Eisenbahnromantik

Mit der Bahn nach Hotzenplotz - Auf schmaler Spur durch Tschechisch-Schlesien

Freitag, 26. März 2021, 15:30 bis 16:00 Uhr

Hotzenplotz ist der deutsche Name für das Städtchen Osoblaha im Nordosten Tschechiens. Otfried Preußler, der Erfinder der Kinderbuchreihe "Räuber Hotzenklotz", ist in Reichenberg (Liberec) geboren und aufgewachsen. Als er 1962 für die Räuberfigur in seinen Büchern einen Namen suchte, erinnerte er sich wieder an den kleinen Ort.

Die Schmalspurbahn verkehrt täglich

U 57.001 fährt mit dem ersten Zug des Tages aus Tremesna/Röwersdorf. © SWR
U 57.001 fährt mit dem ersten Zug des Tages aus Tremesna/Röwersdorf.

Es fährt auch eine Bahn nach Hotzenplotz. Tschechisch-Schlesien ist der kleinere südliche Teil Schlesiens, eine hügelige Landschaft mit viel Landwirtschaft. Eine Zuckerfabrik dort hatte großes Interesse am Bau einer Bahnverbindung, um die Rohstoffe und den fertigen Zucker billig transportieren zu können. 1898 wurde eine Verbindung von Röwersdorf (Tremešná ve Slezsku) nach Hotzenplotz (Osoblaha) gebaut. Die Zuckerfabrik ging 1920 pleite, die Bahn fährt heute noch. Auf 760 mm breiten Gleisen verkehrt täglich vier- bis fünfmal eine Diesellok mit einem oder auch zwei Personenwagen auf der etwas mehr als 20 Kilometer langen Strecke. Es ist die letzte Schmalspurstrecke der CD, der Ceské dráhy, der Tschechische Bahnen.

100 Kurven in offenen Wagen

Der Verein KPOÚ organisiert zusammen mit den Schlesischen Landesbahnen regelmäßig Sonderfahrten mit Dampfzügen. An den Sommerwochenenden geht die Reise dann teilweise in offenen Wagen durch mehr als 100 Kurven. Die Züge werden von den dampfenden Schlepptenderloks U57.001, eine Dauerleihgabe vom Club 760 aus Österreich für Osoblaha, und die U46.002, eine Waldbahnlok aus Rumänien.

Zum Schwimmen nach Hotzenplotz

Jubiläumsdampfzug mit der rumänischen Resita-Lok im Bahnhof Slezské Rudoltice. © NDR/SWR
Jubiläumsdampfzug mit der rumänischen Resita-Lok im Bahnhof Slezské Rudoltice.

Die Gemeinden haben an der Strecke die meisten Bahnhöfe gekauft und wollen diese restaurieren. Seit 2018, anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der Bahn, erstrahlt als erster der Bahnhof von Rosswald (Slezské Rudoltice) wieder in neuem Glanz. Neben Räumen für Bahnbedienstete und Reisende gibt es auch eine Wohnung, die an eine junge Familie vermietet werden soll.

Ein besonderes Angebot gibt es für Reisende in Osoblaha/Hotzenplotz: Mit der Rückfahrkarte für den Dampfzug erhält man freien Eintritt in das Schwimmbad, das nur 400 Meter vom Bahnhof entfernt liegt. Und für Wanderer gibt es in dieser Gegend vielfältige Möglichkeiten.

Redaktion
Sara Helmig
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