Royale Geschwister - zwischen Privileg und Bürde

Samstag, 21. September 2019, 20:15 bis 21:45 Uhr

Geschwister haben für Königskinder eine ganz besondere Bedeutung - sie sind viel mehr als Bruder oder Schwester in der "normalen" Welt. Mit keinem anderen kann ein Königskind so offen reden wie mit dem eigenen Bruder oder der eigenen Schwester, im besten Fall sind Geschwister sogar eine Art kritisches Korrelativ. Nur die eigenen Geschwister verstehen, was es heißt, im goldenen Käfig aufzuwachsen, ständig unter Beobachtung, das eigene Schicksal vorbestimmt.

Bürde oder Privileg?

Doch was heißt es eigentlich, Bruder oder Schwester eines künftigen Königs zu sein? Ist es eine Bürde oder ein Privileg? Royale Geschwister bekommen all die Annehmlichkeiten, die das Königshaus zu bieten hat - ohne die Verantwortung, die der Erstgeborene für den Thron übernehmen muss. Doch das Dasein als royales Geschwisterkind hat auch seine Tücken: Immer als Nummer Zwei im Schatten des künftigen Königs ist eine Rolle, die nicht jedem liegt. Und während es für den Thronerben eine klare Berufsbeschreibung gibt, müssen seine Geschwister ihren Weg finden, der irgendwo zwischen royaler Verpflichtung und normalen Berufsleben liegt. Welche Gefahren dabei lauern, hat man bei den britischen Royals gesehen: Edward, Sophie, Andrew oder Fergie - alle standen in der Kritik, ihre guten Kontakte im Königshaus beruflich auszunutzen.

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Aufgabenteilung zwischen royalen Geschwistern

Historisch gesehen waren Geschwisterkinder die eiserne Reserve für den Thronerben. Der "spare to the heir" ist ein Ersatzerbe, der sich bereit halten muss, wann immer der eigentliche Thronfolger durch Tod oder Abdankung ausfällt. Die Prinzen William und Harry haben das Verhältnis neu definiert und zeigen, wie gut die Aufgabenteilung zwischen royalen Geschwistern schon zu Lebzeiten funktionieren kann. Thronfolger William ist der Vernünftige, der das Protokoll und politische Neutralität bewahrt. Sein jüngerer Bruder sorgt im Königshaus für einen gewissen Unterhaltungsfaktor, weil er unkonventioneller ist und gerne auch einmal aus der Reihe tanzt. Zusammen mit Meghan steht Prinz Harry für die Zukunft der Monarchie, während sein älterer Bruder die Tradition und Kontinuität des Königshauses vertritt.

Keine andere Wahl

Doch Geschwisterbeziehungen können auch eine Bürde sein. Aktuelles Beispiel ist das spanische Königshaus. Mit Infantin Cristina steht eben nicht nur eine Schwester, sondern auch eine königliche Prinzessin vor Gericht. Felipe bleibt gar keine andere Wahl: Als Monarch muss er seine Schwester verstoßen, egal ob der Bruder in ihm anders entscheiden will.

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Redaktion
Ulrike Jonas
Produktionsleiter/in
Marian Moik
Autor/in
Leontine von Schmettow
Redaktion
Eigel, Ulrike