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Wölfe - Schützen oder schießen?

Donnerstag, 02. Mai 2019, 06:35 bis 07:20 Uhr

Porträt eines Europäischen Grauwolfs. © picture alliance / blickwinkel

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Die Wölfe sind zurückgekehrt und breiten sich in Deutschland aus. Ob in Niedersachsen, Sachsen oder Brandenburg, allerorten werden die Raubtiere gesichtet. Derzeit gibt es 73 Rudel sowie 29 Paare, insgesamt etwa 800 Tiere. Und immer mal wieder Begegnungen zwischen Mensch und Wolf.

Schäfer beklagen Verluste, Dorfbewohner fürchten um ihre Kinder, Politiker von CDU, SPD, FDP und AfD schlagen Alarm und fordern inzwischen den Abschuss von Wölfen und eine Obergrenze für ihren Bestand. Alles nur Hysterie? Oder geht von Wölfen tatsächlich eine Bedrohung aus? Stimmt der Eindruck, dass sich Wölfe in Deutschland unkontrolliert ausbreiten und eine Gefahr darstellen?

Stimmt das Bild vom Wolf?

Monatelang hat Filmautor Herbert Ostwald mit Wolfsforschern, Bürgermeistern, Dorfbewohnern, Tierfilmern und Schäfern gesprochen, um Antworten zu bekommen. Seine Recherchen zeigen ein wesentlich differenzierteres Bild, als es die Schlagzeilen vermuten lassen.

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"Wölfe in Deutschland"

Die wichtigsten Fakten zu den Wölfen in Deutschland gibt's auf der Seite des Naturschutzbundes. extern

Manches Missverständnis beruht auf der verbreiteten Annahme, Wölfe seien scheu. Tatsächlich sind sie "von Natur aus neugierig, aber auch vorsichtig", so Tierfilmer Sebastian Koerner, der seit vielen Jahren Wölfen so nahe gekommen ist wie niemand sonst.

Kaum ein Wildtier ist so gut erforscht wie der Wolf

Fakt ist: In den 20 Jahren, seit Wölfe in Deutschland wieder heimisch sind, gab es keinen einzigen Angriff auf Menschen, keinen einzigen Verletzten. Der heimgekehrte Räuber ist so gut erforscht wie kaum ein anderes Wildtier: Hunderte Wolfsberater sammeln bundesweit täglich Spuren, die akribisch ausgewertet werden.

Dadurch haben Wolfsforscher einen guten Überblick, welche Tiere sich wo niederlassen. Wenn Wölfe trotzdem ein unnormales Verhalten zeigen, können Behörden schon heute dank vorhandener Managementpläne einzelne "Problemwölfe" erschießen lassen.

Forscher halten Jagd auf Wölfe für Unsinn

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Für Nutztierhalter gibt es Subventionen für Elektrozäune und Herdenschutzhunde. Hat der Wolf dennoch ein Schaf gerissen, wenn das eindeutig nachgewiesen ist, gibt es Ausgleichszahlungen. Allerdings müssen viele Schäfer für den Schutz ihrer Tiere einen erheblichen Aufwand betreiben und bleiben auf einem Teil der Folgekosten sitzen.

Jagd auf Wölfe halten Forscher trotzdem für Unsinn. Denn die Zahl der Raubtiere reguliere sich allein über ihr Nahrungsangebot und die Reviergröße. In einem Revier pendelt die Größe des Rudels immer zwischen etwa zwei und 15 Tieren, einwandernde Konkurrenten werden vertrieben.

Es wird mehr Wölfe geben

Die Zahl der Wölfe in Deutschland wird weiter zunehmen: Die Tiere sind in der EU streng geschützt. Der Abschuss von "Problemwölfen" wird erst dann leichter möglich sein als heute, wenn das Überleben der einst hierzulande ausgerotteten Art gesichert ist.

Ein Film mit überraschenden Einsichten und einzigartigen, zum Teil noch niemals im Fernsehen gezeigten Bildern von wilden Wölfen in Deutschland.

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Autor/in
Herbert Ostwald
Regie
Herbert Ostwald
Redaktion
Christoph Mestmacher
Gudrun Wolter
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg