Reichspogromnacht zeigt sich in Europa und den USA eine erschreckende Gegenwart. Deborah Lipstadts Buch erschien, bevor Ende Oktober in einer Synagoge in Pittsburgh elf Menschen getötet wurden. Es war der schwerste antisemitische Anschlag, den die Vereinigten Staaten je erlebt haben. Im Bücherjournal spricht Deborah Lipstadt über ihr Buch und über den Anschlag in Pittsburgh.

"Verzeichnis einiger Verluste": Judith Schalansky schreibt über verschwundene Dinge

Weitere Informationen

NDR Buch des Monats: "Verzeichnis einiger Verluste"

Die in Greifswald geborene Judith Schalansky ist Buchgestalterin und Autorin. In ihrem neuesten Buch "Verzeichnis einiger Verluste" spürt sie in zwölf Erzählungen Vergangenem nach. mehr

Der "Palast der Republik", ein Gemälde des Greifswalder Hafens von Caspar David Friedrich oder eine versunkene Insel im Pazifik: Ständig verschwinden Dinge, Tiere, Menschen. Die Welt ist ein Ort von Geburt und Tod, von Entstehen und Verlust. Die aus Greifswald stammende Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky schreibt über verloren gegangenes in ihrem "Verzeichnis einiger Verluste". Dabei sind diese Verluste jeweils Ausgangspunkte für ganz unterschiedliche literarische Geschichten. Am 4. November bekam Judith Schalansky für ihr Buch den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2018 in Braunschweig verliehen. Ihr Verzeichnis sei, so die Jury "die poetische Archivierung der verschwundenen Dinge, die auf diese Weise eine Wiederauferstehung in der Verwandlung erfahren - als literarische Erzählung. Judith Schalansky ist damit etwas ganz Ungewöhnliches gelungen. Sie findet eine Verkehrssprache für den Umgang mit dem Toten und dem Verlorenen." Das "Verzeichnis einiger Verluste".

Moderation
Julia Westlake
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Redaktion
Niels Grevsen