Wie geht das? Die Welt der Milch

Mittwoch, 04. Juli 2018, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 06. Juli 2018, 11:30 bis 12:00 Uhr

Allein in Niedersachsen gibt es knapp 8.500 Milchviehhalter mit insgesamt etwa 800.000 Kühen. Und alle wollen trotz schwankender Milchpreise erfolgreich wirtschaften.

Dabei ist die Welt rund um das Produkt Milch voller Überraschungen: Ein Magnet bewahrt Kühe vor Bauchschmerzen, ein kleiner Roboter hält den Stall sauber und im Melkkarussell dreht sogar ein Bulle jeden Tag seine Runden.

Hightech im Stall

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Junglandwirt Sven Klingemann hat in zwei Melkroboter investiert. Rund um die Uhr gehen die Kühe dann zum Melken, wann sie es wollen.

Landwirt Sven Klingemann aus Neustadt setzt auf Hightech. Seine Kühe gehen dann zum Melkroboter, wenn sie es wollen. Ein Laser ertastet das Euter von selbst. Die wichtigsten Arbeitsmittel des Jungbauern sind PC und Smartphone. Er weiß immer, wie viel seine Tiere fressen, ob sie gesund sind, wann sie das letzte Mal beim Melken waren oder ob bald ein Kälbchen geboren wird. Das alles melden ihm die Sensoren am Hals der Tiere. Rund 40 Liter Milch gibt jede seiner 130 Kühe am Tag. Das ist fast doppelt so viel wie die durchschnittliche Tagesmilchleistung pro Kuh in Deutschland.

Für Biomilch gibt es mehr Geld

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Auf dem Biohof von Lars Nordbruch bei Bremen stehen die Kühe den ganzen Sommer auf der Weide.

Lars Nordbruch aus Moordeich bei Bremen hat auf Biomilch umgestellt. Rund 48 Cent bekommt er nun für einen Liter Milch. Das sind etwa 15 Cent mehr pro Liter als für herkömmliche Milch. Dafür musste er seinen Betrieb komplett nach Bionormen umstrukturieren. Das bedeutet für ihn: keine vorbeugenden Medikamente, kein Mineraldünger, Weidegang im Sommer und nur noch Biofutter für die Tiere.

Die neueste Marktnische ist Heumilch. Statt Silage und Kraftfutter gibt es für die Kühe auf Hof Butendiek am Jadebusen ausschließlich Gras und Heu. Davon brauchen sie umso mehr. Eine neue Heutrocknungsanlage soll die Lagerung erleichtern.

Selbstvermarktung an Lebensmittelmärkte

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Molkereimeisterin Katrin Laude kontrolliert die Milch auf Hof Hemme. Beim Geschmackstest ist auch Chef Jörgen Hemme dabei.

Im Betrieb von Jörgen Hemme aus der Wedemark fahren die Kühe beim Melken Karussell. Drei Mal am Tag geht es für zehn Minuten auf den schwimmenden Melkstand. Die Milch wird gleich nebenan in der eigenen Molkerei verarbeitet. Jörgen Hemme verkauft Milch, Pudding und Joghurt direkt an die Lebensmittelmärkte und kann so die Preise mitbestimmen. Und regelmäßig werden die Erzeugnisse getestet: Stimmen die Inhaltsstoffe? Stimmt der Geschmack?

Die Wissensreportage aus der Reihe "Wie geht das?" zeigt den Weg der Milch in ganz unterschiedlichen norddeutschen Milchviehbetrieben: vom Füttern der Kühe über das Melken bis hin zur Molkerei und Auslieferung der Milchprodukte ins Kühlregal.

Markt

Milchsorten: Welche Unterschiede gibt es?

Neben Vollmilch und fettarmer Milch gibt es im Supermarkt zum Beispiel auch Weidemilch, Alpenmilch und Heumilch. Wo liegen die Unterschiede bei den Milchsorten? mehr

Redaktionsleiter/in
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Redaktion
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Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Leitung der Sendung
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Autor/in
Christina Georgi
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