NaturNah: Die Robbenwächter von Helgoland

Dienstag, 13. Februar 2018, 18:15 bis 18:45 Uhr
Donnerstag, 15. Februar 2018, 11:30 bis 12:00 Uhr

Robben liegen am Strand von Helgoland.

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Die Düneninsel vor Helgoland ist ein besonderer Ort. Nirgendwo in Europa kann man Kegelrobben derart nah erleben wie hier. Seit vor gut 20 Jahren das erste Tier am Strand auftauchte, wächst der Bestand stetig. Heute liegen an machen Tagen bis zu 600 Tiere an den Stränden der Düne.

Vorsichtshalber Abstand halten

In der Wurfsaison von Oktober bis Januar, wenn Hunderte niedlicher Kegelrobbenbabys am Strand der Düne zur Welt kommen, lockt dies ebenso viele Tierfotografen an. Auch wenn man mindestens 30 Meter Abstand zu den Tieren halten soll, versuchen sie so dicht wie möglich an die Robben heranzukommen, um gute Fotos zu machen. Der Abstand dient nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch dem Schutz der Menschen, denn die Kegelrobbe ist Deutschlands größtes Raubtier.

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In den ersten Jahren wurde diese Anordnung noch ein wenig lockerer gehandhabt, doch seit der Bestand der Tiere so sprunghaft angestiegen ist, wird es vor allem zur Wurfsaison immer schwerer, den sicheren Abstand zu den Tieren einzuhalten.

Ranger sorgen auf der Düne für Ordnung

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Der Durchgang zum Strand ist gesperrt, die Dünenrangerin bittet bei den Fotografen um Verständnis.

Um Ordnung in das immer größer werdende Chaos zu bringen, wurde die Stelle der Dünenrangerin geschaffen. Täglich ist Katharina Tilly zusammen mit Rebecca Störmer und den freiwilligen Helfern vom Verein Jordsand auf der Düne unterwegs. Sie kontrollieren und informieren die Besucher und sperren zwischenzeitlich manche Strände, denn die meisten Besucher sind sich der Gefahr durch die Tiere nicht bewusst.

Die Nähe wird immer problematischer

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Immer wieder rücken Fotografen den Tieren zu dicht auf die Pelle.

Auch ist den wenigsten Besuchern klar, dass die Tiere durch zu nahen Kontakt mit den Menschen die Scheu vor ihnen verlieren. Das bekommen vor allem die Badegäste im Sommer zu spüren. Wenn neugierige Jungtiere im Wasser an die badenden Leute heranschwimmen, kommt es bei den erschreckten Menschen immer wieder zu schmerzhaften Kratzern.

Wie problematisch die Nähe des Menschen zum Tier hier auf Dauer werden kann, erforscht Abbo van Neer. Seit vor ein paar Jahren die ersten Kegelrobben dabei beobachtet wurden, wie sie die kleineren Seehunde töten, erforscht der Biologe aus Büsum das Fressverhalten der Tiere. Die Beobachtungen der Dünenrangerin und den Mitarbeitern vom Verein Jordsand sind für ihn dabei eine wichtige Forschungsgrundlage.

Redaktion
Christian Pipke
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Ralf Bartels
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen

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