Wie geht das? Kohlanbau der Superlative

Der Dithmarscher Rekordacker

Mittwoch, 30. Mai 2018, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 01. Juni 2018, 11:30 bis 12:00 Uhr

Kohl, so weit das Auge reicht: Wer an der Nordseeküste zwischen Eider, Elbe und dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs ist, kennt dieses Bild. Im Kreis Dithmarschen wachsen auf einer Fläche so groß wie 4.200 Fußballfelder jährlich mehr als 80 Millionen Kohlköpfe. Diese spektakulären Zahlen machen aus der schleswig-holsteinischen Region das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas.

Die Wissensreportage aus der Reihe "Wie geht das?" klärt auf, warum der Kreis an der Küste für den Kohlanbau prädestiniert ist und verfolgt über eine Saison hinweg die Arbeit rund um den Kohl und seinen Weg vom Samenkorn bis hin zur Lagerung.

Dithmarschen bietet perfekte Bedingungen

Unter anderem liegt der Erfolg des Dithmarscher Kohls an der hohen Bodenqualität der fruchtbaren Seemarschen, der optimalen Niederschlagsmenge und dem kräftigen Seewind als natürlichen Schädlingsbekämpfer. Er macht es typischen Kohlschädlingen wie der Mehligen Kohlblattlaus nämlich äußerst schwer, sich auf den Blättern niederzulassen. So können die Kohlköpfe das ganze Jahr über wachsen und gedeihen, bis sie ab September per Handarbeit geerntet werden.

Der lange Weg bis zum Kopf

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40.000 Weißkohlpflanzen bringen die Arbeiter pro Hektar in die Erde.

Mit etwa 200.000 Tonnen stammt knapp ein Drittel der deutschen Kohlproduktion aus Dithmarschen. Bis es so weit ist, liegt ein langer Weg hinter dem Kohl. Die Reportage blickt hinter die Gewächshausfassaden eines Saatzuchtbetriebs, dessen Ziel die Züchtung und Vermehrung der perfekten Kohlsorte ist. Am Anfang der Entwicklung einer neuen Sorte übernehmen Menschen die Bestäubungsarbeit, später erledigen eigens dafür gezüchtete Bienenvölker diese Aufgabe.

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Jungpflanzen wachsen woanders heran

Ihre ersten drei Lebensmonate verbringen die meisten Dithmarscher Kohlpflanzen bei sogenannten Jungpflanzen-Produzenten. Dort wachsen unter besten Bedingungen jährlich Millionen Stecklinge heran, die dann direkt an die Landwirte ausgeliefert werden. Im Durchschnitt bringt ein Kohlbauer an der Westküste 85 Prozent Weiß- und 15 Prozent Rotkohl auf seine Felder. Dort beeinflusst der Pflanzabstand, wie groß die Köpfe später werden. Letztendlich bestimmt aber die Witterung, ob die Ernte wie geplant ausfällt.

Beginn der Kohltage

Seit über 30 Jahren wird der Erntebeginn in Dithmarschen mit den Kohltagen gefeiert. Mitte September werden sie mit dem traditionellen Kohlanschnitt eingeläutet. Für die Kohlbauern fängt jetzt die Hauptarbeit an: Die druckempfindlichen Köpfe werden per Hand geschnitten und je nach Verwendungszweck ausgeliefert oder eingelagert.

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Redaktion
Christian Pipke
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Verena Künstner
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen