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Geschwister: Rivalen für immer?

Montag, 19. Juni 2017, 22:00 bis 22:45 Uhr

Die Beziehung zu unseren Geschwistern ist die längste Beziehung in unserem Leben. Aussuchen kann man sich seine Brüder und Schwestern aber nicht. "Es ist wie ein Käfig, in dem alle zusammengepfercht werden und irgendwie zurechtkommen müssen", sagt der Entwicklungspsychologe Professor Dieter Wolke. So sind Geschwisterbeziehungen geprägt von Rivalität, Eifersucht und Hass. Oder von Fürsorge, Liebe und Zusammenhalt. Aber wovon hängt das ab?

Geschwister-Rivalität in vier Familiengeschichten

Um diese Frage zu beantworten, erzählt die Autorin Anke Hunold die Geschichte einer siebenköpfigen Familie, die die Geburt eines weiteren Geschwisterchens beinahe zerstört hat.

Der Film begleitet außerdem eine Familie, die einen zweiten Sohn erwartet und befürchtet, dass ihr Erstgeborener das Brüderchen nicht akzeptieren wird. "Das wird eine Herausforderung, aber wir bereiten ihn gut vor", so die Mutter. Hilft das?

Die Autorin trifft zwei erwachsene Schwestern, die vor knapp 40 Jahren brutal aufeinander losgegangen sind. Wie ist ihr Verhältnis heute? Die Dokumentation geht auch der Frage nach, warum so viele Geschwister im Erwachsenenalter den Kontakt zueinander abbrechen.

Bisher war der Krieg im Kinderzimmer tabu

Lange Zeit wurde die Beziehung zwischen Geschwistern von der Psychologie in Deutschland vernachlässigt. Auch weil der Krieg im Kinderzimmer ein Tabuthema ist. "Die Beschämung, dass es in der eigenen Familie Gewalt gibt durch Geschwisterrivalität ist einfach sehr groß", sagt der Kinderpsychiater Professor Michael Schulte-Markwort. "Zu erleben, dass die Kinder, die ich so liebe, sich untereinander so sehr hassen, ist was ganz Schreckliches."

Wie viel Eifersucht und Rivalität unter Geschwistern ist normal? Ab wann wird es für Kinder gefährlich? Was müssen die Eltern dann tun?

Redaktionsleiter/in
Jochen Graebert
Autor/in
Anke Hunold
Regie
Anke Hunold
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Redaktion
Sabine Reifenberg