Wie geht das? Wie aus Scherben Flaschen werden

Samstag, 21. April 2018, 23:45 bis 00:15 Uhr

Aus Altglas werden neue Flaschen hergestellt.

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Glasrecycling ist ein umweltfreundlicher Prozess, aber nur dann sinnvoll, wenn er exakten Abläufen folgt. Kommt beispielsweise nur ein kleiner Henkel einer Espressotasse aus Porzellan dazu, kann die ganze Glasproduktion lahmgelegt werden. Auch Buntglas, das fälschlicherweise in den Container für Weißglas eingeworfen wurde, kann die Weißglasproduktion stoppen. Das gesamte Glas muss dann wieder eingeschmolzen werden.

Fremdstoffe stören den Prozess

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Hier beginnt der Recycling-Prozess: an den Altglas-Iglus. Weiß und Buntglas werden getrennt gesammelt. Was nicht in die Behälter gehört: Müll und Keramik.

In der Glashütte in Nienburg werden 2.000 Flaschen produziert: pro Minute! Eine Flasche besteht heute aus bis zu 90 Prozent Altglas, das in sogenannten Glasiglus am Straßenrand gesammelt wird. Befinden sich in einer Tonne Glas auch nur 20 Gramm Fremdstoffe, muss die ganze Charge noch einmal gereinigt werden. Eine Maschine saugt millimetergroße Fremdkörper aus den Glashaufen. Das geschieht in Nanosekunden, für das menschliche Auge nicht sichtbar. Nur eine Spezialkamera verrät die Abläufe.

Schweißtreibende Arbeit am Glasofen

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Pro Minute formt eine Maschine aus 1.200-Grad-heißen Tropfen 400 Flaschen. Maschinenführer Christian Handelsmann kontrolliert die Formen aus Gusseisen.

Scherben, Sand und ein geheimer Mix aus anderen Stoffen werden in der Glashütte schließlich in großen Wannen bei 1.600 Grad verschmolzen. Die Arbeiter am Glasofen schwitzen bei fast 50 Grad Raumtemperatur. Deshalb müssen sie täglich mindestens zwei Liter Wasser trinken, darauf besteht der Arbeitgeber.

Die Reportage aus der Reihe "Wie geht das?" erklärt, wie aus Sand und Scherben neue Flaschen werden und gibt Einblick in den erfolgreichsten Kreislauf, seit es Recycling gibt.

Leitung der Sendung
Marlis Fertmann
Redaktionsleiter/in
Susanne Wachhaus
Redaktion
Thomas Fischer
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Stefan Radüg
Jennifer Kopka