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Unser Spargel

Montag, 06. Mai 2019, 22:00 bis 22:45 Uhr

Ein Bund weißer Spargel auf einem Holztisch, daneben liegen ein paar Erdbeeren. © Fotolia.com Foto: Corinna Gissemann

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Spargel war einst teure Delikatesse - heute ist er Volksgemüse. Kein Gemüse in Deutschland hat mehr Anbaufläche. Doch der Spargel-Boom hat auch Folgen: Denn das weiße Gold wächst unter Plastikfolie. Die Folge: Vögel finden schwieriger Nahrung und Insekten verschwinden. Gibt es also einen Zusammenhang zwischen dem Anbau unter Folie und dem Aussterben von Vogelarten?

95 Prozent des Spargels wächst unter Folie

Ein aktuelles Gutachten im Auftrag der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg stellt fest, dass das Flächen- und Nahrungsangebot für die untersuchten Vogelarten "drastisch zurückgegangen" ist. So gibt es etwa weniger Rot- und Schwarzmilane und weniger Rohrweihen. Bei Singvögeln zeigt sich ein ähnliches Bild. Ein Grund dafür, da sind sich die Verfasser der Studie sicher, sei auch "die großflächige Expansion der Spargelanbauflächen."

Spargel: Jenseits von Topf und Teller

Doch der Folienanbau ist unter Spargelbauern längst etabliert. Rund 95 Prozent des Spargels wächst unter Folie. Das Anbaugebiet von Peter Strampe im niedersächsischen Neetze ist 70 Hektar groß. Der Spargelbauer sieht vor allem Vorteile durch die Foliennutzung. Bis zu drei Wochen könne er so früher ernten. Die Folie ermöglicht es, die Temperatur zu regulieren. Außerdem gäbe es dadurch kaum Unkraut, der Boden bleibe feucht und der Spargel vertrockne nicht so leicht. Und dann ist da noch die Optik: Kerzengerade soll er sein und strahlend weiß. Auch dafür muss Spargel unter Folie, sie schützt vor der Sonne.

Gezüchtet wird, was der Kunde mag

Die Deutschen lieben Spargel leicht süß und dezent bitter, sagt Pierre Lavrijsen, Spargelzüchter bei der holländischen Firma Limgroup. Am Geschmack, aber auch am Ertrag der Pflanzen wird dort gefeilt. 40 Mitarbeiter beschäftigen sich mit neuen Züchtungen für alle Klimazonen der Welt. Exportiert wird nach Griechenland oder Peru, aber vor allem nach Deutschland.

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Doch es gibt auch Betriebe, die keinen Geschmack von der Stange für ihre Stange wollen. Der Hof von Kirstin Schulze in Havelsee ist so einer. Hier heißen die Sorten "Epos" und "Helios", es sind alte Spargelsorten, die es nur noch selten auf Wochenmärkten zu kaufen gibt. Der Grund für das Aussterben: Sie bringen nur rund ein Drittel des Ertrags konventioneller Sorten, wachsen auch mal krumm, sind erst spät in der Saison zu ernten. Der Bio-Bäuerin ist das egal. Sie baut nur zehn Hektar an, verzichtet auf Folie und verkauft nur ab Hof.

Doch der Trend im Geschäft mit dem Spargel geht in Richtung Expansion. Seit Jahren werden die Anbauflächen kontinuierlich vergrößert. In den vergangenen 15 Jahren stieg die Erntemenge durchschnittlich um vier Prozent pro Jahr. Rund 128.000 Tonnen Spargel wurden 2017 Deutschlandweit geerntet. Damit ist Deutschland zwar der größte Erzeuger von Spargel in Europa, liegt weltweit jedoch nur auf Platz 4 hinter dem weltweit größten Erzeuger China. Dahinter kommen Peru und Mexiko.

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